Ahoi – Große Not auf der Ostsee (Kurzgeschichte)

Ahoi
Große Not auf der Ostsee

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 25.06.2020

Selten zuvor hatte ich mich so sehr auf eine Reise gefreut, wie auf den Besuch bei meinem neuen Freund. Dass der Ausflug in den Norden jedoch zu einem solch peinlichen Desaster ausarten würde, hätte ich mir selbst in meinen schlimmsten Alpträumen nicht auszumalen gewagt. Seit diesem Erlebnis weiß ich, wie unbeschreiblich heftig der Druck und die Verzweiflung ansteigen können, wenn man ultranötig aufs Klo muss und dies partout nicht möglich ist. Und dennoch: Obwohl Bjarne die volle Hose auf dem Segelboot, die so blamabel und demütigend für mich war, hautnah mitbekommen hatte, war es nicht das Ende unserer jungen Liebe. Für mich grenzt es an ein Wunder, was den großen Blonden aus dem Norden in meinen Augen einmal mehr zum fabelhaftesten Menschen der Welt macht.

 

Aufgetakelte Segeljolle am Steg in der Abenddämmerung

Vor knapp drei Wochen waren Bjarne und ich uns auf einer klassischen Dating-Plattform im Internet begegnet, hatten uns daraufhin massenhaft Textnachrichten geschrieben und später fast nur noch miteinander telefoniert. Die Herzchen, die hierbei buchstäblich durch den Telefonhörer in das Zimmer flogen, waren nahezu greifbar gewesen, ebenso das erotische Knistern, das unsere Räume erfüllt hatte. Kurz darauf war er für ein romantisch-lustvolles Wochenende zu mir nach Bayern gekommen, mit dem schönen Ergebnis, dass wir seither ein Paar sind.

Da ich im Gegenzug nun schauen wollte, wie und wo mein neuer Partner lebt, kündigte ich ihm meinen Gegenbesuch in Norddeutschland an. Na dann Ahoi, Franziska, wenn das Wetter mitspielt, werden wir auf jeden Fall zusammen segeln gehen, hatte er hoch erfreut angekündigt, was mir sogleich ein aufregendes Kribbeln der Abenteuerlust bescherte.

 

Es würden lediglich zwei Tage sein, an denen wir Zeit füreinander hätten – ein liebestrunkenes Wochenende, das leider viel zu schnell vorübergehen würde. Damit die lange Anreise quer durch die Republik jedoch in einem lohnenswerten Verhältnis zu der Dauer meines Aufenthalts stehen sollte, hatte ich mir bereits den gesamten Freitag auf meiner Arbeitsstelle freigenommen. Dennoch war ich in Stress geraten, was typisch für mich war, da mir sowohl das Packen der Reisetasche, als auch die übrigen Vorbereitungen wieder einmal jegliches Zeitgefühl genommen hatten. So war ich zum letzten Mal am Donnerstag für das große Geschäft auf der Toilette gewesen, denn am Freitag, dem Tag der Abreise, hatte der Wecker schon zwei Stunden vor meiner üblichen Badroutine geklingelt.

Das Pinkeln war an diesem frühen Morgen eher nebenbei erfolgt, ganz im Gegensatz zu meinem Stuhlgang. Dieser war komplett ausgeblieben; für das Entleeren meines Darms hatte ich im Halbschlaf noch keinerlei Drang verspürt.

 

Die Fahrt nach Schleswig-Holstein dauerte knapp neun Stunden, wobei ich die gesamte Zeit hindurch nervös war und die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Bjarne nahezu körperlich fühlte. Dieser schickte mir pausenlos liebevolle Whatsapp-Nachrichten auf das Handy, in denen er mich wissen ließ, wie sehr er meiner Ankunft entgegenfieberte und wie wahnsinnig er sich danach sehnen würde, mich endlich wieder küssen zu dürfen. Mir erging es nicht anders und ebenso wie mein neuer norddeutscher Freund war auch ich bis über beide Ohren verknallt. Aus diesem Grunde flog ich nur so auf der linken Spur dahin und ignorierte die ersten, dezenten Signale meines Unterkörpers bewusst.

Zum Glück herrschte schönstes Sommerwetter, was das Fahren angenehm gestaltete. Ich wollte rasch vorwärtskommen, gab mächtig Gas und hatte nicht die geringste Lust, durch den Stopp an einem Autobahn-Rastplatz sinnlos Zeit zu verlieren. Zudem war mein Ekel vor den vielbesuchten WCs riesig, was mich zusätzlich von dem Besuch eines solchen Klos abhielt. Wäre ich doch nur klüger und weniger zimperlich gewesen, denn je weiter ich mich dem Ziel annäherte, desto stärker wurde das Zwicken der Blase und das Drängen meines Darminhalts.

 

Als das Ortsschild von Kiel in Sicht kam, waren aus den ersten, diskreten Signalen meines Unterleibs handfeste Ermahnungen geworden, unbedingt in Kürze pullern zu gehen. Ebenso hatte die Aufforderung meines Darms an Schärfe zugelegt, auch ihn demnächst zu seinem Recht kommen zu lassen. Ich musste echt dringend pinkeln und ka**en und war mehr als froh, nach der stundenlangen Reise in Bjarnes Heimatstadt angekommen zu sein.

Das Navi meines Autos wies mir den Weg zu seiner Wohnung, welche in einem hohen und gepflegt wirkenden Mehrfamilienhaus lag. Ich freute mich riesig und gerade, als ich mir einen Parkplatz vor dem Wohnblock suchen wollte, erblickte ich Bjarne. Das Herz schlug mir bis zum Hals; ich begann unwillkürlich über das gesamte Gesicht zu lächeln. Er stand dort, gutaussehend wie immer und strahlte mich ebenfalls voller Vorfreude an. Dass ich in diesem Moment bei ihm ankommen sollte, wusste er aus meiner letzten Textnachricht, in der ich ihm mitgeteilt hatte, dass es nur noch zwei Minuten dauern würde, bis wir uns endlich wieder in die Arme schließen könnten.

 

Seit dieser Mitteilung hatte er ungeduldig vor der Tür auf mein Eintreffen gewartet und kam auf mein Fahrzeug zugelaufen, kaum dass ich auf den Vorplatz gefahren war. Er riss zielstrebig die Beifahrertür auf, sprang zu mir in den Wagen und lachte mich derart happy an, dass seine hellen Augen nur so blitzten. Ehe ich ein Hallo zur Begrüßung hervorbringen konnte, küsste er mich bereits. Das Vermissen, die gesamte Sehnsucht und das unerfüllte Begehren der letzten zwei Wochen vereinten sich in diesem leidenschaftlichen Kuss. Er knutschte mich voller Temperament und überaus sexy in den Fahrersitz meines Autos hinein, was ich über alle Maßen genoss und angeregt erwiderte.

In jenem Augenblick schien die Welt stillzustehen – so still, dass selbst meine prallvolle Blase und der enorme Drang des Enddarms zur Nebensache wurden. Sogar als Bjarne mich anschließend aufforderte, ohne Umwege zum Segelhafen zu fahren, da es schon spät wäre und der Wetterbericht für den morgigen Tag Sturmböen und Gewitter angekündigt hätte, spürte ich mein Toiletten-Problem so gut wie nicht. Durch die gigantische Wiedersehensfreude war mein Verstand gewissermaßen ausgeschaltet und überließ dem Herzen die Regie – nur deshalb kam es mir nicht in den Sinn, meinen Freund vor der Weiterfahrt zu bitten, kurz das WC in seiner Wohnung benutzen zu dürfen. Welch fataler Fehler …

 

Wie unglaublich nötig ich tatsächlich aufs Klo musste, bemerkte ich erst wieder, als ich nach der langen Zeit des Sitzens endlich aus meinem Auto ausstieg. Als hätte sich die Menge des angestauten Urins und des Darminhalts hierbei plötzlich verdoppelt, drückte sie machtvoll von innen gegen beide Ausgänge. Beinahe wäre mir etwas ins Höschen gegangen, doch ich kniff den Anus fest zu und drängte gleichzeitig die Oberschenkel eng gegeneinander. Dass ich darüber hinaus automatisch den Atem anhielt, half mir, meine Beherrschung zurückzuerlangen.

Oh Gott, wie dringend es ist, realisierte ich erschrocken und sah mich hektisch nach einer Möglichkeit um, mich erleichtern zu können. Dass dies recht aussichtslos war, bemerkte ich schnell: Der kleine Sandparkplatz war von einer weitläufigen Grasfläche umgeben, die bis unmittelbar an die Wasserkante heranreichte. Es gab kein Gebüsch, hinter das ich mich hätte verziehen können, von Läden oder Restaurants ganz zu schweigen. Einzig eine Art Bootshaus existierte in dieser abgelegenen Gegend. Doch ob es darin eine Toilette gab?

 

Zeit, mich näher mit dieser Frage zu beschäftigen, blieb mir nicht, denn nur eine Sekunde später fühlte ich, dass Bjarne meine Hand in seine nahm, um mich zum Bootssteg zu führen. Die Luft roch nach Salzwasser und Seetang. Eine frische Brise wehte mir die Haare durcheinander, was der große Blonde an meiner Seite als sehr hübsch empfand, wie er mir zärtlich sagte.

»Das ideale Segelwetter, und du bist bei mir – perfekter kann ein Tag nicht sein«, schwärmte er und gab mir inmitten des Gehens ein begeistertes Küsschen auf die Wange.

Wie gern hätte ich ihm zugestimmt, doch leider war meine aktuelle Situation alles andere als perfekt. Zwar lenkte die Bewegung wohltuend ab, doch das Schwappen der Wellen auf die Steine am Uferrand, machte diese flüchtige Entlastung sogleich wieder zunichte. Ihr Plätschern erinnerte mich auf belastende Weise an die Bredouille, in der ich mich befand. Ich brauchte ein Klo, nötiger denn je!

 

Dass ich auf dem schmalen, langen Holzsteg verkrampfter hinter meinem neuen Freund herging, als ich es unter normalen Umständen getan hätte, fiel ihm nicht auf. Zu sehr freute er sich auf den Segelausflug mit mir. Geradezu euphorisch strebte er seinem Boot entgegen. Es war unser zweites Date, das er allein mit mir auf dem Meer ausgiebig genießen wollte. Dies war der Hauptgrund, weshalb ich ihm nichts von meiner Misere erzählte – neben der Scham, die ich empfand, dass ich meine Bedürfnisse wie ein kleines Mädchen nicht kontrollieren konnte, mochte ich Bjarne dieses erneute, sehnsüchtig erwartete Treffen nicht kaputtmachen.

 

Es drängte hinten und vorn; mit aller Kraft spannte ich beide Schließmuskel an und konnte ein mehrmaliges Pupsen beim Gehen nicht verhindern. Das Pipi in meiner übervollen Blase und die ungewollt angesammelte Menge in meinem Enddarm wollten mit Macht aus mir heraus. Wie lange ich dieser heftigen Energie meiner Peristaltik noch würde standhalten können, war mir schleierhaft. Und obwohl die Verzweiflung merklich zunahm, blieb mir doch die Hoffnung, dass sich auf dem Schiff ein WC befinden würde, das ich in wenigen Minuten benutzen könnte. Bei jenem Gedanken strömte ein Anflug von Erleichterung durch mich hindurch. Wie herrlich, gleich musst du dich nicht mehr quälen, freute ich mich schon im Voraus. Doch nicht nur diese Emotion durchfuhr mich heiß: Ich fühlte zusätzlich, wie sehr allein diese Aussicht dazu betrug, dass ich mir fast in die Hosen machte.

 

Dass an beiden Seiten des Holzstegs lediglich kleine Boote festgemacht waren, bemerkte ich wohl, dennoch konnte mir diese Tatsache nicht die Erwartung auf die rettende Toilettenlösung an Bord des Segelschiffes nehmen. Meine Lage war zu düster, als dass ich mir jene verlockende Aussicht bereits im Vorhinein selbst zerstören wollte. Denn auch wenn es nur ein winzigkleiner Hoffnungsfunken war: Ich musste mich daran festklammern. Was blieb mir sonst übrig? Eine andere Lösung war unglücklicherweise nicht in Sicht.

 

Stolz präsentierte mir Bjarne sein Segelboot, das unter den kleinformatigen Wasserfahrzeugen, welche an der Anlegestelle festgemacht hatten, zu den deutlich einfacheren Exemplaren gehörte. Ich muss wohl sehr enttäuscht geschaut haben, was sich jedoch eindeutig auf mein dringliches Problem bezog, nicht etwa auf die geringe Größe seines Bootes. Jegliche Art von Statusdenken ist mir fremd, was er allerdings nicht wissen konnte. So wertete Bjarne meinen Blick vollkommen anders, als er gemeint war.

»Es ist halt nur eine Jolle, keine edle Luxusjacht, sondern eher ein Sportgerät«, begann er sich zu rechtfertigen, was ich mit einer einzigen Geste fortwischte.

»Hey, das ganze Protzgehabe braucht eh’ niemand.« Er verstand, dennoch setzte er zu seiner Verteidigung nach: »Mir reicht sie völlig aus und auch für zwei passt sie prima. Ich verspreche dir, dass wir gleich mordsmäßigen Spaß auf dem Wasser haben werden.« Dass ich bei seinen Worten unruhig von einem Fuß auf den anderen trat, nahm er genauso wenig wahr, wie mein kaum sichtbares Einknicken in den Knien, sobald mich wieder einmal eine schwer aushaltbare Welle des Drucks überrollte.

 

Während er bereits mit einem ausladenden Schritt an Bord ging, nutzte ich den unbeobachteten Moment, um mir beide Hände in den Schoß zu pressen. Ich drückte so fest zu, wie ich konnte, was für die Dauer eines Atemzugs tatsächlich Linderung brachte. Diese hielt jedoch nicht lange an, denn Bjarne streckte mir schon seine rechte Hand entgegen, um mir beim Hinüberklettern auf die kleine Jolle behilflich zu sein.

Dass ich für den erforderlichen, großen Schritt die Beine auseinandernehmen sollte, verlangte alles von mir ab. Und wie erwartet gelang es nicht ohne einen feuchten Zwischenfall, in dem mir ein unkontrollierter Spritzer heißen Urins in den Slip schoss. Oh nein, jetzt läuft schon etwas, nun ist es passiert, dachte ich erschrocken, nachdem ich den Übergang auf das Boot hinter mich gebracht hatte. Aber gleich, versuchte ich mich zu beruhigen, kannst du hier sicher pinkeln gehen und vielleicht gibt es sogar eine Lösung für das große Geschäft an Bord. Segler müssen sich schließlich auch erleichtern, selbst auf kleinen Schiffen.

Ich war nicht mehr in der Lage, still zu stehen und freute mich über die Gelegenheit, mich endlich setzen zu können.

 

Wir waren bereits ein paar Minuten unterwegs und näherten uns unter vollen Segeln der offenen See, als ich meiner frischen Liebe die Frage stellte, die so bedeutend und akut wichtig für mich war:

»Sag, kann ich hier irgendwo zum Klo?« Bjarne drehte das Gesicht zu mir und schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen fragend an.

»Wie, zum Klo? Du meinst, hier auf der Jolle?« Ich nickte und da ich mir nicht sicher war, ob er es gesehen hatte, rief ihm über den Wind hinweg ein bestätigendes Ja entgegen. Als der hochgewachsene Blondschopf daraufhin den Kopf schüttelte, versetzte mir die herbe Entmutigung einen spürbaren Stich, den ich förmlich in meinem Unterleib spürte.

»Guck dich doch mal um, wo sollte das denn untergebracht sein? Nein Franzi, damit kann ich leider nicht dienen.« Nach dieser hinreichenden Auskunft wandte er sich wieder dem Steuerruder zu. Und nun?, stellte ich mir die Frage, auf die ich keine Antwort wusste. In mir brodelte und rumorte es schrecklich – ich war kaum noch in der Lage, es einzuhalten, und hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie ich dieser entsetzlichen Notlage entkommen könnte.

 

Da das Hinaussegeln aus der beschaulichen Bucht Bjarnes Konzentration komplett in Anspruch genommen hatte, wandte er sich nun, einen Augenblick später, erneut zu mir um:

»Wieso hast du eigentlich nach einer Toilette gefragt? Nur so, aus Interesse?« In diesem Moment sah er mich mit überkreuzten Beinen, in krampfhaft vorgebeugter Haltung vor sich sitzen, was seine Frage umgehend beantwortete.

»Oha, du musst ja ziemlich dringend«, sprach er das Offensichtliche aus und präsentierte sogleich eine Lösungsmaßnahme, die er hin und wieder für sich selbst in Anspruch nahm.

»Du kannst über den Rand pinkeln. So macht man es auf Schiffen, die kein WC an Bord haben.« Mein verständnisloser Blick traf ihn, begleitet von einem angestrengten Stöhnen, was er aufgrund des Windes jedoch nicht hören konnte. Mein neuerliches Zusammenkneifen der Beine entging ihm wiederum nicht. Zum wiederholten Male war ein Druck in meiner Blase aufgebrandet, der höllischer nicht hätte sein können. Es wird nicht mehr lange dauern, bis ich mir in die Hosen mache, wusste ich die Situation richtig einzuschätzen und realisierte zur gleichen Zeit, dass ich in jenem Fall nicht dafür garantieren könnte, ob nicht auch etwas Großes hinausrutschen würde.

Es wäre die ultimative Katastrophe, so viel ist sicher, und die größte Bloßstellung meines Lebens, ausgerechnet vor Bjarne, dachte ich gerade noch, als sich von ganz allein ein ergiebiger Schwall des Blaseninhalts löste und geradewegs in meinen Slip rauschte. Der bereits feuchte Mittelsteg des Höschens sog die warme Flüssigkeit auf, so dass sich die Nässe beinahe bis zum Po hinauf ausbreitete.

 

»Okay, ich versuche es …«, stimmte ich todesmutig und mit einem Anflug von Panik zu. Meine Stimme zitterte, als ich Bjarne meinen Entschluss mitteilte. Was blieb mir ansonsten für eine Wahl? Entweder blamierte ich mich, indem ich mit nacktem Hintern über dem Rand der Segeljolle hing und verzweifelt ins Ostseewasser machte oder ich würde sehr bald mit sichtbar eingepinkelten und womöglich vollgeka**ten Hosen vor ihm stehen. Dann doch lieber den blanken Po zeigen, dann bleiben wenigstens die Klamotten sauber, hatte ich meine Entscheidung soeben getroffen, als ich auch schon hastig den Knopf und Reißverschluss der Jeans öffnete.

Dass eine Lösung gefunden und diese dermaßen kurz bevorstand, animierte meinen Körper unglücklicherweise dazu, den Druck ohne jede Verzögerung auf die Spitze zu treiben und die Schleusen bereits zu öffnen, bevor der passende Zeitpunkt erreicht war.

 

Mit eisern zusammengedrängten Oberschenkeln, hatte ich die Hose schon geöffnet und wollte sie mir soeben samt Slip herunterziehen, um meinen Allerwertesten kurzerhand über den Rand des Bootes zu schieben, als es plötzlich kein Halten mehr gab. Von einer Sekunde zur anderen verlor ich jede Kontrolle über den Schließmuskel der Blase und meines Anus’, so dass ich trotz des fortwährend beharrlichen Zukneifens fühlte, wie sich der heiße, kräftige Strahl seinen Weg in mein Höschen bahnte. Tränen der Scham schossen mir in die Augen; meine Wangen färbten sich feuerrot. Gleichzeitig verspürte ich eine schrecklich-schöne Erleichterung, die sich zu meinem Entsetzen auch auf den Po ausdehnte. Denn durch die Entspannung im vorderen Bereich hatte ich unwillkürlich auch hinten locker gelassen, was zur Folge hatte, dass nun auch der Inhalt meines Darms komplett hinausdrängte.

Es war nicht aufzuhalten, egal was ich versuchte. Kein Zudrücken oder Anspannen half mehr – ich war dem Lauf der Natur machtlos ausgeliefert und verharrte wie versteinert in der halb aufgerichteten Position. Nie zuvor im Leben hatte ich mich so furchtbar geschämt. Ich wollte mich verkriechen und niemals wieder aus meinem Versteck hervorkommen. Da mir dies jedoch nicht möglich war, blieb ich hilflos weinend und mit fortwährend nasser werdenden Hosen auf der Jolle meines Freundes hocken, während dieser betroffen zu mir herüberschaute. Wahrscheinlich hatte auch er eine solche Situation noch nie erlebt.

 

Noch immer strömte der Urin unkontrolliert und in großer Menge aus meiner Blase. Sowohl der Slip als auch die eng sitzende Jeans waren in kürzester Zeit durchtränkt. Ich traute mich nicht, hinzusehen. Längst lief es aus meinen Hosenbeinen hinaus und benetzte großzügig das Holz des Schiffbodens zu meinen Füßen. Der charakteristische Pipiduft vermischte sich mit dem typisch-strengen Geruch meines großen Geschäfts, das unaufhaltsam aus meinem Po hervorquoll. Es schaffte sich Raum in meinem Höschen, quetschte sich warm zwischen meinen Pobacken hervor und schob sich Stück für Stück nach unten in Richtung Vagina. Gottlob wehte eine frische Brise, die das meiste davon vertrieb.

 

Nicht lange und musste mich schweren Herzens zurück in meine sitzende Haltung begeben und meine Hose resigniert wieder schließen. Ich heulte so sehr, dass ich zu schluchzen begann und meine Schultern haltlos bebten. Nicht nur, dass ich es nicht hatte verhindern können, dass sich zu dem vielen Urin ein riesiger Haufen in meinem nassgepinkelten Slip ausgebreitet hatte, sondern ich sorgte mit diesem peinlichen Vorfall dafür, dass sich unser wertvolles, zweites Treffen zu einem wahren Fiasko entwickelte.

Ich könnte Bjarne noch nicht einmal böse sein, wenn er mich deshalb fortschicken würde und keine Lust darauf hätte, mich jemals wiederzusehen, lauteten meine trübsinnigen Gedanken in jenem Augenblick, als ich wie aus dem Nichts seinen Arm fühlte, der sich sanft um meine Schultern legte. Er zog mich ohne Umstände seitlich an sich heran und lehnte seinen Kopf gegen meinen.

»Es tut mir so leid«, entschuldigte ich mich hierbei kleinlaut unter Tränen. Eine Aussage, die jedoch sofort von Bjarne relativiert wurde. Äußerst gentlemanlike nahm er alle Schuld auf sich:

»Nein Franziska Süße, ich muss mich entschuldigen. Es war dumm von mir, gleich mit dir zum Boot zu fahren. Nach der langen Autofahrt war doch klar, dass du erst einmal zum Klo musst, aber ich habe nur dich und das tolle Segelwetter gesehen. Verzeihst du mir?«

Ich glaubte kaum, meinen Ohren zu trauen. Bat er gerade mich um Verzeihung? Er, der in meinen Augen nichts falsch gemacht hatte? Meiner Meinung nach war ich diejenige, die nur um einen Klo-Abstecher in seine Wohnung hätte bitten müssen. Ich war einfach ein dummes, schüchternes Huhn gewesen, das genau genommen selbst Schuld hatte und es in jenem bizarren Moment nicht fassen konnte, welch großes Glück sie mit diesem wundervollen Mann, der einer von vielen auf der Dating-Plattform war, gehabt hatte. Dann soll es ganz sicher so sein, dachte ich, wischte mir über die tränennassen Augen und nahm hocherfreut Bjarnes Vorschlag an, dessen Wortlaut er mir zärtlich, von Küssen begleitet, in mein Ohr raunte:

»Nun gucken wir, dass wir schnellstmöglich wieder an Land kommen, damit ich dir bei mir zuhause eine schöne, heiße Badewanne einlassen und uns etwas besonders Leckeres zum Abendessen kochen kann.«

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