Das Geständnis (Kurzgeschichte)

Das Geständnis

Rebecca Valentin

Feierabend im Architekturbüro. Oliver muss pinkeln wie noch nie, kann es im Auto auf der Heimfahrt kaum noch halten. Zuhause stürmt er das WC – seine Freundin schaut zu und verrät ihm danach ein pikantes Geheimnis.

Story

Das Geständnis

Rebecca Valentin

 

Ein arbeitsreicher Tag lag hinter ihm. Besprechungen, ungeliebte Meetings und jede Menge Verwaltungsaufgaben hatten auch heute wieder den Alltag in Olivers Architekturbüro bestimmt. Nun jedoch stand der wohlverdiente Feierabend bevor.
Bereits als er seine Sachen zusammenpackte, spürte er einen beachtlichen Druck auf seiner Blase, doch hier im Bürogebäude noch zur Toilette zu gehen, hatte er wenig Lust. Er wollte schnellstmöglich nach Hause, freute sich auf einen gemütlichen Abend mit seiner Freundin. Zuversichtlich, mit dem Pinkeln bequem bis zum Erreichen seiner Wohnung warten zu können, stieg er in sein Auto.

 

Dass seine kühne Überlegung, den Gang zum WC hinauszuzögern, ein Fehler gewesen war, wurde ihm nach den ersten Kilometern bewusst – das Drängen seiner übervollen Blase nahm kontinuierlich zu, wurde beinahe übermächtig. Kaum noch war er in der Lage, die gewaltige Flut in seinem Inneren zurückzuhalten. Sobald der Wagen an einer Ampel zum Stehen kam, spürte er die Wellen derart heftig, dass er die Zähne zusammenbiss und die Oberschenkel eng aneinanderdrängte. Kein anderer Gedanke hatte noch Platz; seine gesamte Konzentration galt seiner prallvollen Blase. Die linke Hand massierte durch die Hose hindurch den Penis; nur mit Mühe gelang es ihm, den Hintern auf dem Fahrersitz ruhig zu halten. Ich Idiot, wäre ich doch nur schiffen gegangen, bereute er seinen leichtsinnigen Verzicht in jeder roten Ampelphase zutiefst.

 

Beim Einparken in der Tiefgarage kämpfte er mit aller Kraft, die seine Muskeln aufzubringen in der Lage waren. Sein Unterleib vibrierte, der Schließmuskel zuckte ungeduldig.

Lieber Gott, mach, dass wenigstens der Aufzug unten ist!, betete Oliver, während er sich mit zusammengekniffenen Beinen aus dem Sportwagen schälte und zum Fahrstuhl eilte. Er hatte Glück, der Lift war da. Nachdem sich die Schiebetür hinter ihm geschlossen hatte, beugte er sich keuchend nach vorn, presste die Hand zwischen die Schenkel und massierte sich angestrengt das Geschlecht. Dies half für einen Moment, doch bald war der Druck wieder da. Niemals zuvor musste er derart nötig pinkeln.

An der Wohnung angekommen, fummelte er hektisch und leise stöhnend den Schlüssel ins Türschloss. Kurz darauf stolperte er in den Flur, warf die Tür hinter sich zu und stürzte ins Bad. Das lautstarke Knallen war bis in das Wohnzimmer hinein zu hören, in dem Nina, seine Lebensgefährtin, sich aufhielt. Sie wunderte sich über Olivers Hast, fragte sich, was ihn getrieben haben könnte.

 

Beim Betreten des Badezimmers fiel sein erster Blick auf die Toilette. Wie auf Knopfdruck verstärkte sich hierdurch das Drängen seiner Blase erheblich. Die Hand fest auf die Ausbeulung der Jeans gepresst, sein Glied angestrengt knetend, stürmte er auf die Porzellanschüssel zu. Er konnte es kaum noch halten, einleitende Tropfen bahnten sich den Weg durch die Harnröhre. Er fühlte sie kitzelnd an der Spitze seiner Eichel. Nur noch wenige Millimeter davon entfernt, sich unaufhaltsam in die Hose zu pinkeln, hoffte er inständig, das Schlimmste verhindern zu können.

Der Knopf öffnete sich leicht, doch der Reißverschluss bereitete Probleme. Er schien zu klemmen. Oh nein, fluchte er in Gedanken, nicht das auch noch! Wie von Sinnen zerrte er daran, doch er bewegte sich nicht. Gott, ich muss pissen, so verdammt pissen. Er wiederholte diesen Satz unentwegt, als könne die Darlegung seiner Notlage die Situation verbessern. Fahrig und von aufsteigender Panik begleitet, nestelte er an dem Zipper herum. Er stand vorn übergebeugt vor dem WC, hatte schwitzend die Beine überkreuzt, als dennoch ein erster, kurzer Schwall in seine Shorts zischte. Bitte nicht, bitte, bitte … Oliver hielt den Atem an.

Plötzlich jedoch, als hätte er nie gesperrt, ließ sich der Verschluss nach unten bewegen. Gott, ja! Nun bedurfte es nur noch eines einzigen Handgriffs, seinen nassen Penis herauszuziehen und über die Schüssel zu halten. Endlich durfte er pinkeln, endlich dem unermesslichen Druck nachgeben. Erleichtert stöhnte er auf, als der heiße Strahl laut plätschernd in das Toilettenbecken jagte. Die Augen geschlossen, stützte er sich mit der linken Hand an den Fliesen ab.

 

Das Krachen des hochgerissenen WC-Deckels an die gekachelte Wand hatte Nina ein zweites Mal aufhorchen lassen. Die Toilette also war der Grund für Olivers Eile gewesen, schlussfolgert sie richtig.

Leisen Schrittes war sie ihm ins Bad gefolgt und hatte ihn nervös am Reißverschluss seiner Jeans nestelnd vorgefunden. Hochkonzentriert, immer wieder in die Knie gehend, hatte er ihr Herannahen nicht wahrgenommen. Oh ja, der muss aber heftig, war es ihr in den Kopf geschossen, während sie ihn vor dem Klo stehen sah und nicht zu atmen gewagt hatte. Lust hatte ihren Unterkörper durchströmt, erste glitschige Feuchtigkeit den Weg in ihre Spalte gefunden. Erst als sie ihn befreit aufstöhnen hörte, und es zeitgleich hart in die Schüssel prasselte, konnte auch Nina die Luft aus ihren Lungen herauslassen. Gebannt und mit wachsender Erregung hatte sie ihm zugeschaut, wobei ihr der kleine dunkle Fleck aufgefallen war, der den Stoff seiner grauen Retroshorts zierte.

 

Nachdem die letzten, goldenen Tropfen seinen Körper verlassen hatten, bemerkte Oliver, dass er sich nicht allein im Raum befand. In gelöster Stimmung wandte er den Kopf und blickte über die Schulter hinweg zu seiner Freundin, die lächelnd im Türrahmen lehnte.

„Stehst du schon lange dort?“

„Lange genug …“ Er lachte amüsiert auf:

„Sag jetzt bloß nicht, ich hätte mich hinsetzen sollen!“ Sie erwiderte sein freundliches Lachen.

„Nein, Quatsch. Dazu hättest du wohl kaum Zeit gehabt.“ Ihre Züge veränderten sich, als sie anfügte:

„Es war unheimlich dringend, oder?“

„Allerdings. Ich dachte, mir platzt die Blase.“ Gemächlich schloss er seine Hose und drückte den Knopf für die Toilettenspülung.

 

Während er sich die Hände wusch, trat Nina zu ihm und schmiegte sich an seinen Rücken. Was sie nun beabsichtigte, ihrem Freund zu offenbaren, würde ihr leichter über die Lippen kommen, wenn sie ihm nicht in die Augen sehen müsste. Die Wange an sein T-Shirt geschmiegt, sprach sie in den weichen Baumwollstoff hinein:

„Du Olli, ich muss dir etwas gestehen.“ Verwundert stellte er den Wasserhahn aus. Ein Geständnis? Unwillkürlich begann er zu überlegen, worum es sich hierbei handeln könnte. Im schlimmsten Fall würde er die Beichte eines Seitensprungs oder, was noch verletzender wäre, einer längerdauernden Affäre zu hören bekommen. Ein unangenehmes Gefühl machte sich in ihm breit. Er hob den Kopf.

„Was ist los, Nina? Hat es mit uns zu tun?“ Aufgewühlt suchte er den Blickkontakt mit ihr im Spiegel, fand ihn jedoch nicht.

„In erster Linie mit mir …“, setzte sie zögernd an, „ob mit uns, wird sich zeigen.“ Irritiert drehte Oliver sich um, trocknete sich flüchtig die Hände und zwang seine Partnerin, den Zeigefinger unter ihr Kinn gelegt, ihn anzusehen.

„Was soll das heißen?“ Verlegen schaute sie ihm in die Augen.

„Weißt du, dich zu erleben, wie du grad’ so dringend pinkeln musstest, war … Nun, es hat mich … Wie soll ich sagen?“

„Ja?“ Er blickte seiner Freundin abwartend ins Gesicht – gespannt und gleichzeitig erleichtert darüber, dass es sich nicht um die Beichte eines außerhäusigen Abenteuers zu handeln schien. Mit leiser Stimme fuhr sie fort:

„Es hat mich irre scharf gemacht. Wie du gekämpft hast, deine Bewegungen, deine Verzweiflung, dieses raue Stöhnen, als es dann endlich lief …“

Das hat dich angeturnt? Im Ernst?“ Nina nickte zaghaft.

„Total! Und dass ich es geil finde, mitzubekommen, wenn ein anderer es vor Druck kaum noch aushalten kann, weiß ich schon lange. Aber speziell dich zu beobachten, war besonders aufregend.“ Erstaunt legte Oliver die Hände auf ihre schmalen Schultern, schob die Fingerspitzen ein Stück weit in den Kragen ihres T-Shirts hinein. Wärme füllte sein Innerstes, das Geständnis seiner hübschen Freundin berührte ihn tief. Er streichelte die zarte Haut ihres Nackens, sah ihr lächelnd in die Augen. Nina entspannte spürbar, sein Lächeln nahm ihr die Verunsicherung.

„Das hätte ich niemals für möglich gehalten.“

„Und doch ist es wahr.“

„Und es macht dich wirklich an, dass jemand dringend pissen muss?“

„Ja, und am stärksten, wenn du es bist, wie ich heute gemerkt habe. Ich hoffe, du hältst mich nicht für komplett verrückt.“ Sie grinste vorsichtig. Oliver schüttelte den Kopf, zog sie näher zu sich und legte seine Lippen auf ihre. Sein zärtlicher Kuss wischte die letzten Zweifel beiseite. Inmitten dessen schob sich Ninas Hand zu seinem Schritt vor, öffnete geschickt Knopf und Reißverschluss der Jeans. Wieder sperrte er zu Anfang, dann jedoch glitt er leicht herunter. Ihr Kuss wurde inniger, nahm an Leidenschaft zu. Parallel dazu fanden ihre Fingerspitzen den Weg in seine Shorts, strichen sanft über Schaft und Eichel seines Penis’ hinweg. Sofort begann er sich aufzurichten, wurde härter und größer.

Oliver tat es ihr gleich, ließ seine Hand auch in ihre Hose schlüpfen. Was er in ihrem Slip fühlte, überzeugte ihn restlos. So nass ist sie und so geil, fuhr es dem jungen Architekten in den Kopf, nur davon, dass ich es kaum noch anhalten konnte. Erregt schaute er in das erhitzte Gesicht seiner Partnerin und freute sich auf den erotischen Spaß, den diese neue Variante ihres Liebeslebens in Zukunft für sie bereithalten würde.

VG Wort

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen über „Das Geständnis“

Erscheinungsdatum 24.11.2007
Autor Rebecca Valentin
Verlag Edition Aurum
Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
Verfügbar als E-Book für Kindle, E-Book für Tolino, Taschenbuch, Webseite (online)

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