Die Bootstour (Kurzgeschichte)

Die Bootstour

Rebecca Valentin

Die WCs im Unterdeck sind fest verschlossen, doch der Blasendruck der Passagiere steigt unaufhaltsam. Christine hält es nicht mehr aus, wird vor Verzweiflung fast wahnsinnig. Zum Glück ist sie in ihrer Not nicht allein …

Story

Die Bootstour

Rebecca Valentin

 

Es war eine Bootsfahrt, die ich in dieser Weise wohl nie wieder erleben werde. Und ganz sicher werde ich sie niemals mehr vergessen.

Ich hatte sie allein angetreten, da eine Freundin aufgrund ihrer Migräne in der letzten Minute absagen musste. Für mich als Frau ein befremdliches Gefühl, doch schnell hatte ich gemerkt, dass ich mir keineswegs einsam vorzukommen brauchte, da sich außer mir noch mindestens zwanzig weitere Menschen auf dem Schiff befanden, von denen längst nicht alle mit einer Begleitung an Bord gegangen waren.

Es war eine Ausflugsfahrt hinaus auf die Ostsee. Die Stimmung an Deck war hervorragend, viele sonnten sich, manche aßen eine Kleinigkeit. Die meisten Passagiere jedoch hielten ein Getränk in ihrer Hand, da es an diesem Tag recht warm war.

 

Ich stand an die Reling gelehnt, ließ mir die kräftige Seebrise um die Nase wehen und betrachtete zwei Männer auf der anderen Seite des Außendecks. Ihr Alter lag geschätzt bei Anfang vierzig und sie schienen miteinander befreundet zu sein. Sie unterhielten sich angeregt; ab und zu lachte einer von ihnen auf. Der größere der beiden weckte mein Interesse besonders. Er war dunkelhaarig mit ersten grauen Ansätzen, die seine Schläfen zierten. Zudem war er schlank und dennoch breitschultrig – so wie ich es mochte. Seine Zähne blitzten beim Lachen weiß zwischen den Lippen hervor. Überhaupt hatte sein Gelächter etwas derart ansteckendes, dass ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, wenn ich ihm dabei zusah.

Ich hatte nicht mitgezählt, aber er trank mindestens sein drittes Mineralwasser. Bei mir war es nicht anders, auch ich verspürte in der Mittagssonne einen erheblichen Durst.

 

Da, er schaut zu mir herüber, bemerkte ich aufgeregt. Ob er mich ebenso attraktiv findet, wie ich ihn? Um nicht auffällig an mir herunterblicken zu müssen, überlegte ich, was ich mir am Morgen aus dem Kleiderschrank genommen und ohne darüber nachzudenken, welch besonderem Menschen ich an diesem Tag begegnen könnte, angezogen hatte. Es war ein kurzer, weißer Rock, erinnerte ich mich und ein dunkelblaues Sonnentop, das tailliert und eng geschnitten war. An den Füßen trug ich helle Leinenturnschuhe und meine blonden Haare waren zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden. Zufrieden freute ich mich, unbeabsichtigt die richtige Wahl getroffen zu haben, da ich wusste, dass meine langen, sonnengebräunten Beine in dem knappen Rock hervorragend zur Geltung kamen.

 

Langsam aber beharrlich meldeten sich die Getränke in meiner Blase und gaben mir unmissverständlich zu verstehen, dass sie wieder herausgelassen werden wollten. Da ich meinen fabelhaften Beobachtungspunkt jedoch auf keinen Fall verlassen mochte, beschloss ich, mit dem Gang zur Toilette zu warten.

Den Herren gegenüber schien es ähnlich zu ergehen. Speziell der von mir Favorisierte trat seit einiger Zeit von einem Bein auf das andere. Immer wieder verlagerte er sein Gewicht und schob sich wiederholt die rechte Hand in die Hosentasche. Wenn er wirklich pinkeln musste, fragte ich mich irritiert, warum ging er dann nicht zum Klo? Passend dazu spürte auch ich den Druck stärker werden – vergleichbar mit einer Welle brandete er wiederkehrend in meiner Blase auf. Dies zu fühlen ließ mich umdenken. Nur mal eben zum WC, das geht schnell, beruhigte ich mich, sicher sind die beiden noch dort, wenn ich zurückkomme.

 

Zügig machte ich mich auf den Weg und stieg eilig die Treppe hinunter ins Unterdeck. Hier befanden sich laut Beschilderung die Toiletten, wie mir beim Betreten des Schiffes aufgefallen war. Und richtig, geradeaus konnte ich sie ausmachen: links die Tür mit dem Symbol der Herren, rechts daneben der Eingang der Damen.

Vorfreudig drückte ich die Klinke des Damenklos herunter, doch nichts tat sich. Konnte es sein, dass sie verschlossen war? Oder defekt? Und wenn ja, weshalb hatte die Besatzung keinen Hinweis darauf angebracht?

So ein Mist, fluchte ich besorgt. Mittlerweile war es überaus dringend geworden. Zudem intensivierte sich mein Druck durch das Wissen, vor dem WC zu stehen und doch keine Möglichkeit zum Pinkeln zu haben, um ein vielfaches. Was sollte ich tun? Da ich mich unbeobachtet wähnte, presste ich mir die Hand zur Entlastung zwischen die Beine.

 

Dass mich in dieser Haltung niemand sehen würde, erwies sich als Trugschluss. Kaum dass ich dort stand, mit überkreuzten Schenkeln, die Finger fest auf mein Höschen gedrückt, schreckte mich plötzlich eine Stimme auf:

„Die Türen sind abgeschlossen. Leider. Das musste ich auch schon feststellen.“ Überrascht wandte ich mich um. Es war der große Gutaussehende, der mich angesprochen hatte. Ausgerechnet er trifft mich in dieser Pose an, dachte ich beschämt, als ich in seine hellen Augen schaute und glaubte, mich in ihnen verlieren zu können. Was zu jedem anderen Zeitpunkt geschehen wäre, zu diesem allerdings war ich zu stark mit meiner Notlage beschäftigt, in der ich mich unglücklicherweise befand.

Ruhig stehenzubleiben, fiel mir schwer, so tänzelte ich, als ich ihm antwortete, auf den Zehenspitzen hin und her.

„Ja, schrecklich. Und ich muss so sehr.“ Sein verständnisvoller Blick traf mich. Beide Hände in den Taschen seiner Jeans vergraben, gab er zu:

„So geht es mir auch. Vor einer halben Stunde versuchte ich es zum ersten Mal, da waren die Toiletten auch schon zu.“

Aha, dies war also der Grund für seine Nervosität an Deck.

„Aber was können wir machen?“, fragte ich ihn, wobei meine Stimme verzweifelter klang als beabsichtigt. Er zuckte mit den Schultern.

„Abwarten, schätze ich. Wahrscheinlich schließen sie sie gleich wieder auf. Vielleicht führen sie Reparaturen aus oder Reinigungsarbeiten …“

 

Seufzend zog ich die Hand aus meinem Schoß zurück und lehnte mich an den Tisch, der hinter uns stand. In diesem Moment herrschte Ruhe in meinem Unterbauch; das Drängen war erträglicher geworden. Er kam zu mir, lehnte sich ebenfalls mit dem Po an die Tischkante und stellte sich mir als Magnus vor.

Wir begannen ein interessantes Gespräch, in dessen Verlauf wir jedoch zunehmend unruhiger wurden. Zu Beginn versuchte Magnus, es mit Gelassenheit zu überspielen, dass er sich aber immer wieder nach vorn beugte, und dabei seine Oberschenkel eng zusammenhielt, verriet mir, dass sein Druck nur noch schwer aushaltbar sein musste. Es erstaunte mich nicht, mir ging es ja nicht anders. Auch ich konnte es kaum noch zurückhalten.

„Magnus?“, flüsterte ich.

„Ja?“ Er sah mich ruhelos an, seine Schrittbeule innerhalb der Hosentaschen fest knetend.

„Ich mache mich nass, wenn nicht bald jemand kommt!“ Nickend schaute er zu Boden.

„Geht mir genauso, Christine.“ Er keuchte vor Anstrengung, die Menge seines Urins in sich zu behalten.

 

Die Hand erneut vor meinen Slip gepresst, jammerte ich nach weiteren Minuten verzagt:

„Oh nein, gleich passiert es!“ Ich wusste nicht, wohin mit mir, war vollkommen verzweifelt. Magnus’ helle Augen blickten geradewegs in mein Herz, als er sich mir offenbarte:

„Bei mir doch auch, Christine. Ich muss so wahnsinnig nötig pinkeln, so heftig war es noch nie in meinem Leben.“ Leise stöhnend griff er sich nun von außen in den Schritt seiner Jeans. Hierbei krümmte er sich wieder nach vorn. Ich sah ihm zu und auch meine Blase forderte unverhandelbar die sofortige Leerung. Ich stöhnte ebenfalls und ging neben ihm in die Hocke.

„Was tust du …“, fragte er mich flüsternd, „lässt du es laufen?“ Keine schlechte Idee, wie ich fand, doch meine gute Erziehung verbot mir, schamlos auf den Fußboden eines Ausflugsdampfers zu pinkeln.

„Nein, so ist es erträglicher“, erklärte ich, woraufhin mein Leidensgefährte nickte und sich hilflos umschaute.

„Hier steht aber auch nichts herum, wo man mal eben hinein…“

„Leider nicht“, fiel ich ihm ins Wort, und erhob mich wieder. Das Aufstehen wurde von meiner Harnblase als Aufforderung verstanden, sich eindringlich zu melden.

„Oh weh, ich kann nicht mehr, ich schaff’s nicht mehr lange, Magnus!“ Er stöhnte auf und presste sich wiederholt die Faust in den Schritt.

„Ich auch nicht. Es fühlt sich an, als würde mir die Blase platzen.“ Zeit, über seine Aussage nachzudenken, blieb mir nicht, denn kaum, dass sie verklungen war, suchte sich ein kurzer, heißer Strahl den Weg in mein Höschen. So sehr ich mich dagegen wehrte und so sehr ich versuchte, meinen Schließmuskel weiterhin geschlossen zu halten, so machtlos war ich, als ich spürte, wie es plötzlich warm und nass in meinem Slip wurde.

„Oh nein, jetzt läuft’s von allein. Ich kann nichts dagegen tun!“, wimmerte ich und blickte mit aufsteigender Panik zuerst an mir herunter und sofort darauf in Magnus’ Gesicht.

 

Dieser war jedoch in größter Desperation mit sich selbst beschäftigt und bearbeitete ununterbrochen seinen Penis durch die Jeans hindurch.

Kurz gelang es mir, den Strom wieder aufzuhalten, doch als ich mich bewegte, bemerkte ich, dass meine Blase ihre Entleerung unter allen Umständen fortsetzen wollte und einen weiteren Schwall hinterher schickte. Ein zugegebenermaßen wundervolles Gefühl – eine kleine Erleichterung und wohlige Entspannung auf Zeit.

„Mein Gott, es kommt noch mehr!“, sprach ich ihn aufgeschreckt an. Magnus schaute zu mir und blickte geradewegs in meinen Schritt, in den ich beide Hände gepresst hielt. Er sah das gelbe Rinnsal, das an den Innenseiten meiner Oberschenkel hinablief. Dieser Anblick kostete ihn den Rest seiner Selbstdisziplin. Als er wahrnahm, dass sein Körper sich ebenso anschickte, zu kapitulieren, gewannen sein Stolz und der Wille, auf gar keinen Fall in die Hose pinkeln zu wollen, die Oberhand.

 

Obendrein verspürte er eine gehörige Portion Wut, wie es ausschaute, denn nur eine Sekunde später stürzte er nach vorn an die Toilettentür und öffnete kurzerhand den Reißverschluss seiner Jeans. Er griff mit dem Daumen der linken Hand hinein und zog den Bund seines Sportslips hinunter. Mit der Rechten zerrte er, vor Anstrengung keuchend, das Pinkeln noch immer unterdrücken zu müssen, seinen Schwanz heraus. Ein durchaus ansehnliches Exemplar, wie ich trotz meiner Notlage von der Seite bemerkte.

Er hatte ihn noch nicht ganz hervorgeholt, als es auch schon kraftvoll aus ihm herausschoss. Vor Erleichterung laut aufstöhnend pisste er trotzig und mit heißem, gelben Strahl direkt an die verschlossene Tür des Herren-WCs.

Mit zappelnden Beinen sah ich zu ihm herüber. Ich hörte den Urin hart gegen die Holztür prasseln, vernahm Magnus’ befreiendes Aufatmen. Nach wie vor um Beherrschung kämpfend und darauf hoffend, dass mir jemand die Tür des Damenklos aufschließen würde, zog ich mir den nassen Mittelsteg des Höschens in meine Vagina hinein. Dass diese Hoffnung wohl vergeblich war, hatte Magnus mir anschaulich bewiesen und ich stellte in höchster Not fest, dass auch ich es nicht länger würde zurückhalten können.

 

Entspannt lächelnd kehrte er zu mir zurück.

„Jetzt bist du an der Reihe. Was machen wir mit dir?“ Ich weinte fast – die Tränen standen mir in den Augen, als ich resigniert mit den Schultern zuckte. Vorn übergebeugt stehend hielt ich mich mit beiden Händen unter dem Rock zu, so gut ich konnte.

„Ist dein Slip nicht ohnehin schon nass?“ Seine Stimme klang herrlich beruhigend. Ich nickte.

„Dann lass doch einfach los, Christine. Das wird man hinterher eh nicht sehen.“ Seine Nähe tat mir gut. Sie gab mir den Schutz und den Mut, den ich brauchte. So stellte ich meine Beine auseinander und spürte, dass es in genau dieser Sekunde begann, hemmungslos aus meiner Harnröhre zu strömen. Ohne dass ich etwas dazu beitrug, lief und lief es. Zuerst saugte sich das Höschen voll, dann aber nahm der Stoff keine weitere Flüssigkeit mehr auf und es zischte in einem satten Strahl aus meinem Slip auf den Boden unter meinen Füßen. Ich lachte vor Genuss und unendlicher Erlösung in mich hinein. Mittendrin fühlte ich Magnus‘ Arm, der sich um meine Taille geschlungen hatte, und sich dort traumhaft schön anfühlte.

 

Zurück an Deck fanden wir seinen Kumpel schlafend in einem der Liegestühle vor. Wir schüttelten amüsiert den Kopf, ließen ihn jedoch in Ruhe und suchten uns einen windgeschützten Platz in der Sonne. An diesem spreizte ich dezent die Beine, in der Hoffnung, die Sonnenstrahlen würden für ein schnelles Trocknen meiner Unterwäsche sorgen. Wir setzten außerdem unser bereits begonnenes Gespräch fort, erzählten uns viel voneinander und stellten fest, dass wir einen ähnlichen Humor besaßen, was eine wunderbare Basis für etwas Längerfristiges bedeuten konnte.

Während der gesamten Zeit unterhielten wir uns derart blendend, dass Magnus, als der Hafen in Sicht kam, mich fragte, ob ich Lust hätte, am folgenden Abend mit ihm zum Essen auszugehen. Er würde mich gern wiedersehen und fügte zwinkernd an, dass ein solches Erlebnis doch eng zusammenschweiße, und ich mich aus diesem Grund kaum gegen unser Glück würde wehren können. Das fand ich auch und mit freudig klopfendem Herzen sagte ich ihm zu.

 

Kurz bevor die Passagiere von Bord gelassen wurden, knackte es hörbar in den Lautsprechern und der Kapitän meldete sich zu Wort. Er drückte sein Bedauern aus und entschuldigte sich dafür, dass die Besatzung übersehen habe, vor Ablegen des Schiffes die Toiletten aufzuschließen. Fortuna sei Dank!

VG Wort

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen über „Die Bootstour“

Erscheinungsdatum 02.07.2008
Autor Rebecca Valentin
Verlag Edition Aurum
Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
Verfügbar als E-Book für Kindle, E-Book für Tolino, Taschenbuch, Webseite (online)

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