Die lokale Berühmtheit – Heftiger Pinkeldrang auf der Feier (Kurzgeschichte)

Die lokale Berühmtheit
Heftiger Pinkeldrang auf der Feier

Von Magenta König

Kurzgeschichte, erschienen am 04.06.2020

»Kommst du nun endlich? Herrje, Konstantin, warum nur muss alle Welt immer auf dich warten?« Das war übertrieben; in den meisten Fällen war er die Pünktlichkeit in Person. Außerdem hasste er den genervten Ton seiner Ehefrau, den sie ausnahmslos dann anschlug, wenn sie über die Maßen angespannt war.

Er stürzte den Rest des grünen Tees hinunter, den sie ihm statt seines gewohnten Kaffees verordnet hatte. Er schmeckte grauenhaft. Dennoch hatte er offenbar beim Ankleiden fast die ganze Kanne geleert, die Alexa ihm hingestellt hatte, wie er erstaunt mit einem zweiten Blick feststellte. Nun ja, sie waren am heutigen Tag beide gestresst: Seine Frau, weil sie ohnehin ein wenig zurückhaltend war und große Auftritte generell verabscheute, er selbst, weil er nicht gern gelobt wurde und im Mittelpunkt stand. Er konnte souverän geschäftliche Verhandlungen führen, doch das Theater, das heute stattfinden sollte, lag ihm nicht. Aus seiner Sicht war sein Geburtstag, auch wenn es der Fünfzigste war, nur ein Tag wie jeder andere. Er hätte nichts dagegen gehabt, einfach für ein paar Tage mit der Familie in die kleine Hütte am See zu verschwinden. Stattdessen gab es einen großen Empfang mit der halben Stadt, Bürgermeister und Presse gleich eingeschlossen.

 

»Warum nochmal müssen wir da heute hin?«, fragte er seufzend seine Angetraute. Er schloss die Knöpfe der anthrazitfarbenen Weste, schlüpfte in sein Jackett und rückte die Manschettenknöpfe ein letztes Mal zurecht. Die blaue Krawatte passte perfekt zur Farbe von Alexas Etuikleid – das war allerdings ihr Verdienst, nicht seiner.

»Weil es erwartet wird, dass ein solcher Ehrentag gefeiert wird, besonders wenn er mit Eurem sechzigsten Firmenjubiläum zusammenfällt und du hier die lokale Berühmtheit bist.« Bei den letzten Worten hörte er den gutmütigen Spott deutlich heraus. Selbstverständlich wussten sie beide, dass er als einer der größten Arbeitgeber der Region über Einfluss verfügte, den er gar nicht wollte. Ihn interessierte nur, dass der Betrieb lief und ihm und seinen Angestellten ein vernünftiges Einkommen sicherte.

 

»Nun los, wir sind ohnehin spät dran. Ich muss da auch durch.« Seine Frau gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange, nur um sofort wieder über die Stelle auf seiner Haut zu reiben, falls ein wenig ihres Lippenstiftes abgefärbt hatte. Als Konstantin zur Sicherheit noch einmal in Richtung des Badezimmers strebte, hakte Alexa ihren Arm energisch unter seinen.

»Leo wartet bereits im Wagen. Er ist mächtig stolz, heute dein Auto fahren zu dürfen und den Chauffeur für seinen Paps zu spielen.« Konstantin gab sich geschlagen. Er spürte zwar seine Blase, und wollte gern vermeiden, dass ihn ein heftiger Pinkeldrang auf der Feier erwischte, doch bis zum Firmengelände, wo der Cateringservice seit geraumer Zeit sein Bestes gab, um alles edel und schick für die geplante Gartenparty herzurichten, würde er es schon aushalten.

 

Eine dreiviertel Stunde später verfluchte Konstantin sich bereits für diese unbedachte Entscheidung.

Nachdem er die Fahrkünste seines Juniors überlebt hatte, warteten schon die ersten Gäste, die gemeinsam mit ihm auf dem Parkplatz ausstiegen, um zu gratulieren und ihre Präsente zu überreichen. Geistesgegenwärtig dirigierte Alexa alle Schenkenden in Richtung des aufgebauten Geburtstagstisches im Eingangsbereich, so dass er nichts in die Hände gedrückt bekam, doch ihm selbst gelang es nur sehr schlecht, sich von den wohlmeinenden Gratulanten loszueisen, von denen immer mehr seine Ankunft bemerkt hatten. Ihn beschlich das Gefühl, die ganze Stadt tummelte sich auf dem Gelände. Wenn er Recht bedachte, dass neben seinen Angestellten mit ihren Familien auch Geschäftsfreunde, der Lions Club, der Stadtrat und die Mitglieder ihrer Sportvereine eine Einladung erhalten hatten, lag er mit dieser Einschätzung gar nicht so falsch.

Immer wieder bedankte er sich für die guten Wünsche; das Lächeln fühlte sich in seinem Gesicht wie festgeklebt an. Der Druck in seinem Unterleib stieg langsam, aber dennoch deutlich spürbar an und Konstantin konnte sich nicht erinnern, wann er eigentlich das letzte Mal eine Toilette aufgesucht hatte. Viel besser erinnerte er sich hingegen an jeden einzelnen Schluck Kaffee, Mineralwasser oder auch grünen Tee des Tages, der nun gegen den Schließmuskel drückte und Auslass begehrte.

 

»Bitte entschuldigen Sie, aber ich glaube, wir werden nun wirklich erwartet!« Seine Stimme klang nicht so beherrscht wie sonst, als er sich abrupt abwandte und dem Foyer zustrebte. Die Bewegung tat ihm gut, doch noch bevor er die Gelegenheit hatte, die rettenden Waschräume aufzusuchen, wurde er von der in seinem Betrieb für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Angestellten abgefangen. Heidi arbeitete nicht nur seit vielen Jahren für ihn, sie war auch die Patentante seiner Tochter. Verärgert zischte sie ihm hinter einem breiten Lächeln zu:

»Meine Güte, wo bleibst du denn? Ich weiß, dass du dieses Brimborium hasst, doch bevor gleich die Ansprachen losgehen, hast du noch zwei Interviewtermine. Du weißt genau, dass abgesprochen war, dass das Lokalradio berichten wird und die Tageszeitung ist auch da. Zum Glück steht wenigstens der Rest deiner Family für die Fotos parat.« Freundlich legte sie ihm die Hand auf den Rücken, schob dort allerdings mit Nachdruck in Richtung seines Büros.

 

Konstantin, der kein Aufsehen wollte, gab nach, konnte jedoch die Gänsehaut spüren, die über seinen Körper lief, als eine erneute Woge des Müssens über ihn hinweg rollte. Die Toilette war so nah gewesen, nun sah er sich hingegen gezwungen, Haltung zu bewahren und alle Muskeln anzuspannen, um sich nichts anmerken zu lassen. Wenn er doch nur die letzte Tasse Tee nicht getrunken hätte, die er zu seinem Leidwesen fast noch auf der Zunge schmecken konnte.

Hinter ihm klapperten Alexas hohe Absätze auf dem Marmorboden; er spürte, wie sie seine Hand ergriff. Gemeinsam betraten sie den weitläufigen Raum, in dem das Gespräch mit der Zeitung stattfinden sollte. Konstantin bemerkte zwar, wie gezwungen er bei der Begrüßung auf die anderen wirken musste, doch er hoffte, dass es niemandem auffiel oder eben auf die allgemeine Nervosität wegen des Ehrentages geschoben wurde. Er riss sich zusammen. So lange konnte dieser Termin nicht dauern.

Schnell setzte er sich an den Tisch, presste dabei für einige Sekunden die Oberschenkel fest gegeneinander. Seine Hand zuckte unwillkürlich Richtung Unterleib. So gern wollte er sich ein wenig Erleichterung verschaffen, indem er seinen Schwanz knetete. Hier war dies aber natürlich undenkbar. Konzentriert legte er seine Arme auf die Tischplatte und verschränkte die Finger miteinander.

»Können wir dann anfangen?«, fragte er bewusst forsch. Dies brachte ihm zwar Seitenblicke von Alexa und Heidi ein, doch mit jedem Augenblick, der verstrich, schlich sich mehr Verzweiflung in Konstantins Gedanken. Der Aufruhr in seinem Inneren quälte ihn furchtbar.

 

Die folgenden fünfzehn Minuten fühlten sich wie Stunden für ihn an. Noch nie zuvor hatte er erlebt, dass sich seine Blase in so kurzer Zeit so übermäßig füllen konnte. Es war, als ob er platzen müsste. Mehr als deutlich spürte er den Ledergürtel und den Stoff der schmal geschnittenen Anzughose auf seinen Unterleib drücken, der sich sichtbar zu wölben schien. Kein Kaffee der Welt hatte ihn jemals in eine solche Bedrängnis gebracht. Schweiß sammelte sich auf seiner Haut, sog sich am Rücken in den Baumwollstoff des weißen Shirts, das er unter dem Hemd trug.

Als er zufällig auf seine Hände sah, bemerkte er die hellen Abdrücke, so fest presste er sie ungewollt gegeneinander. Konstantin lockerte seine Finger, spürte auch hier den feuchten Film und versuchte, sie unbemerkt am Hosenbein zu trocknen.

Zum Glück waren die Fragen Routine, ein wenig Plauderei über die Firmengeschichte, die Übernahme des Betriebs von seinem Vater vor einigen Jahren, bevor dieser verstorben war. Ein bisschen Lobhudelei, dass er nach wie vor am Standort produzierte und mit Festangestellten und angemessenen Löhnen dennoch schwarze Zahlen schrieb.

 

Üblicherweise war Konstantin nicht so wortkarg und eine gute Presse war nie zu verachten, doch abgesehen davon, dass ihm dieses ganze Event nicht lag, fiel es ihm auch beständig schwerer, normal zu atmen. Hektisch schlug er ein Bein über das andere, wechselte dann jedoch erneut die Position. Der Drang, sich endlich zu entleeren, kam in Schüben. Schmerzhaft verkrampfte sich sein Schließmuskel, als er mit aller Willenskraft, die er noch aufbringen konnte, weiterhin einhielt. Er krümmte sich nach vorn, stützte sich auf der Armlehne ab, gab dann aber schnell vor, nur ein weiteres Mal die Sitzhaltung gewechselt zu haben.

Konstantin konnte nicht mehr klar denken und erst Recht nicht einschätzen, ob er so desaströs wirkte, wie er sich fühlte. Er hoffte es nicht. Sein ganzes Dasein drehte sich plötzlich nur noch um seine Körpermitte und die Not, in die seine vermaledeite Blase ihn im unpassendsten Augenblick brachte. Verzweifelt bemühte er sich, sich zu fokussieren, der Unterhaltung zu folgen. Zu seinem Leidwesen spürte er allerdings, dass er schon wieder eine Frage verpasst zu haben schien, da sich die Stille in Erwartung seiner Reaktion dehnte.

 

Heidi sprang ein, als sie realisierte, dass er nicht gewillt war, Weiteres zu erzählen, und gab der Journalistin die erwarteten Antworten. Konstantin harrte schwitzend aus und betete dafür, dass der Termin endete. Seine Qual steigerte sich von Sekunde zu Sekunde, obwohl er es nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Plötzlich, als er schon glaubte, erlöst zu werden, schwenkte die Fragende zu seinem Privatleben über. Hier konnte auch Heidi nicht mehr aushelfen. Zum Glück rettete ihn Alexa, die schüchtern vorschlug, dass man nun eventuell aufhören oder noch ein oder zwei Fotos schießen könnte, bevor man sich den längst wartenden Gästen zuwandte. Aufnahmen mit der ganzen Familie würde die Dame sicher auch später noch machen können. Dankbar grinste er sie schief an. Zumindest für seine Frau musste offensichtlich sein, dass irgendetwas mit ihm absolut nicht stimmte. Noch klammerte er sich an die Hoffnung, dass es den beiden anderen verborgen blieb und er sich nicht wie ein nervöser Pennäler aufführte.

 

Konstantin überkam eine so heftige Welle des Pinkeldrangs, dass er sich fast vornübergebeugt und in den Schritt gefasst hätte. Es grenzte aus seiner Sicht an ein Wunder, dass der Schließmuskel dieser Tortur noch immer standhielt und ihn vor einem feuchten Unfall bewahrte. Innerlich verfluchte er sich für die Dummheit, nicht zu Hause noch schnell das Bad aufgesucht oder gerade um zwei Minuten Zeit im Foyer gebeten zu haben, bevor er sich in diese überaus peinliche Lage manövriert hatte.

Er schaute auf. Inzwischen hatte er das sichere Gefühl, sich durch sein Verhalten zu verraten und er schämte sich enorm für diese sehr menschliche Regung. Auf die Toilette zu müssen, war ja das eine, doch sich hin und her schieben zu lassen, statt sich einfach für einen Moment zu entschuldigen, etwas ganz anderes. Wie ein Schuljunge war er seinem furchtbaren Blasendruck ausgeliefert und gab vor den drei Damen sicher eine lächerliche Figur ab. Jetzt allerdings hinauszustürmen, wäre der Gipfel der Schande.

 

Konstantin redete sich selbst gut zu, dass er nur noch wenige Minuten aushalten müsste, bevor er das rettende Urinal erreichen und sich erleichtern würde, doch diese Vorstellung war fatal. Allein der Gedanke daran, loslassen zu dürfen, veranlasste seinen Körper dazu, die Folter zu beenden. Der Geschäftsmann spürte, wie sich gegen seinen Willen die ersten Tropfen ihren Weg bahnten und in die Harnröhre liefen. Erschrocken kniff er die Beine zusammen. Alle sahen ihn an, als er wohl unwillkürlich aufgestöhnt hatte vor lauter Not. Schlagartig wurde ihm klar, dass sich Spritzer gelöst hatten, die nun feucht und klamm seinen dunklen Slip durchtränkten und er sich das erste Mal in seinem Erwachsenenleben in die Hose gepisst hatte – oder zumindest sehr dicht an der Schwelle dazu stand.

Er hatte keine Ahnung, wie er noch aufrecht und mit einem einigermaßen souveränen Gesichtsausdruck in die Kamera lächeln sollte, die die junge Frau von der Tageszeitung nun auspackte. Auch ihr fiel offenkundig auf, dass gerade nichts mehr in Ordnung war. Ein peinliches Schweigen senkte sich wieder einmal über den Tisch.

 

Innerhalb eines Augenblicks fällte Konstantin eine Entscheidung. Wenn er sich nicht endgültig einpinkeln und der absoluten Blamage gegenübersehen wollte, musste er nun handeln. Er sprang auf, spürte dabei weitere heiße Spritzer, die in seine Unterhose schossen und griff beherzt zu. Aus dem Augenwinkel sah er das entgeisterte Gesicht Heidis, als der Stuhl mit einem lauten Krachen hinter ihm auf den Boden polterte. Eine Hand in seinen Schritt gepresst, eilte er ohne weiteres Wort aus dem Büro und stürzte zielstrebig zu den Toiletten. Zum Glück begegnete ihm niemand, da die Feier an sich ja draußen stattfand.

 

Die Tür zum Waschraum schubste er so grob, dass der dumpfe Knall des Metallgriffs auf der Wand von den Fliesen widerhallte. Gesprungene Kacheln waren in dieser Sekunde allerdings sein kleinstes Problem. Freudig würde er den gesamten WC-Bereich renovieren lassen, wenn er es nur schaffte, seinen Schwanz noch rechtzeitig aus dem dünnen Stoff der anthrazitfarbenen Hose zu befreien.

Hektisch löste Konstantin den Gürtel, riss dann jedoch nur den Reißverschluss herunter, um fast mit Gewalt seinen nun stetig tropfenden Schwanz heraus zu holen. In Schüben drängte die heiße Nässe aus ihm hervor. Mit letzter Kraft hielt er ihn endlich über das Urinal, stützte sich verzweifelt an die kühle Wand darüber, als er losließ und mit hartem Strahl in die weiße Keramik pisste …

 

Noch nie in seinem Leben hatte er eine so unfassbare Erleichterung verspürt – sowohl über die Tatsache, dass er der peinlichen Situation entflohen war, als auch über die stetig nachlassende Qual, während seine Blase sich entleerte. Für einen Moment war Konstantins Kopf leer und er pinkelte nur langanhaltend und voller Genuss. Dann jedoch wurde ihm seine prekäre Lage wieder bewusst. Immerhin musste er befürchten, sich nach diesem eigenartigen Abgang erneut der Journalistin stellen zu müssen. Und dieses Mal mit einer feuchten Hose, denn ihm war sehr wohl klar, dass er zwar das Schlimmste verhindern konnte, seine Kleidung aber so ganz trocken nicht mehr war. Glücklicherweise konnte er auf dem dunklen Stoff keine sichtbaren Flecken ausmachen.

 

Als er fertig war, seufzte er tief, gönnte sich noch einige Sekunden der Ruhe, doch dann verstaute er seinen feuchten Penis im Slip. Als die Tür zur Toilette sich öffnete, sah er seine Ehefrau, die mit unlesbarer Miene die Räumlichkeit betrat.

»Schlimm?«, fragte sie leise, »oder warst du noch rechtzeitig?« Offenkundig hatte sie inzwischen verstanden, was konkret sein Problem war. Er zuckte halbherzig die Schultern. In diesem Moment beschloss er, dass es ihm zu unwürdig war, mit möglicherweise nach Urin riechendem Slip seinen Geburtstag zu begehen. Kurzerhand zog er seine Hose aus und reichte sie seiner Gattin.

»Halt mal.« Mit ungläubigem Staunen sah sie zu, wie er sich des schwarzen Sportslips entledigte und ihn in den Papierkorb warf, bevor er sich mit ein paar feuchten Papiertüchern reinigte und ihr dann sein Kleidungsstück wieder abnahm.

»Wartet sie noch?«, fragte er, während er erneut hineinstieg. Alexa schüttelte den Kopf.

»Irgendwie war uns dann allen klar, was los war, als du plötzlich hinausgestürzt bist. Und dann …« Hier begann sie haltlos zu kichern. »Und dann habe ich der Dame erklärt, dass alles meine Schuld war mit dem vermaledeiten Tee. Ich hätte dir vielleicht nicht noch einen Liter von dieser grünen Plörre kochen sollen, um deine Nerven zu beruhigen.« Ein unkontrolliertes Lachen schüttelte seine sonst so zurückhaltende Partnerin.

»Ich glaube, sie hatte Verständnis.«

 

Ungläubig starrte Konstantin seine bessere Hälfte an. Dann sah er an sich hinunter und fühlte den Stoff des teuren Anzugs auf der bloßen Haut, weil seine Unterwäsche im firmeneigenen Mülleimer lag. Nun begann auch er zu grinsen. Mit klarem Kopf und befreitem Körper konnte er die Lage wieder als das begreifen, was sie war: Eine unfassbar dämliche Situation, die aber jedem passieren konnte.

Er hoffte, dass die Nässe aus seiner Hose ohne Flecken trocknen würde und später konnte er sich Zeit nehmen, um mit sämtlichen Schreiberlingen dieser Welt zu reden. Zur Not konnte Heidi alles wieder geradebiegen, auch das verpasste Gespräch mit dem Radio.

Er schloss sicherheitshalber sein Jackett, zog dann seine Frau an sich, die begann, sich wortreich für ihr unpassendes Verhalten zu entschuldigen. Er hingegen lachte nun auch. Er hatte Geburtstag und fühlte sich so wunderbar erleichtert, dass er die ganze Welt hätte umarmen können. Und mit der Liebe seines Lebens fing er an …

VG Wort