Ein langer Arbeitstag – Geschäftsbesprechung mit feuchter Windel (Kurzgeschichte)

Ein langer Arbeitstag
Geschäftsbesprechung mit feuchter Windel

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 30.06.2022

Junge Geschäftsfrau am Schreibtisch

Vorsichtig, damit niemandem das Rascheln ihrer Folienwindel auffallen sollte, nahm Carla-Marie auf dem Stuhl am Schreibtisch Platz. Für das anstehende Meeting waren einige Vorbereitungen zu treffen, die sie flugs erledigen wollte. Mit ihr zusammen befanden sich zwei weitere Personen im Büro – Kollegen der Geschäftsleitung, die keinesfalls bemerken durften, was sie unterhalb ihrer schwarzen Businesshose trug …

 

Zu dem eleganten Blazer gehörte standardmäßig ein figurbetonter Rock, doch diesen hatte sie vor Arbeitsbeginn wohlweislich gegen das dunkle Unterteil eines klassischen Hosenanzugs eingetauscht. Nur so ließ sich die Diaper einigermaßen unauffällig tragen und die junge Managerin schickte ein stilles Stoßgebet gen Himmel, dass sie bis zum Schluss unentdeckt bleiben möge.

Aufgrund zahlreich angesetzter Termine war es abzusehen, dass ihr wieder ein langer Arbeitstag bevorstehen würde – in ihrer hochgestellten Position nicht unüblich. Oftmals reichten diese bis weit über das übliche Zeitmaß hinaus und waren mit allerhand Stress verbunden. Hierbei war das andauernde Sitzen in den nicht enden wollenden Konferenzen deutlich weniger belastend für die dunkelhaarige Geschäftsfrau, als die ständige, quälende Befürchtung, inmitten eines wichtigen Themas urplötzlich zur Toilette stürmen zu müssen.

Speziell bei ihr trat dieses Problem wegen einer angeborenen Blasenschwäche häufig auf. In solchen Situationen entstand wie aus dem Nichts ein kaum zu beherrschender Blasendruck, der ihr keine andere Wahl ließ, als unmittelbar zum Klo zu hetzen. Das rechtzeitige Erreichen des Sanitärbereichs war der absolut einzige Weg, ein vollkommen eingenässtes Höschen zu verhindern. Das zumindest hatte Carla-Marie zeit Ihres Lebens geglaubt und sich bereits mit der scheinbar unverrückbaren Tatsache abgefunden, die permanente Sorge eines WC-Notfalls niemals wieder loszuwerden.

 

Zu ihrer Erleichterung gab es seit neuestem jedoch eine Lösung für jene körperliche Herausforderung, welche sie tagtäglich zu meistern hatte. Zwar war sie sich zu Beginn noch unsicher gewesen und hatte sich in den eigenen Wänden zunächst damit vertraut machen müssen, doch nun war sie so weit, ihren neu erworbenen Schutz in Form einer Inkontinenzwindel auch in den Berufsalltag zu integrieren. Gefunden hatte sie diesen nach einiger Recherche auf der Internetseite des Herstellers, der ein Gratis-Probepäckchen zum unverbindlichen Testen angeboten hatte. Aus dem vorsichtigen und noch unsicheren Ausprobieren war schnell ein befreiendes Wohlgefühl erwachsen, das Carla-Marie um nichts auf der Welt bereit wäre, wieder herzugeben.

 

Derart gut gerüstet und für den mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Fall eines abrupt aufkommenden Urindrangs vorgesorgt, betrat die hübsche Businesslady gemeinsam mit den Damen und Herren der Führungsebene das Besprechungszimmer.

Nicht nur in Erwartung des späten Feierabends, auch um dem furchtbaren Schrecken eines feuchten Malheurs zu entgehen, trug sie zum ersten Mal in den Räumen des Unternehmens eine Windel unter ihrer edlen Unterwäsche. Doch nicht nur diese Erfahrung war neu für die junge Frau: Dass sie sich komplett sorgenfrei eine Tasse Kaffee einschenken und mit dem bereitgestellten Mineralwasser oder Saft ihre Kehle befeuchten konnte, ließ alles in einem völlig anderen Licht erscheinen. Gelöste Freude wallte in ihr auf – wie wunderbar! Bislang hatte sie in nahezu jedem Meeting unter riesigem Durst gelitten – es war viel geredet worden und angesichts ihrer verhassten Dranginkontinenz hatte sie zu große Hemmungen verspürt, entsprechend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

 

Wie erwartet wurde auch bei dieser Geschäftsbesprechung allerlei verhandelt und lebhaft diskutiert. Ebenso wie die anwesenden Frauen und Männer beteiligte Carla-Marie sich diesmal rege und weitaus unbesorgter als bei sämtlichen Konferenzen zuvor.

Sie trank lässig ihren Milchkaffee, goss sich von dem Wasser ein und nahm nach knapp zwanzig Minuten wahr, wie es zum ersten Mal, seitdem sie an dem großen, runden Tisch saß, heftig in ihrer Blase drückte. Von null auf jetzt fühlte es sich wahnsinnig dringend an. Normalerweise wäre dies der Moment gewesen, in dem sie aufspringen und hastig zur Toilette hätte flitzen sollen, doch stattdessen lehnte sich die attraktive Managerin mit der dunkelrahmigen Brille genüsslich zurück und ließ es bewusst laufen.

 

Spürbar heiß und geradezu wohlig kitzelnd floss der Urin aus ihrer Harnröhre hervor, wurde vom soften Vlies der Windel aufgenommen und hinterließ ein warmes Empfinden an Vagina und Po. Das Gefühl, mit derart feuchter Umhüllung in einer Besprechung zu sitzen, war genauso ungewohnt wie atemberaubend – von dem unentwegt ängstlichen Abwarten und der ständigen Anspannung befreit zu sein, verlieh Carla-Marie förmlich Flügel. Weshalb bin ich nicht schon vorher darauf gekommen, fragte sie sich und fand die Antwort in der leidvollen Tatsache, dass das Windeltragen für Erwachsene nach wie vor ein Tabuthema ist, über das in der Öffentlichkeit viel zu wenig gesprochen wird. Ansonsten hätte sie diese phänomenale Erleichterung ihres Alltags gewiss früher entdeckt und begeistert genutzt, dessen war sie sich zu einhundert Prozent sicher.

 

Mit einem verborgenen Schmunzeln auf den Lippen stellte die hübsche Führungskraft fest, dass sie ihre entspannte Lage redlich ausnutzte, indem sie sich bei den dargereichten Getränken umfangreicher bediente als nötig. Es bereitete ihr einen geradezu unbeschwerten Spaß, die Flüssigkeitsmenge bereits nach kurzer Zeit wieder aus sich herausströmen zu fühlen und dabei zu wissen, dass keine der anwesenden Personen auch nur das Geringste davon mitbekommen konnte.

Ich pinkle hier mitten unter ihnen und niemand merkt etwas, freute sie sich insgeheim. Carla-Maries Herz klopfte schneller; sie war aufgeregt und noch immer grenzenlos angetan von der Gewissheit, die zermürbende Besorgnis um ein peinlich-nasses Malheur endgültig losgeworden zu sein.

 

Ein Hoch auf die Windel, dachte sie glückselig, als sie sich zwei Stunden später zum wiederholten Male angeregt in die mittlerweile recht vollgesogene Diaper pieselte. Durch das anhaltende Laufenlassen blieb ihr die wohlige Wärme am Hinterteil erhalten, während sich der aufgequollene Mittelteil sinnlich an ihre weichen Schamlippen schmiegte. Vollends von ihrem Genuss und der neu erworbenen Zufriedenheit eingehüllt, beobachtete sie dennoch, dass es vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen nicht annähernd so gut erging, wie ihr selbst.

Wahrscheinlich würden sie einiges dafür geben, aktuell mit mir tauschen zu können, mutmaßte sie folgerichtig, da die Damen und Herren inzwischen begannen, sichtlich unruhig auf den Sitzflächen der Stühle umherzurutschen. Kein Wunder, dass ihre Blasen voll sind, spann Carla-Marie den Gedanken weiter, sie trinken genauso viel Kaffee, Saft oder Wasser wie ich, nur dass sie es krampfhaft in sich behalten müssen, da ihnen andernfalls ein bedeutsamer Teil des Meetings entgehen könnte.

 

Von einer Mischung aus Mitgefühl und aufrichtigem Interesse daran, wie die restlichen Teilnehmer der Besprechung es hinbekommen würden, den dringlicher werdenden Zustand auszuhalten, ließ die junge Frau den Blick zunehmend häufiger in die Runde schweifen.

Eine ihrer Mitstreiterinnen hatte besonders heftig zu kämpfen. Unterhalb der Tischplatte, so schien es Carla-Marie, zwängte sich die brünett-gelockte Managerin die Hand verstohlen zwischen die fest übereinandergeschlagenen Beine. Sie bediente die Tastatur ihres Laptops nur mehr mit den Fingern ihrer Rechten, was den Verdacht glaubwürdig belegte. Auch das Aufeinanderpressen ihrer Lippen in einem sichtlich verkniffenen Gesichtsausdruck sprach Bände. Schaut so aus, als könne sie es kaum noch einhalten, deutete die entspannt gewindelte Geschäftsfrau die Situation ihrer Kollegin korrekt.

 

Herr Bergmann aus dem Vorstand, den Carla-Marie als ausnehmend sympathisch empfand und dessen anziehende Optik ihr schon öfter aufgefallen war, litt in ähnlicher Weise. Von ihm war ebenfalls nur eine Hand auf der Oberfläche des Konferenztisches zu erblicken, da er mit der Zweiten ganz offensichtlich seinen Schritt bearbeitete. Obwohl er versuchte, es möglichst unauffällig zu tun, entgingen Carla-Marie die eindeutigen Bewegungen in seinem Schoß nicht. Und obgleich sie sich zweifellos stärker für ihn und seinen Zustand interessierte, bemerkte sie dennoch die Nöte der übrigen Teilnehmer des Meetings.

Scheinbar habe ich durch mein eigenes Inko-Problem mittlerweile eine Art Kennerblick entwickelt, stellte sie amüsiert fest, während sie es im selben Augenblick voller Absicht in ihre pralle, feucht-warme Folienwindel rauschen ließ. Ungehemmt pieseln zu können, indessen die anderen ihren größer werdenden Blasendruck kaum noch unter Kontrolle behalten können, ist mein ganz persönlicher und intimer Luxus, befand Carla-Marie mit einem ungeahnten Glücksgefühl im Bauch.

 

Je weiter die Besprechung voranschritt, desto hibbeliger wurden die Frauen und Männer auf ihren Stühlen. Irgendwann hielten die ersten es nicht mehr aus, strebten entschlossen in Richtung Tür und rannten, wie man den Trittgeräuschen ihrer Absätze auf dem harten Boden des Korridors entnehmen konnte, eilig den Firmenklos entgegen.

Hiervon angeregt wurde wenige Minuten später eine Pause anberaumt, in der sich auch der letzte aus dem verbliebenen Kollegenkreis zielstrebig aufmachte, das WC zu erreichen. Mit Ausnahme von Carla-Marie, die auch dann noch seelenruhig dasaß, als die ersten Kollegen, unter ihnen Herr Bergmann, an den Tisch zurückkehrten.

»Verraten Sie mir das Geheimnis Ihrer Stahlblase?«, bat er humorvoll zwinkernd, während er an ihrem Stuhl entlangging, um seinen Platz wieder einzunehmen.

»Wie bitte, was?«, reagierte die attraktive Dunkelhaarige perplex. Seine Erkundigung hatte sie nervöser werden lassen, als sie es sich zuvor hatte vorstellen können. War sie doch verliebter in ihren gutaussehenden Kollegen, als sie es selbst eingeschätzt hatte, oder lag es an ihrer heimlich-schönen Windelbenutzung, welche um Gottes willen nicht auffliegen durfte? Seit jeher schämte sie sich zu sehr, um frei über ihre Blasenschwäche sprechen zu können und zu wollen. Und ob das Thema Windeln im Management des Konzerns überhaupt Anklang finden würde, wagte sie, ebenfalls zu bezweifeln.

 

Mittlerweile war der freundlich lächelnde Kollege bei ihr stehengeblieben und setzte zu einer Erklärung seiner Frage an, die Carla-Marie längst verstanden hatte. Ihre verdutzte Nachfrage war lediglich der Unvorhersehbarkeit geschuldet gewesen, mit der seine scherzhafte Bitte sie eiskalt erwischt hatte.

»Na, weil Sie es grad als Einzige so gar nicht eilig hatten«, erläuterte Herr Bergmann überflüssigerweise, während er in das Gesicht seiner Gesprächspartnerin schaute, und im selben Moment ihre sich rot färbenden Wangen bemerkte. Sein Lächeln schwand; die Vermutung, in ein Fettnäpfchen, welch unbekannter Art es auch immer sein mochte, getappt zu sein, machte sich unangenehm in ihm breit. Schnell beeilte er sich, hinzuzufügen:

»Nichts für ungut, Frau Lorenz. Bitte verzeihen Sie mir den dummen Scherz im Vorbeigehen.«

»Nein, nein, alles gut«, winkte Carla-Marie kopfschüttelnd ab. Nach wie vor schlug ihr das Herz bis zum Hals, doch die zuvorkommend-sanfte Art, in der Herr Bergmann sich mit ihr unterhielt, schenkte ihr Mut. »Sie haben ja recht, zur Toilette war ich wirklich nicht«, bestätigte sie das Offensichtliche und konnte sich in jenem Augenblick sogar vorstellen, ihn unter vertrauensvolleren Umständen in ihr süß-flauschiges Windelgeheimnis einzuweihen.

»Vielleicht erfahre ich den Grund bei einem gemeinsamen Abendessen?« Der attraktive Geschäftsmann mit den grauen Schläfen ließ nicht locker, wie Carla-Marie hocherfreut und mit spürbar weichen Knien registrierte. Hierauf konnte sie nicht anders, als seine Einladung anzunehmen. Wenn er wüsste, dass ich hier mit einer durch und durch vollgepinkelten Windelhose sitze, während er mich um ein Date bittet, durchfuhr es sie mit einem ungehörigen Prickeln im Bauch.

 

Mit der Vorahnung, die den Top-Manager indessen beschlichen hatte, und die zugleich seine Hoffnung auf einen gleichgesinnten windelliebenden Menschen schürte, konnte die junge Frau nicht rechnen. Ebenso wenig, wie mit dem wundervollen Verlauf des bevorstehenden, gemeinsamen Restaurantbesuchs, dem sie erwartungsvoller entgegensehen durfte, als sie es sich in diesem Moment noch vorzustellen wagte …

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