Feuchte Schulterpolster – Dick gewindelt zum Open-Air-Konzert (Kurzgeschichte)

Feuchte Schulterpolster
Dick gewindelt zum Open-Air-Konzert

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 26.05.2022

Frau mit Sonnenbrille sitzt bei einem Rock-Konzert auf den Schultern ihres Freundes

 

Dieser Sommer konnte nur fantastisch werden – so zumindest malte ich es mir aus, als ich die Eintrittskarten für das große Rockfestival in den Händen hielt. Es waren zwei Tickets, wovon das eine für meinen neuen Freund Lasse und das andere für mich bestimmt war. Mit ihm zusammen zu dem Open-Air-Konzert zu gehen, an seiner Seite zu feiern, tanzen und Spaß zu haben, stellte ich mir einfach traumhaft vor.

Bei aller ausgelassenen Freude würde ich auch diesmal wieder gewisse Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf meine Blase treffen, die auf länger dauernden Festivalbesuchen unerlässlich für mich geworden waren. Teils aus praktischen, teils aus erotisch-kitzelnden Gründen legte ich mir regelmäßig vor Konzertbeginn eine Windel an – schließlich wollte ich auf den Veranstaltungen, die fast ausschließlich bei heißem Sommerwetter stattfanden, einiges an Getränken zu mir nehmen können. Hierbei hätte mich das ständige Ausschauhalten nach einem Klohäuschen massiv gestört. Dass mich das Hineinpullern in eine Diaper zusätzlich anturnte, kam als sexy Nebeneffekt hinzu – jenes warme Kitzeln und Kribbeln in meinen unteren Regionen, wenn ich es inmitten des musikalischen Spektakels sorglos laufen ließ, bescherte mir immer wieder eine lustvolle Gänsehaut.

 

Von meiner Windel-Absicherung wusste Lasse nichts. Und dies hätte, wenn es nach mir gegangen wäre, noch eine ganze Weile so bleiben sollen. Für eine Offenlegung, insbesondere des erotisch-prickelnden Aspekts, war es viel zu früh; hierfür reichten knapp drei Monate Beziehung nicht aus, wie ich fand. Das Schicksal schien jedoch andere Pläne mit mir zu haben, wie ich bald darauf mit lautstarken Gitarrenklängen im Hintergrund feststellen musste.

 

Bereits am Nachmittag machten wir uns auf den Weg. Mit reichlich Bier, Cola und Knabberzeug an Bord fuhren wir auf der Landstraße dem Festival entgegen. Schlafen wollten wir im Heck von Lasses altem Kombi, dessen Autoradio wir zu diesem Zeitpunkt voll aufgedreht hatten.

Die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel zu uns hinab; mit unendlicher Vorfreude grölten wir bei heruntergelassenen Seitenscheiben zu den Songs aus dem Radio mit. Mittendrin lachten wir uns immer wieder fröhlich an – das Feuerwerk der Herzen sprühte geradezu aus uns heraus; wir waren bis über beide Ohren ineinander verknallt.

Wenn Lasse wüsste, ertappte ich mich zwischendurch bei dem Gedanken, dass ich hier dick gewindelt neben ihm sitze … Die Diaper gab mir zwar nützlichen Blasenschutz, aber bescherte mir durch mein Verschweigen auch ein wenig Bauchgrummeln. Wie er diese Tatsache wohl auffassen würde, fragte ich mich beunruhigt, verwarf jene Überlegung in der nächsten Sekunde allerdings wieder. Kein Grund, sich Sorgen zu machen, er kriegt sie ja nicht zu sehen, redete ich mir gut zu, das werde ich schon irgendwie hinbekommen …

 

Am frühen Abend standen wir in bester Feierlaune und an einer perfekten Position vor der Bühne. Gegen die helle Sonne, die noch immer am Himmel strahlte, schirmten mein blonder Freund und ich uns mit einer dunklen Sonnenbrille ab. Das coole Festival-Shirt hingegen, trug ich allein. Sein schwarzes T-Shirt wurde von keinerlei Aufdruck verziert. Und es gab etwas Weiteres, das ich auf diesem wilden Musikereignis nicht mit Lasse teilte: die wunderbare Sicherheitsschicht aus Zellstoff, Vlies und Folie unterhalb der Jeans, die mir das unbeschwerte Feiern so viel leichter machte.

 

Seit unserer Ankunft auf dem Gelände waren einige Stunden vergangen, so dass ich in der Zwischenzeit nicht hatte verhindern können, dass die erste Blasenfüllung in der Windel angekommen war. Nun, umgeben von der grandios-lauten Musik, fühlte ich den aufgequollenen Mittelteil warm und prall vor meiner Vagina liegen. Bei jeder Bewegung rieb er sich aufreizend an Klitoris und Schamlippen und fachte damit das wohlig-begehrliche Kribbeln weiter an, welches seit dem Einpinkeln durchgehend vorhanden war.

 

Ich genoss die Emotionen, die mich durchfluteten, über alles: Wollüstig entrückt, lauschte ich mit geschlossenen Augen der Musik meiner Lieblingsband. In Lasses starken Armen ließ ich es ein zweites Mal entspannt laufen und war kurz davor, in andere Sphären zu entgleiten. Der frische, heiße Urin streichelte meine sensibelsten Stellen zärtlich. Fast hätte ich leise aufgestöhnt, als mich eine kurzentschlossene Handlung meines Liebsten jedoch urplötzlich auf den Boden der Realität zurückholte.

Ohne Umschweife war der blonde Hüne hinter mich getreten, hatte sich leicht in die Knie begeben und den Kopf in der nächsten Sekunde zwischen meine Oberschenkel gesteckt, um mich spontan auf seine Schultern zu heben. Da ich kaum 60 Kilogramm wiege und zudem nicht besonders großgewachsen bin, war jenes Unterfangen eine Kleinigkeit für meinen kräftigen Freund.

 

Huch, oh nein! Was macht er da, durchfuhr es mich abrupt und ich schaute erschrocken auf Lasses blonden Haarschopf hinunter. Was mich wegen der eingepieselten Diaper an meinen Po erheblich verunsicherte, war von ihm ausschließlich freundlich gemeint gewesen. Auf diese Weise sollte ich bedeutend besser auf die Bühne sehen und mehr vom Konzert mitbekommen können. Natürlich war die Idee großartig, keine Frage, doch was war mit der nassen Windel? Sicherlich müsste er sie in diesem Augenblick wie aufgequollene, feuchte Schulterpolster in seinem Nacken spüren … Mir sein aktuelles Gefühl am Hals vorzustellen, ließ mich innerlich vor Scham und Sorge zusammenzucken. Und richtig, nur einen Atemzug später wandte er das Gesicht herum, so weit es ihm möglich war, und blickte wie versteinert zu mir empor.

 

Aufgrund der nahezu schwarz-verglasten Sonnenbrille konnte ich weder seine blauen Augen erkennen, noch den Ausdruck darin deuten. Schaute er mich entsetzt an? War er angeekelt oder einfach nur verwundert? Ich wusste es nicht und erlebte in jenen Sekunden den wahrscheinlich bangesten Moment meines Lebens.

Zum Glück wurde dieser gleich von Lasse aufgelöst, indem ein Grinsen seine Mundwinkel umspielte und er seine unrasierte Wange an meinen Oberschenkel legte. Seine Hände schloss er zusätzlich um meine Beine und hielt mich auf diese beschützende Art in sicherem Griff.

 

Zuerst traute ich mich nicht, wieder so ausgelassen mit der Metal-Musik mitzugehen und abzurocken, wie noch vor Lasses verrückter Idee, mich auf seine Schultern zu heben, doch sein zustimmendes Lächeln hatte mich ermutigt, meine Festival-Feierleidenschaft auf seinem Oberkörper ebenfalls ungehemmt auszuleben. Wir bewegten uns im Rhythmus, groovten und tranken zusammen, dennoch blieb in einer Ecke meines Bewusstseins die leise Furcht vor der Aufdeckung bestehen. Was wäre zum Beispiel, wenn er das pralle Etwas innerhalb meiner Jeans zwar erspürt, aber gar nicht als Windel wahrgenommen hätte? Wenn er beispielsweise annehmen würde, es könnte sich um eine besonders saugstarke Monatsbinde handeln?

Hin- und hergerissen zwischen meiner Freude an dem grandiosen Open-Air-Konzert, der Lust, die durch die nasse Diaper in meinem Unterleib tobte und den Zweifeln, was Lasses Gefühls- und Gedankenwelt anging, blieb ich auf den Schultern meines Liebsten sitzen. Sogar am Schluss dieses Event-Abends behielt er mich oben und trug mich in dieser Haltung bis zu seinem Auto.

 

Je weiter wir uns von den Menschenmassen vor der Bühne entfernten, desto stiller wurde es. Bald tauchten ein paar Bäume, andere Fahrzeuge und jede Menge Zelte vor uns auf, deren Besitzer nach und nach eintrudelten. Manche von ihnen schienen angetrunken zu sein, die meisten rauchten eine letzte Zigarette und unterhielten sich in lockerer Stimmung miteinander.

»Boah, die tierische Wärme in deinem Schoß war das Krasseste«, bemerkte Lasse grinsend, als er ebenfalls an seinem Kombi ankam, neben diesem in die Hocke ging und mich vorsichtig herunterließ. Zeitgleich suchte er den Schlüsselbund aus seiner Hosentasche hervor, um die Türen des Wagens per Knopfdruck zu entriegeln.

»Ich hab sowieso schon geschwitzt, wie’n Elch«, fügte er hinzu, was er mit einem Lachen und dem Abreiben seines hochgradig erwärmten Nackens unterstrich.

 

Unsere Sonnenbrillen hatten wir mit dem Einsetzen der Nacht längst abgesetzt und da es auf dem Platz fast vollkommen dunkel war, nützte mir dieser Umstand, der mir einen Blick in die Augen meines Freundes ermöglichen sollte, nichts.

Ebenfalls lächelnd überlegte ich, wie ich seine Reaktion deuten durfte. War die Hitze in meinem Schritt wirklich das Ausschlaggebende für ihn? Fragte er sich nicht, woher sie stammte und was es mit dem fühlbar voluminösen, knisternd-raschelnden Polster auf sich hatte?

Ich beschloss, meinem Zaudern ein Ende zu bereiten und in die Offensive zu treten. Am besten würde es sein, ihm klipp und klar die Wahrheit zu sagen, dachte ich und ihm zu erzählen, wie es sich mit der Windel und der daraus entstandenen Erregung, die ich trotz allem nach wie von in mir lodern spürte, verhielt.

Die Tatsache, dass Lasse im Gegensatz zu mir nicht die Gelegenheit gehabt hatte, seine Blase zu entleeren, kam mir für meinen Entschluss wie gerufen. Denn die Ankündigung seinerseits, dass er mal eben zum Pinkeln hinter einen Baum verschwinden müsste, war mir eine kostbare Hilfe und könnte mir zugleich das entscheidende Stichwort geben.

 

Während ich auf Lasses Rückkehr wartete, machte ich es mir zunächst im Inneren seines Autos bequem, dann aber beschloss ich, ebenso die Gunst der Stunde zu nutzen. Ich wollte die triefnasse Diaper ablegen – ihren Zweck, mir im Laufe der Veranstaltung den Weg zum WC-Wagen zu ersparen und damit meinen Platz im vorderen Bereich der Bühne nicht aufgeben zu müssen, hatte sie ausgiebig erfüllt. In der Nacht würde ich es Lasse getrost gleichtun und mich zum Pullern genauso unkompliziert hinter den nächstbesten Baum oder Strauch begeben.

 

Das erste, das der große Blonde sah, als er wiederkam, war mein nacktes Hinterteil, welches ich vor der offenen Heckklappe stehend, soeben von seiner feuchten Windelumhüllung befreit hatte. Das Festival-Shirt, das ich noch immer trug, bedeckte den Po bedauerlichweise noch nicht einmal bis zur Hälfte.

»Hey, wow«, hörte ich Lasse nur wenige Schritte entfernt begeistert ausrufen, »bleib so, Süße, du siehst toll aus!« Unter anderen Umständen wäre ich seinen Worten gern gefolgt, nun aber, da ich das leuchtend-weiße Corpus Delicti in den Fingern hielt, fühlte ich Unsicherheit in mir aufsteigen. Am Liebsten wäre ich davongerannt und hätte die benutzte Windel vor ihm versteckt, um dann mit leeren Händen und einer engelsgleichen Unschuldsmiene zu ihm zurückzukehren.

 

Im gleichen Augenblick, in dem ich noch über diese Art der Flucht vor der Realität nachdachte, erschien er bereits vor mir. Wie selbstverständlich nahm er mich in seine Arme und deutete mit einer lässigen Kopfbewegung in Richtung der klatschnassen Diaper.

»Super Idee, das Teil, darauf muss man erst mal kommen. Besonders fürs Festival, erspart einem echt die ekligen Dixi-Klos«, sagte er, als ob überhaupt nichts Nennenswertes geschehen wäre. Der überaus veranstaltungserfahrene Lasse sprach in einem dermaßen normalen und unverfänglichen Ton über die Windel in meiner Hand, als ginge es um den zweckmäßigen Nutzen einer Thermoskanne, die ihm tagtäglich den Kaffee warmhielt.

Erleichtert atmete ich auf, ließ die tropfnasse Folienwindel zu Boden fallen und erwiderte die Umarmung des wundervollsten Partners, den ich mir für mein Leben vorstellen konnte, innig.

 

Aus der zärtlichen Geste vor dem Auto wurde, von vielen langen Küssen begleitet, schnell eine Eindeutigkeit, der wir uns beide nicht entziehen wollten. Ungeduldig und extrem heiß aufeinander, krochen wir bald in das Heck des betagten Volvos hinein, um dort ungestüm und endlos verliebt übereinander herzufallen. Wie bei jedem glutvollen Intermezzo mit Lasse gestaltete sich auch dieses wieder mitreißend schön und auf eine unvergessliche Weise erotisch, zu der meine vom Einnässen noch fühlbar feuchte Lust nicht unerheblich beigetragen hatte.

Beim Frühstück, so beschloss ich vor dem Einschlafen, würde ich meinem Freund dann gestehen, dass ich die Diaper nicht nur als eine brauchbare Notlösung empfinde, sondern ich ihr durchaus auch etwas abgewinnen kann, von dem er bei unserem Sex schon schlüpfrig-warm hatte kosten dürfen.

VG Wort