Symbolbild: Erstellt mit KI-Unterstützung
An jedem anderen Tag hätten die Überstunden, die ihr von ihrem Chef auferlegt worden waren, besser gepasst, als ausgerechnet an diesem. Nur deshalb war Melina in Zeitnot geraten und hatte gerade die Stunden opfern müssen, die sie gebraucht hätte, um sich in aller Ruhe für ihre Verabredung mit Daniel zurechtzumachen. Sie war verliebt; es war ihr erstes Date mit ihm – der Besuch eines klassischen Konzerts mit einem Mann, dem sie bei einer Tasse Cappuccino in einem hoffnungslos überfüllten Café begegnet war. Nachdem dieser sich höflich fragend zu ihr an den Tisch gesetzt hatte, waren sie schnell und auf überaus angenehme Weise miteinander ins Gespräch gekommen. Sie hatten geredet, gelacht und bereits in den ersten Minuten Gemeinsamkeiten entdeckt.
Aufgrund der Anweisung ihres Vorgesetzten und der Flut von Arbeit, die sich in ihrem Büro angesammelt hatte, war sie nun, gehetzt und reichlich später als vorgesehen, zu Hause angekommen und stand aufgeregt vor dem Spiegel im Bad. Die Zeit reichte gerade noch dazu aus, ihr Make-up aufzufrischen und sich mit der Bürste durch das weiche, halblange Haar zu fahren, bevor sie sich das elegante Abendkleid anzog, welches sie sich vorausschauenderweise schon am Morgen bereitgelegt hatte. Wegen des milden Sommerwetters wählte sie leichte, offene Schuhe und beschloss, auf das Tragen einer Nylonstrumpfhose und eines Mantels zu verzichten.
Wenige Minuten darauf läutete es an ihrer Tür. Daniel war da – wie sie es verabredet hatten, betätigte er lediglich die Klingel am Hauseingang auf der Straße, um sein Erscheinen anzuzeigen. Sie wollte dann hinunterkommen, um zu ihm in sein Auto zu steigen. So hatte ihr Plan gelautet, den umzusetzen sie nun zögerte: War es etwa ihre Blase, die sich da meldete? Denkbar war es, schließlich lag ihr letzter Gang zur Toilette bereits eine Weile zurück. Diesem Signal jedoch nachzugeben, fehlte ihr sowohl die Zeit als auch die Muße. Zum einen dürfte es sich als umständlich erweisen, auf die Schnelle aus dem eng geschnittenen Kleid herauszukommen, und zum anderen wollte sie nicht unhöflich wirken, indem sie ihre Verabredung über Gebühr warten ließ. Ein Entschluss, den sie schon wenige Minuten später bereute, als sie nach Daniels Begrüßung mit einem zarten Küsschen auf die Wange in dessen Wagen saß. Der anfänglich verhaltene Hinweis in ihrem Unterbauch steigerte sich zu einem Ziehen, das sie nur schwer ignorieren konnte. Dann gehe ich dort noch schnell, bevor das Konzert anfängt, auch wenn es mit dem engen Kleid ziemlich umständlich werden wird, beschloss sie innerlich seufzend.
Sie hatten erhebliche Mühe, einen Parkplatz zu finden, und ergatterten schließlich eine Parklücke, die weiter vom Veranstaltungsort entfernt lag, als ihnen lieb war. Der Weg zu Fuß stellte einen erneuten Zeitverlust dar, der Melina davon abhielt, noch rasch das WC im Foyer der Konzerthalle aufzusuchen. Und nicht nur die Verzögerung verbot es, auch Daniel drängte auf ein zeitiges Hineingehen in den Saal, um sich vor Konzertbeginn ihre Plätze suchen zu können.
»Aber ich müsste mal eben …«, versuchte Melina noch einzuwenden, doch er hörte kaum hin.
»Komm, lass uns rein, bevor es zu voll wird«, bestimmte er gut gemeint, legte sanft den Arm um die Schultern seiner Begleiterin und zog sie mit sich ins Innere der Räumlichkeit.
Den Blick nach unten auf die Nummerierungen gerichtet, die als kleine Metallschilder dezent die Seiten des Ganges zierten, fanden sie die Sitze, die ihnen laut Eintrittskarte zugedacht waren. In einer sehr langen Stuhlreihe schlängelten sie sich schließlich bis zur Mitte durch.
Zu Melinas Unmut behielt Daniel mit seiner Befürchtung, dass sich der Konzertsaal zügig füllen würde, recht. Immer mehr Menschen strömten hinein, schoben sich zwischen die Reihen und nahmen ihre Plätze ein. Allesamt edel gekleidet – die Herren in schicken Anzügen und die Damen mit den vornehmsten Kleidern und aufwendigsten Frisuren ausstaffiert. Zum Glück trage ich das neue Outfit, wenn ich schon für die Haare kaum Zeit gehabt habe, war Melina insgeheim froh. Und nicht nur das, auch ihre Dessous hatte sie erst am Tag zuvor erstanden. Sie waren nicht preiswert und bestachen durch hübsche Spitze und ein verruchtes Schwarz. Man konnte schließlich nie wissen, wie ein solcher Abend enden würde …
Daniel schien nicht halb so in Eile gewesen zu sein wie ich, dachte Melina mit einem Seitenblick auf ihn, der in einem dunklen Anzug neben ihr saß, gut und herb duftend, das Haar leger nach hinten gekämmt. Eine Strähne fiel ihm in die Stirn, was ihm ein lässiges Aussehen verlieh und ihr sehr gefiel. Oh ja, von ihrer Seite aus könnte da noch einiges gehen und die Nacht lang werden, sinnierte sie soeben, als die Stimme ihres Dating-Partners diesen Gedanken unterbrach:
»Es war richtig, dass wir sofort reingegangen sind. Sieh dir bloß an, wie voll es inzwischen ist«, flüsterte er. Nickend stimmte sie ihm zu; das Konzert war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Prüfend schaute sie die endlos wirkenden, engbestuhlten Reihen rechts und links neben sich hinunter – hier ohne Probleme herauszukommen, um noch schnell zum Klo zu flitzen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit werden. Manch einer der Zuhörer tat es dennoch, was für einige Unruhe im Publikum sorgte. Auch Daniel monierte jenes Verhalten leise.
»Dass da ständig Leute aufstehen und noch durchwollen … Das stört doch nur, warum machen die das?«, raunte er Melina die rhetorische Frage zu, auf die sie durchaus eine Antwort wusste, sich diese jedoch nicht auszusprechen traute. Um ihm mitzuteilen, dass sie zunehmend dringender zur Toilette müsste, kannten sie sich noch nicht lange genug, wie sie meinte. Hierfür reichten ihr erstes Kennenlernen im Café und die wenigen, aber intensiven Telefonate, die diesem gefolgt waren, nicht aus. Und nun, da er seinen Unmut über das Gebaren der anderen Besucher des Konzerts vorgebracht hatte, die sich noch in letzter Minute an ihnen vorbeidrängelten, wagte sie schon gar nicht mehr, ihre unerquickliche Situation anzusprechen. Er sollte den besten Eindruck von ihr bekommen, vollkommen verrückt nach ihr sein und sie um jeden Preis wiedersehen wollen – das war das erklärte Ziel des Abends, ihr ganz eigenes Happy End. Keinesfalls wollte sie als nervige Person in seinem Gedächtnis bleiben. Also lautete die Devise, durchzuhalten, auch wenn es sich als noch so schwierig erweisen würde.
Was zu Beginn der Aufführung lediglich für Unbehagen gesorgt hatte, steigerte sich mit jeder Minute, die verging, zu einem ernsten Problem.
Die musikalische Darbietung dauerte noch keine Stunde an, da war Melina bereits an einem Punkt angelangt, an dem es ihr kaum noch gelang, still zu sitzen. Zur Linderung ihrer Unruhe hätte sie sich im Halbdunkel des musikerfüllten Saals gern unauffällig die Hand zwischen die Oberschenkel gedrückt, doch diese Art der Entlastung blieb ihr aufgrund des figurbetonten Schnitts des Kleides verwehrt. Straff spannte es sich über ihre Beine, was ein Dazwischenschieben des Stoffes unmöglich machte. Lediglich ihre Handtasche, die sie sich kraftvoll in den Schoß zwängte, übte einen in seiner Wirkung jedoch zu vernachlässigenden Druck aus.
Längst fühlte sie ihren Puls in der Blase pochen; das Gehirn mahnte pausenlos zur Entleerung. Sie musste pinkeln wie schon ewig nicht mehr und hatte doch keine Aussicht auf ein WC.
Dezent hielt sie ihren Po in Bewegung, schob abwechselnd die Schenkel vor ihre Mitte und rutschte verstohlen auf dem Sitz hin und her. Würde sie stillhalten, so befürchtete Melina angespannt, bräuchte es keine fünf Sekunden, bis sie die Kontrolle verlöre. Oh Mann, wenn ich doch nur nicht so nötig zum Klo müsste, wünschte sie sich inniglich, während ihre Gedanken einzig um dieses Thema kreisten und sie von der Musik nicht einmal die Hälfte mitbekam.
Am Ende der Vorführung, als das Ensemble die letzten Klänge gespielt hatte und der Beifall einsetzte, atmete die junge Frau auf. Endlich ist Schluss, freute sie sich erleichtert, und ich kann schnell zum Klo in der Eingangshalle laufen! Dass sie hierbei nicht bedacht hatte, wie gut gefüllt der Saal um sie herum war, erfasste sie gleich, als die Menschenmenge sich vor ihr quälend langsam gen Ausgang schob. Oh nein, können die sich nicht sputen? Ich muss doch so wahnsinnig dringend, wünschte sie sich sehnsüchtig.
Daniel ging dicht hinter ihr; von Zeit zu Zeit legte er die Hand auf ihre bloße Schulter oder berührte wie zufällig ihr wohlgeformtes Hinterteil. Annäherungen, über die die junge Rechtsanwaltsgehilfin sich unter anderen Umständen maßlos gefreut hätte. Jetzt jedoch galt es, sich möglichst diskret zu beeilen und niemanden etwas merken zu lassen. Daniel schien dermaßen von der klassischen Musik, dem gesamten Abend und seiner anziehenden Begleitung gefangen genommen, dass Melina glaubte, ihre desperate Not wäre von ihm gänzlich unbemerkt geblieben.
Obwohl der zähe Strom der Besucher dafür sorgte, dass sie sich träge vorwärts bewegten, trat sie permanent auf der Stelle. Weiter, weiter, drängte sie die Menschen insgeheim, während sie sich keuchend nach vorn kämpfte und in Richtung Ausgang strebte.
»Bitte warte, ich bin gleich wieder da«, bat sie Daniel gehetzt, unmittelbar, nachdem sie das Foyer mit dem hellen Marmorboden und den großrahmigen Bildern an den Wänden erreicht hatten. Seine Antwort abzuwarten fehlte ihr die Zeit. Als wäre ihr der Leibhaftige auf den Fersen und so schnell es ihr das enge Kleid erlaubte, hastete sie den Toiletten entgegen.
Schon als sie nur das Hinweisschild erblickte, insbesondere aber, als die Eingangstür des Damen-WCs in ihr Sichtfeld gelangte, wollte ihre Blase aufgeben. Erste Tröpfchen des heißen Urins bahnten sich unaufhaltsam ihren Weg nach außen. Erschrocken kniff sie den Schließmuskel zusammen. Nein, bleib zu, gleich hast du’s geschafft, flehte sie das strapazierte Organ in ihrem Unterbauch an, weiter durchzuhalten.
Ihr Entsetzen beim Betreten des Sanitärbereichs hätte um ein Haar für ein erneutes Kapitulieren ihrer Harnblase gesorgt: Der Vorraum war brechend voll, mindestens zehn Frauen warteten vor ihr auf eine freie Kabine. Melina traten die Tränen in die Augen; die Beine unterhalb des Kleides verzweifelt überkreuzt, stellte sie sich resigniert an das Ende der Schlange. Oje, das halte ich nie im Leben durch, wusste sie und stieg von einem Fuß auf den anderen. Wenn ich mich doch nur irgendwie zuhalten könnte, das würde bestimmt kurz helfen, spekulierte sie und ging, in Abwechslung mit dem schneller werdenden Treten auf der Stelle, immer wieder leise stöhnend in die Knie.
Sobald eine der Klokabinen frei wurde, huschte sofort die nächste Wartende hinein. Bald hatte sich die Anzahl der Damen vor Melina auf drei reduziert, was für jeden anderen in Bezug auf die Wartezeit erträglich schien, für sie jedoch die Hölle auf Erden bedeutete. Sekündlich quoll etwas aus ihrer Harnröhre nach außen, drang in das zarte Material ihres hauchfeinen, schwarzen Slips. Sie rang erbittert mit sich und ihrer Selbstbeherrschung, hockte nur mehr inmitten der Warteschlange und keuchte vor Anstrengung, die wild tosende Menge goldgelber Flüssigkeit in ihrem Inneren zurückzuhalten.
Dass keine der übrigen Frauen ihr das Angebot unterbreitete, sie vorzulassen, war zu deren sichtlicher Ruhelosigkeit ein weiteres deutliches Zeichen für Melina, dass auch sie dringend Wasserlassen mussten. Vielleicht nicht so extrem, aber dennoch spürbar und an ihrer eindeutigen Körperhaltung ablesbar, waren sie in ähnlicher Sorge, die für Melina einzig bedeutete: Was sollte nur aus ihrem Abend mit Daniel werden, wenn sie nicht durchhielt?
Endlich war sie an der Reihe – wie von der Tarantel gestochen sprang sie aus ihrer hockenden Position auf und stolperte, so schnell es ihr mit zusammengekniffenen Beinen möglich war, in die freigewordene Toilettenkabine hinein. Jetzt aber los, nichts wie runter mit dem Höschen, war der einzige Gedanke, den ihr Hirn zusätzlich zu dem dauerhaft vorhandenen Signal, welches ihr sagte, dass sie nötiger als nötig musste, zuließ.
Mit angehaltenem Atem und in kopfloser Hektik raffte sie ihre Abendgarderobe bis zur Hüfte hinauf, wobei sie die Schenkel eng zusammengepresst hielt. Dennoch fühlte sie in aufsteigender Panik den gefürchteten, nicht mehr aufhaltbaren Strahl hervorschießen. Es war zu spät! Heiß und unaufhaltsam pinkelte sie drauflos, ohne es auch nur eine Sekunde länger verhindern zu können.
»Oh nein!«, schrie sie für die außen wartenden Damen hörbar auf, was an ihrer Situation jedoch nicht das Geringste änderte: Sie machte sich komplett und unabwendbar nass. In die Unterwäsche und von dort in langen Bahnen rann es an den Innenseiten ihrer Schenkel hinunter, strömte ihr geradewegs in die offenen Riemchenpumps und bescherte ihr unangenehm feuchte Füße. Trotz aller Scham breiteten sich Erleichterung und ein enormes Gefühl der Befreiung in ihr aus.
In dem Bemühen, das Schlimmste abzuwehren, riss sie sich, während es haltlos auf die Fliesen vor der WC-Schüssel prasselte, den teuren Slip herunter. Das Vorhaben, ihn zu retten, bedeutete jedoch vergebliche Mühe – zu diesem Zeitpunkt war er bereits völlig durchnässt. Das feine Gewebe hatte den Urin vollständig aufgenommen und sich in Windeseile bis zum oberen Bündchenrand vollgesogen. Tropfend und schwer hing er ihr in den Knien.
Obwohl der Bereich zu ihren Füßen längst schwamm, sank Melina dennoch auf das Porzellan hinunter und ließ den restlichen Inhalt hineinlaufen. Es strömte schier endlos aus ihrem Schoß, schien gar nicht wieder aufzuhören. Eine unbeschreibliche Wohltat – wenn nur das durchweichte Dessousteil nicht wäre, mit dem sie sich keinesfalls in Daniels Auto setzen könnte. Garantiert würde die Feuchtigkeit, wenn sie ihn weiterhin unter ihrem Kleid tragen wollte, durch den Satinstoff dringen und das Sitzpolster einnässen. Dies könnte einen erheblichen Schaden verursachen, von der Blamage, der sie ausgesetzt werden würde, ganz zu schweigen. Nein, dazu war ihr die neue, männliche Bekanntschaft zu wichtig, zudem legte sie Wert auf die Erhaltung ihrer Selbstachtung, die an jenem Abend ohnehin mächtig gelitten hatte.
Mit reichlich Papier der Klorolle wischte sie die gröbste Flüssigkeitsmenge vom Boden auf und trocknete sich die Schuhe. Anschließend warf sie die nassen Fetzen in das WC-Becken und betätigte die Spülung.
Ihren pitschnassen Slip zog sie kurz entschlossen aus und benutzte das restliche Toilettenpapier, um ihn mehrfach darin einzuwickeln. Ihn in dem Abfallbehälter im Vorraum zu entsorgen, kam nicht infrage, hierfür war er eindeutig zu teuer gewesen. So platzierte sie ihn nach kurzem Zögern im Seitenfach ihrer Handtasche. Wahrscheinlich würde das Innenfutter einiges an Nässe davontragen, wie Melina zu Recht befürchtete, doch wichtig war einzig, dass nichts von der Urinfeuchtigkeit des Höschens durch das helle Leder nach außen drang. Hiervon verraten zu werden, war nicht das, was sie sich für den Abschluss des Abends vorstellte, wenn Daniel nicht sowieso längst etwas registriert und nur aus Anstand zu ihrer Notlage geschwiegen hatte.
Dass sie sich nach dem WC-Besuch von ihm verabschieden müsste, stand für sie fest – ohne Slip würde sie kaum mit ihm weitergehen, geschweige denn, ihn zu sich einladen oder mit zu ihm kommen können. Sofern er das Fehlen ihres Unterhöschens bemerkte, könnte ein falscher, lasterhafter Eindruck von ihr entstehen, der ihr maßlos peinlich wäre. Ebenso beschämend, wie jener, der aufkäme, wenn er von ihrem nassen Unfall erführe, nach dessen Kenntnisnahme er vermutlich wenig Lust verspüren dürfte, sie ein zweites Mal zu treffen.
Bei ihrer Rückkehr empfing Daniel sie mit einem Lächeln, welches sie aufrichtig versuchte, ihm zurückzugeben. Leider gelang es nur halb, was er augenblicklich wahrnahm und woraufhin er sie inmitten des Tumults liebevoll in seine Arme zog.
»Was ist passiert?«, erkundigte er sich leise vor ihrem Ohr. »Geht es dir nicht gut?« Von einem halbherzigen Nicken begleitet, schwindelte sie:
»Doch, alles in Ordnung.«
»So sieht dein Gesicht aber nicht aus, wenn ich ehrlich sein darf«, gab ihr vielleicht zukünftiger Freund einfühlsam zurück und strich mit den Fingerspitzen zärtlich ihren Nacken hinunter. Er möchte erfahren, was los ist, zog Melina die einzig richtige Schlussfolgerung und gelangte zu dem Ergebnis, dass er sich als ihr Begleiter berechtigte Gedanken gemacht hatte, und hören wollte, wie es ihr ergangen war. Für einen winzigen Moment überlegte sie, ihm eine unerwartet eingesetzte Periode vorzutäuschen, entschied sich dann aber für die Wahrheit, was ihr unkontrolliertes Einpinkeln kurz vor dem Klo zweifelsohne war, auch wenn sie ihm als reichlich unsexy erscheinen dürfte.
Seine streichelnden Finger gaben ihr den nötigen Mut, den Kopf zu heben und ihn offen anzuschauen.
»Ich hatte da gerade ein ziemlich unschönes Erlebnis. Es hat was mit Pipi zu tun und glaube mir, mehr willst du davon nicht hören.« Daniel erwiderte ihren Blick; warm und verständnisvoll sah er ihr geradewegs in die Augen.
»Und ob ich das will. Erstens geht es um dich, da möchte ich von allem, was dich betrifft, auch das kleinste Detail erfahren und zweitens …« Er ließ den Satz unvollendet und nahm Melinas Gesicht in seine Hände. Bevor er ansetzte, sie gefühlvoll zu küssen, entdeckte sie ein vielsagendes Funkeln in seinen Augen, das ihren Herzschlag um einige Takte beschleunigte …