Ich will dich – Ein eindeutiges Angebot (Kurzgeschichte)

Ich will dich
Ein eindeutiges Angebot

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 03.11.2014

Wenn ich heute darüber nachdenke, fügt es sich zusammen, wie ein Puzzleteil in das andere. Natürlich waren seine Blicke mir aufgefallen, sein aufmerksames Verfolgen meiner Schritte, Worte und Gesten. Ich hatte ihnen nur keine Beachtung geschenkt. Erst als ich seine SMS bekam, in der er mir sein eindeutiges Angebot unterbreitete, war er in den Mittelpunkt meines Interesses gerückt.

 

Ich war fremd in der Stadt. Es sollte nicht mehr als ein kurzer Drink werden, ein Schlummertrunk vor dem Schlafengehen, als ich die lauschige Bar betrat. Praktischerweise befand sie sich unweit des Hotels, in dem ich während meines geschäftlichen Aufenthalts untergebracht war.

An einem freien Tisch ließ ich mich auf den Stuhl sinken und nahm die Getränkekarte zur Hand. Das lange Haar fiel mir seitlich ins Gesicht, woraufhin ich es mit einer, wie ich im Nachhinein von ihm erfuhr, überaus lasziven Handbewegung zurückstrich.

Solange ich auf meinen trockenen Martini wartete, wühlte ich in der Handtasche nach meinem Handy und einer Telefonnummer. Es stand ein wichtiger Anruf aus, den ich versprochen hatte, an diesem Abend zu erledigen. Bevor ich meine Zusage jedoch einhalten konnte, wurde die Bestellung gebracht und das Cocktailglas vor mir abgestellt. Kühl und herb rann die Flüssigkeit meine Kehle hinunter. Es tat gut; ich hatte an diesem Tag viel geredet, entsprechend rau fühlte mein Hals sich an.

Ich trank das Glas in einem Zug leer, nahm mein Mobiltelefon zur Hand und schaltete es ein. Das Erste, was ich sah, war ein rot blinkendes Symbol – es wies mich darauf hin, dass der Akku nur noch zu zwei Prozent geladen war. Das kann nicht funktionieren, realisierte ich. Für ein vollständiges Telefonat genügte es in keinem Fall. Da das Gespräch jedoch zu wichtig war, um es zwischendrin abreißen zu lassen, wandte ich mich an den Barkeeper.

Von einem freundlichen Lächeln begleitet, brachte er mir kurz darauf ein Schnurlostelefon an den Tisch. Dankend nahm ich es entgegen und telefonierte mit der neuen Geschäftspartnerin in den USA, wobei ich ihr im Laufe der Unterredung meine Handynummer durchsagte. Anschließend gab ich es dem Gastronomen zurück und überreichte ihm einige Münzen, die er geschäftstüchtig entgegennahm.

 

Kaum war ich an meinen Platz zurückgekehrt, erblickte ich im Display meines Smartphones die Mitteilung, dass eine Kurznachricht eingegangen war. Okay, dafür hatte es wohl grad noch genug Saft, schoss es mir in den Kopf und gab den Code ein, um die SMS zu lesen. Als ich sah, was dort geschrieben stand, färbten meine Wangen sich rot und mein Puls beschleunigte sich spürbar. Nie zuvor hatte ich eine derart eindeutige Nachricht von einem Unbekannten erhalten, wie an jenem Abend:

„Ich will dich, schlaf mit mir“, lautete sie. Was sollte ich hiervon halten? Wie darauf reagieren? Ich wagte nicht, den Kopf zu heben. Sicher schaut er zu mir her, vermutete ich richtig. Meine Hände zitterten aufgeregt, als eine zweite Meldung kam und ich auch diese öffnete:

„Links von dir, schwarze Jeans, graues Hemd.“ Nun riskierte ich doch einen Blick. Er saß drei Tische weiter, sah unerhört gut aus und grinste verschmitzt, wobei er nur einen seiner Mundwinkel nach oben zog. Unsicher erwiderte ich sein Lächeln. Noch immer wusste ich nicht, wie ich sein kühnes Vorgehen bewerten sollte. Durfte ich es ernst nehmen, mich gar auf sein Angebot einlassen? Lust hätte ich durchaus, wie ich an meinen empfindlich aufgerichteten Nippeln und der Feuchtigkeit in meinem Slip bemerkte.

Er schaute mich weiterhin an, wartete auf einen Fingerzeig meinerseits. Diesen bekam er unverzüglich; bevor meine Vernunft die Chance erhielt, zu protestieren, nickte ich ihm zwinkernd zu. Ja, ich wollte es, wollte mich kopfüber in dieses verruchte Abenteuer stürzen. Sein Grinsen wurde breiter; er zog das Portemonnaie aus der Tasche, legte einen Geldschein auf den Tisch und kam zu mir herüber. Mein Herz klopfte schneller – er war wirklich attraktiv. Groß, etwa dreißig Jahre alt, dunkelblond und einem Charme ausgestattet, der mich augenblicklich um den Finger wickelte.

„Tim Richter“, stellte er sich vor, wobei er mir eine gepflegte Hand entgegenstreckte. Ich ergriff sie lächelnd, doch bevor ich ihm meinen Namen nennen konnte, zog er mich vom Stuhl hoch und sanft zu sich heran.

„Lena“, erwiderte ich überrascht und blickte in ungewöhnlich temperamentvolle Augen.

 

Auf dem Weg ins Hotelzimmer fielen wir bereits im Fahrstuhl übereinander her. Tims Küsse fingen mich ein, seine Hände schienen überall zu sein. Dieses leise, tiefe Stöhnen, während seine Lippen meine berührten und seine Zunge sich selbstbewusst in meinen Mund schob, löste etwas in mir aus. Es traf jenen besonderen Punkt in meinem Inneren, der die Säfte unweigerlich zum Fließen bringt. Hitze flutete meinen Unterleib, mein Höschen wurde nass und nasser. Ich konnte es nicht leugnen, dieser große fremde Kerl machte mich geil.

Nachdem wir den Raum betreten hatten, betätigte er den Lichtschalter mit dem Ellenbogen – wie es schien, wollte er mich nicht nur fühlen und schmecken, sondern auch sehen. Doch kaum war die Zimmertür hinter uns zugefallen, zerrten wir uns die Kleider vom Körper. Wild, gierig und unbeherrscht. Seine Lust steckte an, ich wollte ihn so sehr, wie er mich. Er flüsterte Komplimente in mein Ohr, wie überwältigend schön ich sei, wie grazil und geschmeidig meine Bewegungen und Gesten. Dass ich ihm beim Hineinkommen in die Bar bereits aufgefallen wäre und er mich nicht mehr aus den Augen habe lassen können. Seither, so raunte er maskulin in mein Ohr, war es ihm nicht möglich, an etwas anderes zu denken, als an heißen, ungezügelten Sex mit mir. Jedes seiner Worte schmeichelte mir, küsste und streichelte mein weibliches Ego. Nur zu gern ließ ich mich mitreißen, von seiner Stimme und seinen Händen verführen.

Nicht lange und er hob mich auf das breite Hotelbett. Dort zog er mir das letztverbliebene Kleidungsstück herunter und warf das schwarze Höschen hinter sich auf den Boden. Er streifte sich seinen Slip ebenfalls ab, kniete sich zu mir und küsste mich erneut. Wieder drang seine Zungenspitze in meine Mundhöhle ein, noch fordernder, geradezu kompromisslos. Ich reagierte passend, übernahm meine Rolle in diesem heißblütigen Spiel. Unsere Zungen umschlangen einander, streichelten und liebkosten sich. Unwillkürlich stöhnte ich auf, stimmte erregt in seine Lustlaute ein. Unterdessen nahm er eine meiner aufgestellten Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger. Er drückte sie behutsam zusammen, fuhr dabei mit der Fingerkuppe fortwährend über sie hinweg. Es zog und kribbelte unbeschreiblich – ein Gefühl, das sich noch verstärkte, als er den Kuss unterbrach und an meinen Nippeln zu saugen begann. Meine Finger wühlten sich in seinen Haarschopf, zogen mit den Nägeln feine Bahnen, die ihm eine sofortige Gänsehaut bescherten. Der Sog seiner Lippen und Zunge wurde fester, sein Stöhnen inniger. Als ich mich seinen Body hinabstreichelte und gleich darauf die pralle Erektion umfasste, beschleunigte sich sein Atem.

„Ja Baby, nimm ihn in die Hand“, spornte er mich an.

„Worauf du dich verlassen kannst.“ Meine Stimme klang voll und rau. Die vielen, vorangegangenen Besprechungen, und nicht zuletzt die Lüsternheit, verliehen ihr dieses verwegene Timbre. Ich rieb die harte Stange erst langsam, dann stetig schneller werdend. Die Vorhaut straff zwischen meinen Fingerspitzen, rutschte sie immer wieder über die verdickte Eichel, bis ganz hinter den Rand zurück. Tim ließ keuchend von meinen Brüsten ab, tat es mir gleich und schickte seine Finger hinunter zu meiner klatschnassen Muschi. Als er spürte, dass ich vor Geilheit buchstäblich überlief, schaute er mich aus dunklen Augen an und flüsterte heiser, dass er es nicht mehr abwarten könne, mich zu vögeln. Zeitgleich drückte er Zeige- und Mittelfinger in meine glitschige Spalte, bewegte sie und führte zielgenaue Stoßbewegungen aus. Mir wurde heiß, weitere Nässe quoll aus mir hervor. Ich war unendlich scharf.

 

Stöhnend schob ich seine Hand beiseite, kam auf die Knie und hob mich über ihn. Reflexartig drängte er mir seine Hüfte entgegen. Die Hände auf meinen Po gelegt, versuchte er gleichzeitig, mich zu sich herunterzudrücken.

„Rutsch auf meinen Schwanz, Baby! Reite mich“, forderte er mich unverhohlen auf. Nichts lieber als das, dachte ich wollüstig und zögerte nicht, seiner unumwundenen Bitte nachzukommen.

Ich platzierte die Spitze seines großen, pochenden Ständers millimetergenau vor meinem Eingang. Er fühlte die Feuchtigkeit, fast schon rutschte er hinein. Diese Aussicht sorgte dafür, dass er merklich an Umfang zunahm.

„Ja! Oh geil!“ Keuchend dirigierte er mich, drückte mich auf seine Verhärtung hinunter, doch ich hielt dagegen. Unwillig keuchte er auf, doch ich wollte es mir nicht entgehen lassen, zuvor die dickgeschwollene Eichel in die Finger zu nehmen und sie einige Male genüsslich über meine Liebesperle zu reiben. Erst danach sank ich Zentimeter für Zentimeter auf seinen stahlharten Phallus hinab.

Den Kopf auf die Seite geworfen, wand Tim sich unter mir auf dem Laken. Ungeduld und seine grenzenlose Lust ließen ihn stöhnen. Nachdem ich spürte, in welch hohem Maße er mich ausfüllte und die Innenwände meiner Vagina dehnte, erging es mir ebenso. Ich hob und senkte mich, spannte jeden Muskel an und ließ ihn aus der heißen Enge heraus- und wieder hineingleiten. Es war göttlich, passgenau glitt er durch den schmalen Kanal, reizte die entlegensten Nervenfasern in meinem Innersten.

„Weiter, weiter“, rief er mir entgegen. Oh Gott, ja! Ich kam erneut auf ihn herunter, setzte mich auf seinen Harten, dass er bis zur Wurzel in mir war. Raue Schamhaare kitzelten meine Klit. Ich rieb mich an ihnen, fand meinen Rhythmus und stützte mich mit beiden Händen auf seiner Brust ab. Mein Takt wurde zu seinem, dennoch bewegten wir uns gegensätzlich. In der Mitte jedoch, wenn ich mich hinabsenkte und er mir sein Becken entgegenstemmte, stieß er tief in meine nasse Grotte hinein. Bald steigerte ich die Geschwindigkeit – mein Hinterteil rotierte und wippte. Ich machte mich eng, trieb uns gemeinsam an den Rand des Wahnsinns. Tims Finger krallten sich in das Fleisch meines Hinterns; ein eindringlicher Blick in meine Augen quittierte mein Tun.

„Nicht kommen“, flehte er angestrengt. Da dies auch nicht in meinem Sinne war, schlug ich einen Stellungswechsel vor.

 

Kaum hatte ich die Anregung ausgesprochen, rutschte ich von seinem zuckenden Schwanz herunter. Ich befand mich auf allen Vieren, wollte mich soeben auf den Rücken legen, als Tim sich aufsetzte und mich festhielt.

„Bleib so!“ Rasch kam er auf die Beine, kniete sich hinter mich und drückte meinen Oberkörper in die Kissen unter mir. Doggystyle, wie ich es liebte. In dieser Position präsentierte ich ihm wirkungsvoll meinen Hintern.

„Was für ein geiler Arsch!“, raunte er zutiefst erregt und streichelte sich durch die Poritze hindurch zu meiner Spalte vor. Tropfnass und weit offen wartete sie darauf, erneut von ihm ausgefüllt zu werden. Er strich um den Eingang, massierte die exponierte Klitoris und drang mit den Fingerspitzen ein. Dies jedoch reichte mir nicht:

„Steck ihn rein!“, rief ich ihm über meine Schulter hinweg zu. Ich sah das anzügliche Lächeln auf seinem Gesicht, als er mir mit bebender Stimme antwortete:

„Das werde ich, Baby, du sollst ihn haben …“ Er brachte sich in Stellung, legte die pulsierende Eichel dort an, wo sich eben noch sein Finger befand und stieß zu.

„Ja, weiter, tiefer!“ Stöhnend reckte ich mich ihm entgegen, wollte ihn in seiner ganzen Länge in mir. Er gehorchte, zog den stahlharten Phallus zurück, um sich mit einem einzigen, kräftigen Ruck endgültig in mir zu versenken. Gleich eines urgewaltigen Stroms rauschte das Gefühl durch mich hindurch, das sein harter Stoß in mir auslöste. Ich schrie lautstark auf, hinter mir hörte ich Tim kehlig stöhnen. Ohne innezuhalten, begann er sich zu bewegen – er ließ seine imposante Erektion fast ganz herausgleiten, nur um sie aufs Neue in mich zu rammen. Wieder und immer wieder stieß er zu. Machtvoll und stark, ähnlich einem Tier. Mit einer Vehemenz, die jede Faser meines Körpers zum Vibrieren brachte. Meine Geilheit war kaum noch steigerbar; ich war derart nass, dass es mir in Rinnsalen an den Oberschenkeln hinablief. Wie von Sinnen klammerte ich mich an dem Kopfkissen unter mir fest, biss hinein, wenn ich die Lustschreie nicht kontrollieren konnte, die wie von selbst aus mir herauskamen.

Seine Hände lagen an meiner Hüfte, weit vorn, dass die Fingerspitzen mein Schamhaar berührten. Schmerzvoll bohrten sie sich in das Fleisch, wenn er mich bei jedem weiteren Ruck kraftvoll zu sich heranzog. Seine Stimme klang dunkel und rau, sein Stöhnen durchdrang das Hotelzimmer. Schweißtropfen fielen von seiner Stirn auf meinen Rücken, heiß, beinahe glutvoll glaubte ich, unter ihnen zu verbrennen. Sein Rhythmus blieb konstant, er reizte meinen G-Punkt und sorgte dafür, dass ich den Höhepunkt bald heranrasen fühlte. Mit einem heiseren Aufschrei kündigte ich ihn an:

„Jaaa, weiter, gleich kommt es mir!“ Ein animalisches Aufstöhnen war seine Reaktion darauf. Zur selben Zeit spürte ich seine Fingerkuppen, die sich zu meiner nass-geschwollenen Klit vorschoben und sie gezielt massierten. Ein letzter tiefer Stoß, seine geschickten Hände an meinem delikatesten Körperteil – dieses Übermaß an Emotionen sorgte dafür, dass ich von der Erde abhob und in einem gigantischen, langanhaltenden Orgasmus explodierte. Ich ächzte und stöhnte, ein feiner Speichelfaden löste sich aus meinem offenen Mund. Sämtliche Muskeln meines Unterleibs zuckten, heiße Wellen durchfluteten mich. Unwillkürlich spannte ich die Ringmuskeln meiner Vagina an, die sich fest um Tims zuckenden Phallus schmiegten. Haltlos keuchend stieß er durch sie hindurch, dann gab auch er, von einem erlösenden Aufschrei begleitet, auf.

„Ich spritze ab, Mädchen! Jetzt!“ Das letzte Wort ging in einem unbeherrschten Stöhnen unter. Er verharrte mit angehaltenem Atem, presste sich mit aller Kraft in meine überflutende Schnecke und zog mich eng an sich heran. Als er wieder Luft holte, jaulte er auf und ich spürte sein heißes Sperma in das glitschige Innere meiner Höhle jagen. Sein Schwanz war härter und größer als zuvor, er pumpte, zuckte und pulsierte unaufhörlich. Tim hielt mein Becken in fester Umklammerung, während es ihm kam und kam und kam.

 

Er blieb über Nacht. Da ich am nächsten Morgen jedoch früh aufstehen und rechtzeitig am Flughafen eintreffen musste, gestaltete sich unsere Verabschiedung kurz. Kein gemeinsames Frühstück, weder liebevolle Umarmungen, noch innige Küsse. Einzig seine Bitte, mich bei ihm zu melden, wenn es mich wieder einmal in seine Stadt verschlagen sollte, waren mir von der ungewöhnlichsten und zugleich geilsten Begegnung meines Lebens geblieben. Ich brauchte nicht zu überlegen, um zu wissen, dass ich es tun würde. Seine Handynummer hatte ich ja bereits.

VG Wort