Kinobesuch – Gemeinsam in die Hose pinkeln (Kurzgeschichte)

Kinobesuch
Gemeinsam in die Hose pinkeln

Von Magenta König

Kurzgeschichte, erschienen am 28.11.2001

Es ist Freitagabend, kurz nach einundzwanzig Uhr. Ich sitze neben meinem Liebsten im Kino und genieße die etwas kitschig geratene Liebeskomödie. Nun ja, lustig ist sie trotzdem. Da wir spät dran gewesen waren, hatten wir nur noch die letzten Plätze in einer der vorderen Sitzreihen nahe der Leinwand ergattern können, aber so rächte sich wohl unsere spontane Entscheidung, diesen Film heute ansehen zu wollen.

 

Der Streifen läuft bereits seit über einer Stunde. Um uns herum ist es ruhig, vom Knistern und Rascheln einiger Chips- und Süßigkeitentüten abgesehen. An die starke Schulter zu meiner Rechten gelehnt, bewege ich mich nur, um von Zeit zu Zeit an dem vor mir stehenden Getränk zu nippen.

Er hat inzwischen sein zweites Bier gebracht bekommen. Kinos mit Bedienung sind doch was Feines … es hat seinen Grund, weshalb wir immer wieder dieses kleine Filmtheater aufsuchen und so gut wie nie einen der riesigen Megakomplexe, wenn auch dort natürlich die Blockbuster zuerst laufen.

Mein Schatz greift nach seinem kühlen Getränk mit der weißen Schaumkrone; genussvoll und mit großen Schlucken trinkt er davon. Doch besonders Bier sorgt bei ihm für eindeutige Konsequenzen. Es dauert nur einige weitere Minuten, bis ich merke, wie er unruhig wird und auf dem gepolsterten Sitz herumzurutschen beginnt. Plötzlich setzt er sich auf:

„Ich glaub, ich muss mal kurz wohin.“ Aha, als hätte ich es mir nicht schon gedacht … und selbstverständlich hätte er ebenfalls die Folgen vorausahnen können. Allerdings kenne ich ihn inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er genauso ungern das Kino inmitten der Vorstellung verlässt wie ich. Man könnte einen möglicherweise wichtigen Teil des Films verpassen. Und im Dunkeln herumzustolpern und dabei eine Gruppe kichernder Frauen oder ein knutschendes Pärchen aufzuscheuchen, an denen man sich vorbei zwängen muss, ist ebenso wenig reizvoll. Er denkt vermutlich dasselbe, während er unschlüssig unsere Sitzreihe hinunterschaut.

„Ach, weißt du was, wir sind hier ja eh bald raus, es ist ja bestimmt gleich zu Ende.“ Mit diesen Worten sinkt er zurück in den gemütlichen Kinosessel, woraufhin ich mich sofort wieder zärtlich an ihn schmiege. Doch dieses Mal nicht ohne Hintergedanken …

 

In der folgenden halben Stunde ist deutlich zu spüren, dass seine Aufmerksamkeit nicht mehr ausschließlich der Liebeskomödie gilt. Sein Hintern ist durchgehend in Bewegung, er verlagert sein Gewicht, schlägt die Beine übereinander, nur um dann erneut die Sitzposition zu wechseln. Ich nehme an, dass sein Sitznachbar von dem ständigen Geruckel genervt ist, doch darüber macht er sich keine Gedanken. Die Möglichkeit, mich an ihn zu kuscheln, habe ich sehr schnell nicht mehr, dafür ist er viel zu unruhig.

Ich lehne mich in mein Polster und beobachte ihn. Seine Hände nesteln nervös an der leeren Eiskonfektpackung, wandern für winzige Momente in seinen Schritt. Dieser hektische Griff bringt ihm vermutlich jedoch kaum Erleichterung. Ob seine Blase tatsächlich schon so kurz vor dem Überlaufen ist? Ich meine, zusätzlich zu dem lauten Ton des Films nun ebenfalls seinen angespannten Atem zu hören. Auch ich achte immer weniger auf die Handlung … die Leinwand verblasst neben der sexy Vorstellung, die mein Liebster mir bietet.

 

Als endlich der Abspann läuft, stehen wir zuerst auf. Höflich wäre es gewesen, den anderen Zuschauern noch einen Moment zu gönnen, um in Ruhe den Film ausklingen zu lassen, doch jetzt kann er offensichtlich keine Rücksicht mehr nehmen. Wir drängeln uns in der schmalen Sitzreihe an den übrigen Kinobesuchern vorbei und verlassen fast als Erste, zusammen mit einigen anderen Ungeduldigen, Hand in Hand den noch dunklen Raum.

 

Im Foyer des kleinen Kinos kann man kaum einen Fuß vor den anderen setzen; dicht gedrängt warten die Besucher der Spätvorstellung auf ihren Einlass in die jeweiligen Säle. Da sich die Toiletten des Etablissements auf der gegenüberliegenden Seite der Halle befinden, würde es schon erheblichen Ellenbogeneinsatz brauchen, um sich dorthin durchzukämpfen – nur um dort dann vermutlich in einer Schlange anstehen zu müssen. Da ich diesen Aufwand als sehr hoch empfinde und für Situationen wie diese, grundsätzlich nur wenig Geduld aufbringe, ziehe ich meinen Schatz unmittelbar in Richtung Ausgang. Zudem begründet sich mein Verhalten natürlich dadurch, dass sein Zustand mich nicht unbeträchtlich anmacht.

Ich fühle die Aufregung in meinem Magen und die Lust in meinem Unterleib kribbeln. Schon das Beobachten meines Mannes während des Films hat dafür gesorgt, dass sich die Feuchtigkeit in meinem Schritt sammelt und ich spüre, wie bereit ich für ihn bin.

Seinen zu erwartenden Protest, als ich den großen Glastüren zur Straße zustrebe, übergehe ich mit laxen Worten:

„Bis wir zu Hause sind, wirst du es wohl noch durchhalten. Hier ist es so tierisch voll. Komm schon, vor den Klos wartest du genauso, die wollen doch alle noch, bevor sie reingehen.“

Obwohl ihm diese Aussicht nicht sonderlich gefällt, kennt er mich doch gut genug, um zu wissen, dass jeder Widerspruch zwecklos ist. So setzen wir unseren Weg eilig fort, er immer einen Schritt vor mir. Ich habe das Gefühl, dass er mir fast die Hand zerquetscht – seine Not muss immens sein.

 

So erreichen wir das nahe gelegene Parkhaus. Dort zahlen wir am glücklicherweise ungenutzten Kassenautomaten das Parkticket, wobei es schier endlos dauert, bis der Automat den zerknitterten Geldschein annimmt und in den Schlitz einzieht. Mein Liebster tritt von einem Fuß auf den anderen, kann nicht mehr ruhig stehen. Fast täte er mir leid, wenn es nicht so unglaublich sexy wäre.

Endlich kommen wir zu unserem Auto. Er atmet hörbar aus, als er sich gequält auf den Beifahrersitz fallen lässt. Diskussionen, wer fährt, gibt es heute zur Abwechslung keine, wobei ich wegen des Bierkonsums ohnehin nicht nachgegeben hätte. Mein sonst recht streitbarer Mann scheint allerdings dafür dankbar zu sein, sich völlig auf seine Verzweiflung konzentrieren zu können. Er schnallt sich an, hält den Sicherheitsgurt dabei tunlichst von seinem Unterleib fern. Seine Hand wandert in seinen Schritt. Wir haben es vor den Massen, die nach uns das Kino verlassen haben, geschafft heraus zu kommen – keine fünf Minuten später passieren wir die Schranke des Parkhauses und sind gleich darauf auf der Straße.

 

Während der Fahrt fällt mein Blick immer wieder in seinen Schoß und ich erkenne, dass er mit der Hand fleißig knetet und auf diese Art versucht, den heftigen Pinkeldrang zu lindern. Ich lächle zu ihm herüber, was er mir verkniffen zurückgibt. Seine Unterlippe ist zwischen seinen Zähnen verschwunden.

Der Rückweg führt uns durch verhältnismäßig leere, abendliche Viertel. Nach etwa fünfzehn Minuten biegen wir in unsere Wohnsiedlung ein. Glücklicherweise ist die Parkplatzsuche unmittelbar erfolgreich und wir stellen den Wagen fast direkt vor dem Haus ab. Ich beeile mich, aus dem Fahrzeug zu kommen und auf dem Gartenweg vor ihm herzugehen, um schnell die Eingangstür für ihn zu öffnen. Nicht, dass er in seiner Not auf die Idee kommt, Nachbars Rosen zu bewässern … dies wäre doch unpassend.

 

Im Flur unserer Wohnung hänge ich achtlos den Mantel auf den Garderobenhaken und halte meinen Süßen auf, der verständlicherweise panisch und ohne Umwege dem Bad zustrebt.

„Och, wollen wir nicht lieber sofort ins Bett?“, frage ich schnurrend. Ich kuschle mich an ihn heran und schaue ihm direkt in die wundervollen, blauen Augen. In genau diesem Moment reicht auch die größte Muskelanstrengung seinerseits nicht mehr aus. Er keucht leise auf und im selben Augenblick fühle ich, wie es an meinem Bauch warm wird. Der Druck muss enorm hoch gewesen sein, denn seine Jeans ist auf der Stelle durchnässt. Es läuft an seinen und meinen Beinen hinunter, bevor es hörbar auf das Laminat plätschert.

Er schließt die Augenlider und genießt die Entspannung. Nun stöhnt er laut, vor Wohlgefühl und Erleichterung. Sein Gesichtsausdruck ist unbezahlbar. Ich schmiege mich noch enger an seinen Körper, will die heiße Nässe spüren. Auch er umschlingt mich mit den Armen und beginnt, mich innig zu küssen.

 

Nun lasse auch ich los, was ich schon den ganzen Nachmittag bis zu diesem Zeitpunkt genussvoll zurückgehalten habe. Es strömt aus mir hervor, durchtränkt meinen Slip und die Hose und vermischt sich mit seiner goldenen Feuchtigkeit. Wenn es bei mir auch nicht sonderlich dringend war, so hat sich im Laufe der Zeit doch eine beachtliche Menge in meiner Blase angesammelt. Eine zweite Flutwelle tränkt unsere Kleidung und vergrößert die Lache zu unseren Füßen. Es ist unfassbar erotisch.

Als bei uns beiden der Strom verebbt ist, beginnt er, mich auszuziehen. Ich fühle, wie erregt er nun ist. Seine Lippen berühren meine hart und fordernd. Auch ich befreie ihn von der tropfenden Kleidung, die wir achtlos auf den Boden fallen lassen. Als ich im pitschnassen Höschen vor ihm stehe, hebt er mich auf seine Arme und trägt mich ins Schlafzimmer. Ich weiß, dass er nasse, sexy Fußabdrücke hinterlässt.

 

Er legt mich, so wie ich bin, auf unser Bett und kommt über mich. Leidenschaftliche Küsse bedecken mein Gesicht, meinen Hals und verteilen sich auf dem Rest meines erhitzten Körpers. Sein steifer Schw**z schiebt sich zwischen meine Schenkel; er drückt sich in mich, doch der Slip verhindert sein Eindringen noch.

Lustvoll reibt er meine empfindlichste Stelle, was mich ungehemmt stöhnen lässt. Ich will ihn tief in mir, jetzt, sofort! Keuchend bitte ich ihn darum, aber er ignoriert meinen Wunsch und streichelt mich stattdessen weiter. Seine Hände sind überall. Er zieht den Steg des Höschens beiseite und seine Finger gleiten durch die Nässe, sind in mir. Ich ringe nach Luft. Er verwöhnt mich mit den Fingerspitzen, die mich fast verrückt machen.

Kurz vor meinem Höhepunkt hält auch er es nicht mehr aus und gleitet mit seiner mächtigen Erektion tief in mich hinein. Endlich fühle ich seinen großen Schw**z – prall und steinhart … Ich passe mich seinen festen Stößen an, umklammere ihn wie eine Ertrinkende. Wir sind beide so ultrakurz davor. Es dauert nicht lange und wir kommen – zusammen. Der Orgasmus ist unglaublich, so heftig, wie es ausschließlich unsere nasse Leidenschaft erreichen kann. Und es ist nur der erste in einer langen, wundervollen Nacht …

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