Kneipen-Unfall – Nass mit süßen Folgen (Kurzgeschichte)

Kneipen-Unfall
Nass mit süßen Folgen

Rebecca Valentin

Ein nasser Unfall direkt vor den Augen der Kneipen-Clique – kann einem etwas peinlicheres passieren? Verzweifelt wähnt Laura sich dem künftigen Spott ihres Freundeskreises ausgesetzt. Mit Nils’ Reaktion rechnet sie jedoch überhaupt nicht …

Story

Kneipen-Unfall
Nass mit süßen Folgen

Rebecca Valentin

 

Oh Gott, wie peinlich! Und alle haben es gesehen! Wie konnte das nur passieren, da kann ich nie wieder hingehen und wahrscheinlich muss ich mir neue Freunde suchen … Tränen der Scham liefen Lauras gerötete Wangen hinab, wollten gar nicht mehr aufhören zu fließen. Ihr Entsetzen sowie das Unverständnis über das blamable Missgeschick kreisten unaufhörlich in ihrem Kopf umher, als sie mit einer pitschnassen Jeans im Fond des Taxis saß und bemüht war, nicht allzu auffallend zu heulen. Die Schluchzer schluckte sie tapfer herunter, was auf den lautlosen Tränenfluss nicht zutraf – dieser ließ sich beim besten Willen nicht stoppen. Die bunten Lichter der nächtlichen Stadt rauschten an ihrem Seitenfester vorbei; der ältere Herr am Steuer warf ihr im Rückspiegel ein aufmunterndes Lächeln zu.

Um das Sitzpolster zu schützen, hatte sie sich vor dem Einsteigen die Jacke unter den Po gelegt. Ebenso wenig, wie sie vorhatte, durch ihr Weinen Aufsehen zu erregen, sollte der freundliche Taxifahrer später ein feuchtes Souvenir ihres beschämenden Abgangs aus dem Bierkeller in seinem Wagen vorfinden.

 

So leise es ihr möglich war, putzte sie sich die Nase. Hierbei spürte sie, wie heiß ihr Gesicht sich noch immer anfühlte. Wäre ich doch bloß nicht mitgegangen, bereute sie ihre Leichtsinnigkeit im Nachhinein, den Überredungskünsten der Clique nachgegeben zu haben. Diese war am frühen Abend bei ihr aufgekreuzt und hatte sie erfolgreich beschwatzt, sie trotz einer beginnenden Erkältung zu einem Kneipenbummel zu begleiten.

Wie es im Allgemeinen geraten wurde, hatte sie, um die lästigen Viren zu vertreiben, den gesamten Nachmittag bereits reichlich Tee und Wasser getrunken. Entsprechend oft war sie ins Bad geeilt um ihre Blase zu leeren – ein Bedürfnis, welches sich in dem kleinen, gut besuchten Brauhaus fortsetzen würde, wie sie schon beim Aufbruch erahnt hatte.

Bei ihrer Getränkebestellung war nicht abzusehen gewesen, als welch enormes Problem sich das Vorhaben, das Klo regelmäßig zu besuchen, noch herausstellen sollte. So war es ihr nach einem großen Glas Weizenbier und einer quälenden Dauer des Anstehens lediglich ein einziges Mal gelungen, eine freie Kabine in der überfüllten Damentoilette zu ergattern. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte nicht viel gefehlt, bis es ihr unhaltbar in die Hose gelaufen wäre, doch sie hatte, die Hand fest zwischen die Schenkel gepresst, das Malheur gerade noch verhindern können.

Nachdem sie, aufgrund der fortdauernden WC-Überfüllung, von einem weiteren Versuch ergebnislos zurückgekehrt war, hatte ihre Resignation sie nur mehr vorsichtig an ihrem zweiten Getränk nippen lassen. Es wird schon gehen, ich halte es irgendwie bis nach Hause aus, hatte ihr verbissener Beschluss gelautet, parallel zu dem Vorsatz, sich bereits in naher Zukunft auf den Heimweg zu machen. Hier war ihre Harnblase jedoch entgegengesetzter Meinung gewesen: Sie hatte sich schneller als gewöhnlich bis an ihre Belastungsgrenze gefüllt, Laura erneut in Richtung der Toiletten gezwungen und dafür gesorgt, dass sie sich zum wiederholten Male in die Schlange der weiblichen Gäste hatte einreihen müssen. So war sie nervös von einem Fuß auf den anderen getreten, die rechte Hand so energisch zwischen die Beine gezwängt, dass die Fingerspitzen sich tief in den warmen Spalt ihrer Muschi gedrückt hatten. Oh, bitte, bitte, beeilt euch, ich mach mich gleich nass, ich kann es fast nicht mehr einhalten, war sie den übrigen Frauen im Geiste nahegetreten, sich gehörig zu sputen.

Bedingt durch die hohe Anzahl von Besuchern, die sich an jenem Samstagabend auf ein Glas frisch gebrauten Bieres eingefunden hatten, warteten weitaus mehr Damen vor ihr in der Reihe, als Lauras Blase zu verkraften in der Lage war. So dauerte es nicht lange, bis diese nachgegeben und einen ersten Schwall heißen Urin in den Slip entlassen hatte. Zu Lauras Erschrecken war diesem ein Zweiter gefolgt, der sie panisch aus dem Sanitärbereich hatte stürmen lassen.

 

Von dem dringlichen Wunsch erfasst, sich so rasch wie möglich zu verabschieden, um ohne Umwege in ihr Zuhause zu kommen, war sie durch das Gedränge zurück zu ihrem Tisch gehetzt. Und obwohl sie sich beim Kramen in ihrem Portemonnaie mit fest überkreuzten Schenkeln angestrengt nach vorn über den Holztisch gebeugt hatte, war es dennoch geschehen: Unter den Blicken aller hatte sie die Kontrolle verloren und machtlos gespürt, wie es mit druckvollem Strahl aus ihr hervorgeschossen und hörbar zischend in ihr Höschen geströmt war. Sofort hatte der knappe Slip sich klitschnass angefühlt; die warme Feuchtigkeit hatte sich in die saugfähigen Stoffschichten gesogen und war wenig später durch den blauen Denim der engen Jeans nach außen gedrungen. Hilflos und ohne etwas dagegen unternehmen zu können, hatte Laura, den Tränen nah, an sich heruntergeschaut und die nass-glänzenden Streifen, die sich bis zu den Schuhen hinunterzogen und von dort auf den Boden tropften, nur schemenhaft wahrgenommen. Einzig das demütigende Wissen, dass sie sich vor der versammelten Clique in die Hose gepinkelt hatte, war noch von Bedeutung gewesen. Selbst die einhergehende Erleichterung und das befreiende Gefühl waren zur Nebensächlichkeit geworden.

 

Fluchtartig hatte sie die übervolle Kellerkneipe verlassen, war zum nächstliegenden Taxistand gerannt und dort in das erstbeste, freie Fahrzeug gestiegen. Und hier saß sie nun, heulte vor Scham und verfluchte die fahrlässige Entscheidung, die sie wenige Stunden zuvor getroffen hatte. Wie konnte ich nur so dumm sein, mitzugehen, nach allem, was ich vorher schon getrunken hatte?, fragte sie sich zu Recht. Oh Mann, ich kann denen nie wieder unter die Augen treten, weinte sie leise vor sich hin und war sich in jenem Moment sicher, dass der zwar nettgemeinte, aber dennoch unabwendbare Spott der Freunde sie bis auf ewig verfolgen dürfte.

 

Obwohl die Jacke unter ihrem Hintern derart deutliche, feuchte Spuren zeigte, dass man meinen konnte, sie hätte einen Teil der Nässe aufgenommen, spürte Laura beim Aussteigen, dass die Jeans an ihrem Po so durchnässt war, wie zuvor. Auch das klamme Gefühl, welches sie während des Gehens an den Innenseiten ihrer Oberschenkel bemerkte, war unverändert mit dem, was ihr beim Hinausstürmen aus dem Lokal aufgefallen war. Einzig mit dem Unterschied, dass sich die Hosenbeine nun abgekühlt hatten und der Jeansstoff unangenehm an der Haut haftete. Erfreulicherweise war die Nacht mild und die Temperatur einigermaßen warm, so dass ein Verschlimmern ihrer heranziehenden Erkältung nicht zu befürchten stand.

Der fahle Schein einer Straßenlaterne leuchtete ihr den Weg; am klaren Himmel über ihr funkelten die Sterne, welche sie jedoch nicht zu trösten vermochten.

 

In ihrer Wohnung angekommen, machte sie zunächst Licht, danach gab sie die leichte Sommerjacke in die Wäsche. Im Anschluss wollte sie sich umgehend Hose und Slip ausziehen, um diese Kleidungsstücke ebenfalls in den Behälter für Schmutzwäsche zu befördern, als es überraschend an ihrer Haustür läutete. Und schon geht es los, seufzte Laura innerlich und glaubte, dass bereits jetzt ein Teil ihres Freundeskreises, der mit seiner Häme nicht bis zum folgenden Tag würde warten können, grinsend vor ihrer Tür stand.

 

Sie täuschte sich, wenn auch nicht vollkommen – zwar gehörte der blonde Nils, den sie nach dem Öffnen erblickte, ebenfalls ihrer Clique an, jedoch zeigte der Ausdruck seines Gesichts alles andere als Hohn oder Belustigung. Vorsorglich, und um die Scham zu überspielen, fragte sie dennoch nach:

„Na, bist du hergekommen, um mich auszulachen?“ Ein ehrlich gemeintes Kopfschütteln war die Antwort des langjährigen Freundes, dem er eine stockende Erklärung anfügte:

„Ganz bestimmt nicht. Du … ähm … weißt du, was du da gerade im Bierkeller … Das war irgendwie …“ Laura starrte ihren späten Besucher irritiert an. Hinzu kam der Umstand, dass sie noch immer in ihren nassen Klamotten steckte, was die Situation nicht unkomplizierter machte.

„Okay, tja … Komm doch erstmal rein. Denn ich wollte … mich grad umziehen“, unterbrach sie den stammelnden Nils ebenso peinlich berührt. „Das kannst du sicher verstehen“, fügte sie verlegen lächelnd an, woraufhin ihr Gast zu ihr in den Wohnungsflur trat und sie im nächsten Augenblick eng zu sich heranzog. Hui, was tut er?, wunderte sie sich erstaunt. Eine solche Nähe bestand für gewöhnlich nicht zwischen ihnen. Zwar waren sie einander vertraut – als Freunde, Kumpel und gemeinsame Partygänger, doch mehr hatte sich nie ergeben. Schade, wie Laura manches Mal bedauert hatte, wenn sie wieder einmal auf einen seiner unverbindlichen Flirts eingestiegen war, sein neckisches Zwinkern zurückgegeben oder herzhaft mit ihm zusammen gelacht hatte.

 

Seine Arme lagen um ihre Schultern, was sie als ausgesprochen angenehm empfand, die Finger beider Hände wühlten sich in ihr langes Haar. Er hielt ihren Kopf in sanftem Griff, indessen seine Lippen sich ihrem Ohr näherten und er sie atemlos bat:

„Nein, bitte nicht. Lass die nassen Sachen an, sie sind so verdammt sexy an dir.“ Die eingepieselten Jeans? Im Ernst?, wollte Laura soeben erwidern, als sie schon die Verhärtung in seiner Körpermitte spürte, die er anstelle einer Erklärung zaghaft gegen ihren Schoß drängte. Erstaunt riss sie die Augen auf und sah ihn verblüfft an. Nils hingegen wandte den Blick zur Seite. Er hat Schiss, dass er zu weit gegangen ist und ich nun sauer auf ihn bin, erkannte Laura und überlegte gleichzeitig mit klopfendem Herzen, was es mit der Erektion auf sich haben könnte, die sie so eindeutig an ihm erfühlt hatte. Irgendwie scheint ihn das mit meinem Einpinkeln anzumachen, zog sie die Schlussfolgerung, die sie nur noch stärker verwirrte. Aber wieso? Das kann gar nicht angehen, oder doch? Gibt es das wirklich?

 

Während sie noch perplex in seinen Armen stand, drehte Nils das Gesicht zurück zu ihr.

„Schlimm?“, fragte er leise, „dass ich ’n Steifen hab?“ Nun war es an Laura, den Kopf zu schütteln. Bevor sie jedoch etwas hinzufügen, oder die Fragen stellen konnte, die sie beschäftigten, wurde sie bereits innig geküsst. Seine Zungenspitze fand ihre, umspielte sie zärtlich. Zeitgleich gingen die Hände des Blonden auf Wanderschaft, strichen über ihren nassen Hintern, was ihm ein unwillkürliches Stöhnen entlockte, und begaben sich abwärts bis ins feucht-warme Delta ihrer Schenkel. Durfte sie ihm ein solch intimes Vortasten erlauben? Immerhin waren sie kein Paar … Und doch fühlte es sich zu schön an, als dass sie den Freund hätte wegstoßen mögen.

„Ohhh, Wahnsinn“, keuchte Nils zwischen zwei Küssen, „wie tierisch du dich vorhin nassgemacht hast und wie geil das riecht und sich anfühlt.“ Er streichelte sie hingebungsvoll, presste seine Hüfte fester an ihre heran und vollführte kreisende Bewegungen, bei denen der Mittzwanzigerin nicht entging, dass sein Phallus an Größe und Härte zunahm. Dies zu erleben gefiel ihr; tief in ihrer Mitte begann es ebenfalls, verräterisch zu kribbeln. Ihre Brustwarzen verhärteten sich; sie suchte seinen Mund, um in einen erneuten Kuss mit ihm einzutauchen. Sollte dieses anfangs so verfänglich-peinliche Erlebnis die Wende in ihrer Freundschaft mit Nils bringen und womöglich ein Liebespaar aus ihnen werden lassen? Sie hoffte es inständig, und wenn sie sich nicht komplett täuschte, waren sie auf direktem Wege dorthin. Die Worte, die er ihr vor Erregung heiser zuraunte, als er seine Lippen von ihren fortnahm und sie besonders gefühlvoll an sich herandrückte, bestätigten jede Vermutung:

„Weißt du … Ich fand dich schon immer toll, aber seit heute bin ich dir endgültig verfallen, süße Laura.“

VG Wort

 

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Erscheinungsdatum 12.06.2017
Autor Rebecca Valentin
Verlag Edition Aurum
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