Lena – Wenn die Zeit stillzustehen scheint (Kurzgeschichte)

Lena
Wenn die Zeit stillzustehen scheint

Vierte Geschichte aus dem Buch „Dringend!“

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 23.04.2026

VG Wort

Lena steht dringend pinkeln müssend vor einer Lagerhalle und presst sich ihre Hände in den Schritt.

 

Unruhig schaute sie auf die Uhr an ihrem Handgelenk: fast Viertel nach zwei. Wo blieb er nur? Um vierzehn Uhr, so hatte der Chef in seiner E-Mail angekündigt, wollte er sich mit ihr am Außenlager treffen. Es war ein neues Kommissionierungssystem eingeführt worden, in das sie, da sie für den Ablauf der Lagerorganisation zuständig war, vor Ort eingewiesen werden sollte.

Die Zeit schien stillzustehen – je länger sie auf ihren Vorgesetzten wartete, desto stärker nahm dieser Eindruck zu. Ausgerechnet heute, schimpfte Lena fröstelnd vor sich hin, während sie sich unwohl vorbeugte und, von einem Bein auf das andere tretend, das Verwaltungsgebäude der Firma fest im Blick behielt.

 

Seine Mitteilung war extrem kurzfristig eingegangen, mitten hinein in den Berg von Arbeit, der sich auf ihrem Schreibtisch gestapelt und ihr den gesamten Vormittag kaum Zeit zum Atmen gelassen hatte. Stunde um Stunde hatte sie etliche Telefonate geführt und haufenweise Papierkram bearbeitet – ihr Stress reichte so weit, dass jeder Versuch, zwischendurch die Toilette aufzusuchen, bereits im Ansatz gescheitert war. Ständig war ihr etwas dazwischen gekommen, zuletzt die Benachrichtigung von Herrn Hoffmann, mit der er sie über die bevorstehende Schulung informiert hatte. Sie erreichte sie genau in dem Moment, als sie den Druck ihrer Blase nicht länger hatte ignorieren können und sie, aller Hektik zum Trotz, soeben den Gang zum WC antreten wollte. Nachdem sie im Absender jedoch den Namen des Chefs erkannt hatte, war sie zurück auf ihren Schreibtischstuhl gesunken, um ihm sofort zu antworten und den zeitlich engen Termin zu bestätigen.

Im Anschluss daran hatte ihr die Wanduhr des Büros gezeigt, dass sie sich beeilen musste – der Weg über den Parkplatz zu den Lagerhallen würde einige Minuten in Anspruch nehmen. So hatte sie kurzerhand auf ihren Mantel verzichtet und sich in Businessrock und Bluse auf den Weg gemacht.

Vor dem Aufzug wartend, erschauerte sie und presste unwillkürlich die Oberschenkel zusammen. Immer diese Hektik – sie beschloss, nach ihrer Rückkehr unverzüglich pinkeln zu gehen.

 

Fünfzehn Minuten später stand sie vor Kälte zitternd an der Halle und hielt das Drängen ihrer Harnblase kaum noch aus. Der starke Tee vom Vormittag verlangte energisch, ihren Körper wieder verlassen zu dürfen. Kein anderer Gedanke hatte noch Platz. Suchend schaute sie sich um. Ob ich hier nicht eben …? Nur kurz hinter dem Gebäude verschwinden, überlegte sie desperat, zog jedoch in Erwägung, dass ihr Boss in genau dieser Sekunde auftauchen könnte. Er würde sie vermissen oder, was ihr weitaus schlimmer erschien, sie in einer hockenden Haltung, mit heruntergelassenem Höschen vorfinden. Ungeachtet des frischen Herbstwetters fühlte Lena, wie ihr der Schweiß ausbrach. Eine Woge des Drangs löste die Nächste ab, während sie sich stöhnend die Hand unter den Rock schob, um sich unterstützend zuzuhalten. Der Baumwollstoff des Slips zwängte sich straff in ihre feuchtheiße Mitte; sie überkreuzte die Beine, schloss sie eng zusammen. Oh, ich muss so nötig, wann ist er endlich hier?

Inzwischen bereute sie es inständig, vor ihrem Aufbruch nicht noch rasch zum Klo gegangen zu sein. Die paar Minuten hätte ich nun wirklich noch gehabt, resümierte Lena niedergeschlagen. Und während sich gerade eine Gänsehaut über ihr ausbreiten wollte, sah sie im selben Augenblick den Geschäftsführer aus der Ferne auf sich zukommen. Schnell zog sie die Finger aus ihrem warmen Schoß.

 

Thies Hoffmann lächelte entschuldigend, als er ihr die Hand zur Begrüßung reichte.

»Mir ist etwas dazwischen gekommen, Frau Reimer. Tut mir leid, dass Sie warten mussten.« Seine Angestellte zwang sich zu einem Lächeln; aufgesetzt gelassen antwortete sie ihm:

»Ach, das macht nichts, kein Problem.« Und ob es eines war – sie näherte sich gefährlich einer Grenze, die sie keinesfalls überschreiten wollte. Schon gar nicht im Beisein ihres gut aussehenden Vorgesetzten.

»Dann wollen wir mal.« Er hielt ihr die Metalltür der Lagerhalle einladend auf. Lena ging vor – unbewusst verknüpfte ihr Gehirn das Betreten eines Innenraums mit der Aussicht auf eine rettende Toilette. Dies führte dazu, dass ihre Blase sich dezidierter meldete, denn je. Ihr erbittertes Fordern nötigte Lena, in den Knien einzuknicken und die Luft scharf zwischen ihren Zähnen hindurchzuziehen – nur auf diese Weise war es ihr möglich, ein unfreiwilliges Einnässen des Slips zu vermeiden. Dieser kurze Moment reichte aus, den Kopf des Chefs zu ihr herumschnellen zu lassen.

»Alles in Ordnung?« Sie nickte verhalten, bemerkte jedoch, dass ein schwer zu definierender Ausdruck in seinen Augen lag. Sein Blick schien ihr auf seltsame Weise interessiert zu sein. Zu jenem Zeitpunkt ahnte sie nicht einmal ansatzweise, welch große Faszination eine üppig gefüllte, weibliche Blase auf ihn ausübte und welch starke Erregung sie bei ihm auszulösen vermochte.

»Danke, es geht schon wieder«, wiegelte sie ab und beschloss, sich von nun an zusammenzunehmen. Ein peinlicher Zwischenfall wie dieser durfte ihr kein zweites Mal geschehen. Seite an Seite gingen sie die Regale entlang. Und während Thies Hoffmann redete und ihr das neu installierte System erklärte, ließ er Lena nicht aus den Augen. Wie gern hätte sie sich auf seine Worte konzentriert und ihm genauestens zugehört, doch die erforderliche Aufmerksamkeit aufzubringen, war sie beim besten Willen nicht in der Lage. Ihre Gedanken drehten sich einzig um ihre zunehmende Misere. Zwar tat ihr die Bewegung gut, da sie bei dieser Gelegenheit die Schenkel unauffällig aneinander reiben konnte, doch einen Ausweg brachte auch sie nicht. Zu gern hätte sie obendrein die Hand vor ihre drängende Spalte gedrückt, jedoch war eine intime Geste wie diese undenkbar. Wenn er mich nur nicht ständig anschauen würde, spekulierte sie, dann könnte ich es wagen.

 

Dass der Geschäftsführer des Öfteren mit der Begründung stehen blieb, ihr manchen Punkt besonders ausführlich erläutern zu wollen, war kein Zufall. Wie ein Schwamm sog er die Zeichen ihrer offensichtlichen Pee-Desperation in sich auf, taxierte sie und erkannte genau, wenn sie die Beine kreuzte und längst nicht mehr stillstehen konnte. Diskrete Lust stieg in ihm auf, sein Herz klopfte schneller. Was er bislang nur gemutmaßt hatte, festigte sich nun zu einer Gewissheit: Sie muss so sehr pinkeln, dass sie es kaum noch zurückhalten kann. Er beobachtete, wie sie sich immer wieder suchend umsah, ihre Mimik sich veränderte und wie sehr sie darum kämpfte, es sich nicht anmerken zu lassen. All dies sorgte dafür, dass sein Penis sich ohne jedes Zutun verhärtete.

Nach außen hin widmete er sich weiterhin den komplexen Zusammenhängen des vollelektronischen Warenlagers, in seinem Inneren jedoch nahm das Verlangen zu, seine unwiderstehlich müssende Kollegin kurzerhand in die Arme zu ziehen und sie flüsternd zu bitten, es für ihn laufen zu lassen. Seine sich aufrichtende Erektion pochte merklich. Wie aus der Ferne bemerkte er, dass er aufgehört hatte zu sprechen. Anstelle dessen war er dazu übergegangen, sein nervös tänzelndes Gegenüber gedankenversunken anzustarren. Doch was tat er hier? In der Hoffnung, seine durchdringenden Blicke seien ihr aufgrund ihrer misslichen Situation nicht aufgefallen, wandte er rasch den Kopf zur Seite.

 

Sein Hoffen war vergebens – Lena hatte das Funkeln in seinen Augen durchaus registriert. Nur warum, fragte sie sich. Sicher ist ihm nicht entgangen, wie nötig ich muss, doch weshalb interessiert es ihn so, rätselte sie. Was auch immer der Grund sein mag, nun da er es sowieso weiß, wie es scheint, kann ich ihn auch gleich darum bitten, kurz für mich zu unterbrechen, beschloss sie tapfer. Eine andere Option hatte sie ohnehin nicht, selbst die Wegstrecke zurück in das Firmengebäude war zu lang, um es bis dahin einzuhalten. Einzig die Lösung, sich schleunigst hinter die schützende Wand der Halle zu hocken, kam noch infrage. Mit zittriger Stimme setzte sie zu sprechen an:

»Herr Hoffmann, ich müsste mal ganz dringend wohin.«

»Das ist nicht zu übersehen.« Er klang tiefer als gewöhnlich, wie Lena auffiel, zudem fragte sie sich, was dieser Unterton zu bedeuten hatte, den sie deutlich heraushörte. War es Geilheit? Sie sollte sich schon sehr täuschen, wenn nicht … Erschrocken hielt sie den Atem an. Ein erster Strahl zischte ungewollt in ihren Slip. Oh Gott, nur das nicht! Leise stöhnend biss sich Lena auf die Unterlippe. Angestrengt spannte sie ihre Muskeln an.

»Bitte! Gleich ist es zu spät«, flehte sie. Tränen füllten ihre Augen. Ihre Not war dermaßen groß, dass sie beide Hände zwischen ihre Schenkel presste. Ohne nachzudenken, zog Thies sie an seine Brust heran. Nichts auf der Welt heizte ihn so sehr an, wie eine attraktive Frau, die sich in exakt dieser verzweifelten Lage befand und so notwendig pinkeln musste, dass sie unmittelbar vor dem Kontrollverlust stand. Er hatte sich unzählige Filme dazu im Internet angeschaut, bei jedem von ihnen lustvoll onaniert. Lena jedoch leibhaftig in ihrer Bedrängnis zu erleben, sprengte jede Vorstellung. Sein Schwanz nahm nochmals an Härte zu, richtete sich in Boxershorts und Anzughose nun vollständig auf.

»Was, Lena? Was ist zu spät?« Seine Stimme bebte; er wollte es aus ihrem Munde hören.

 

Obwohl es Lena aufgefallen war, dass ihr Boss seine Arme um sie gelegt hatte und dazu übergegangen war, sie zu duzen, fehlten ihr die Muße und die Kraft, darüber nachzudenken. Zumal ihr seine couragierte Annäherung gefiel und sie sie speziell in ihrem desolaten Zustand als durchaus angenehm empfand.

Während sie die Finger vor ihrer urinnassen Mitte rieb, barg sie ihren Kopf an seiner Schulter. In gequältem Tonfall antwortete sie:

»Dass ich es noch lange anhalten kann! Ich muss raus, schnell, sonst pinkle ich mich ein!« Thies’ Atem beschleunigte sich, mühsam unterdrückte er ein Stöhnen. Jede Silbe kickte ihn weiter nach vorn. Er schob seine Hände in ihr blondes Haar, hob ihr Gesicht seinem entgegen. Sein Mund nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt, raunte er heiser:

»Bitte Lena, bleib hier.« Keuchend schaute sie in seine Augen, sah das erotische Blitzen tief in seiner blauen Iris. Unter anderen Umständen hätte sie gezögert, in diesem Augenblick jedoch nahm ihr Körper ihr die Entscheidung ab. Sie hatte keine Wahl; keinen Atemzug länger war sie imstande, den heißen Urin in ihrer überstrapazierten Blase zu behalten. Der dringlichen Gegebenheit angemessen, sprach sie ihren Chef nicht weniger vertraulich an:

»Oh, Thies, es läuft von ganz allein! Ich kann nichts dagegen tun!« Bedrückt hielt sie den Blick in seine Augen aufrecht, nicht wissend, wie sehr ihre Aussage seine Libido anfachte. Ihre Wangen röteten sich auffallend, ein Zittern erfasste ihren Körper.

»Es ist okay, lass es einfach los …« Wie auf sein Stichwort brachen alle Dämme – leise wimmernd und von einer schamhaften Erleichterung begleitet, spreizte sie die Schenkel und pinkelte sich unaufhaltbar ins Höschen. Unkontrolliert schoss der satte Strahl aus ihrer Harnröhre und formte eine Ausbeulung in den Stoff, bis der Mittelteil ihres Slips sich komplett vollgesogen hatte und nachgab. Vollkommen durchnässt konnte das warm durchtränkte Material keinen weiteren Tropfen mehr aufnehmen. Dennoch strömte es haltlos, rann in feuchten Streifen an ihren Beinen entlang nach unten, bevor es kitzelnd in ihre schwarzen Pumps hineinlief.

Von diesem Anblick schier übermannt, war auch Thies nicht länger in der Lage, die Kontrolle aufrechtzuerhalten: Lenas vorangegangene Not hautnah erlebt zu haben, ihre Nähe, das Vertrauen, reichten aus, ihn mit einer einzigen gezielten Handbewegung über die mächtige Wölbung seiner Hose explodieren zu lassen. Er zog sie instinktiv an sich und vergrub sein Gesicht leise stöhnend in ihrem Haar, während er sich diesem intensiven Gefühl hingab.

 

Wenige Augenblicke später drehte sie langsam ihren Kopf und schaute ihm in die Augen.

»Du bist gekommen? Wegen … Na ja, dem hier?« Während sie an sich herunterschaute, begleitete ein erstauntes Schmunzeln Lenas geflüsterte Frage. Thies räusperte sich.

»Nicht besonders gentlemanlike, hm?« Ein verlegenes und sehr ehrliches Lächeln spielte um seine Mundwinkel. »Komm heute Abend mit mir essen«, lud er sie mit dem nächsten Atemzug ein. »Ich würde mich gern bei dir entschuldigen und dir erklären, was mich gerade so außergewöhnlich beeindruckt und aufgewühlt hat.«