Nach Feierabend – Scharf auf die sexy Kundin (Kurzgeschichte)

Nach Feierabend
Scharf auf die sexy Kundin

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 04.11.2014

Ich bin Immobilienmakler. In meinem Beruf geht es um Geld, Prestige und das Verkaufen von Häusern in den exklusivsten Gegenden der Stadt. Entsprechend solvent sind meine Kunden – sie begutachten jedes meiner ausgesuchten Objekte gründlich, wägen ab, ob es für sie in Frage kommt und ihren Ansprüchen genügt.

Das Paar, mit dem ich es bei meiner letzten Vermittlung zu tun hatte, gehörte eindeutig zu dieser Klientel. Er, ein typischer Büromensch. Geschäftsmann. Teurer, dunkler Anzug, Krawatte, sorgfältig geschnittene Haare mit den ersten grauen Schläfen. Eloquent, freundlich, souverän. Seine Frau bildete das passende Gegenstück zu ihm: schickes Kostüm, elegante Hochsteckfrisur, mit einem gewinnenden Lächeln, das sie mir an diesem Nachmittag mehrfach schenkte. Sie sahen unzweifelhaft nach dem Vermögen aus, dass sie beabsichtigten, für die Villa auszugeben, die ich ihnen an jenem Tag präsentierte.

 

Gemeinsam schritten wir durch die Zimmer, die jedes für sich einer Halle gleichkamen. Weiße Säulen, helle Marmorfliesen und bodentiefe Fenster zeichneten die Räume aus. Unsere Stimmen hallten wider, wenn wir sprachen. Trotz des warmen Wetters herrschte angenehme Kühle in dem großen Haus. Dennoch wurde mir zunehmend heißer – die Blicke meiner Kundin hatten ein Feuer in meinem Inneren entfacht. Tief und vielsagend drangen sie in mich ein, berührten etwas in mir, das mir die Kontrolle über das Geschehen zu nehmen drohte. In den Arm ihres Mannes eingehakt, ging sie neben ihm, ihre Augen jedoch waren bei mir. Die erotisch-knisternde Atmosphäre ergriff mich komplett.

Mit ihrem Gatten unterhielt ich mich über Raummaße, während ich immer wieder unauffällig zu ihr schaute. Sie schminkte sich mit Hilfe eines kleinen Handspiegels die vollen Lippen nach, bevor sie sich einige herausgerutschte Haarsträhnen zurück in die Frisur strich. Meine Libido meldete sich, ließ mich die ersten Anzeichen aufsteigender Lust spüren. In meinen Lenden zog es verräterisch, nur mit Mühe gelang es mir, eine Erektion zu verhindern. Gott, sie war derart verführerisch, dass ich an Ort und Stelle über sie hätte herfallen können. Ihre Signale waren eindeutig – ob ihr Ehemann sie nicht bemerkte? Wie sonst konnte er nur dermaßen cool bleiben? Ich begann zu schwitzen, in einer solch prekären Situation hatte ich mich nie zuvor befunden. Was wollte sie? Was wollte ich?

Ich verlor mich in unanständigen Gedanken über einen weiteren Verlauf unserer Besichtigung, in denen der Manager das Zimmer verlassen und sie diesen kurzen Moment nutzen würde, ihre sorgfältig gepflegte Hand auf meinen verschwenderisch ausgestatteten Schritt zu legen. In dieser Vorstellung griff sie mit sanftem Druck zu, rieb mich hart, während ihr Blick tief in meinen eintauchte. Ihre Lippen formten den unbändigen Wunsch, mit mir zu schlafen, fast schon hörte ich ihre sexy Stimme …

„Herr Becker?“ Der potenzielle Käufer riss mich zurück ins Geschehen. Ich entschuldigte mich, suchte den Faden, den ich aufgrund meiner frivolen Gedanken verloren hatte. Glücklicherweise fand ich ihn wieder und beantworte seine Fragen nach den zuletzt erfolgten Sanierungsmaßnahmen vorbildlich.

Auf dem Weg nach draußen signalisiere das Ehepaar zu meiner Freude ein eindeutiges Interesse an der Villa.

 

Herr Weber bat um Zeit, in der er sich mit seiner Ehefrau besprechen wollte. Diese Minuten nutzte ich, tief durchzuatmen. In meiner Körpermitte pulsierte das Blut; pures Testosteron jagte durch meine Adern. Ich schloss die Augen, doch alles, was ich sah, war der atemberaubende Körper dieser begehrenswerten Frau, der unbekleidet vor mir lag. Ihr Zeigefinger, der mich in eindeutiger Absicht zu sich winkte. Was war nur mit mir geschehen, was hatte sie mit mir gemacht?, fragte ich mich aufgewühlt, als das Paar zu mir zurückkehrte und erklärte, dass sie sich für den Kauf entschieden hätten.

 

Während der Rückfahrt in mein Büro begleitete sie mich in Gedanken. Beinahe sah ich sie neben mir sitzen, das Gesicht zu mir gedreht, ihr betörendes Lächeln auf den rot geschminkten Lippen. Nichts wünschte ich mir in diesem Augenblick sehnlicher, als einen kurzen Abstecher mit ihr. Ein kleines, verruchtes Abenteuer. An meinem Schreibtisch sitzend, fiel es mir schwer, mich auf meine Papiere zu konzentrieren.

 

Auf dem Weg nach Hause war sie ebenfalls präsent. Ich bekam sie nicht aus meinem Kopf – die Lust pochte, mein Herz raste. Selten zuvor war mein Verlangen nach Sex derart riesig gewesen. Sie hatte mich heißgemacht wie einen spanischen Jungstier. Es ging nicht anders, ich musste diesen Druck abladen, die Geilheit loswerden, um wieder klar denken zu können.

Ich bog in das Rotlichtviertel unserer Stadt ein. Erotikshops und Sexkinos säumten die Straße. Zwielichtige Bars rundeten das Bild ab. Bald gelangte ich in den Bereich, in dem die leichten Mädchen am Straßenrand ihre Dienste anboten. Ich verlangsamte mein Tempo, fuhr vorbei an langen Beinen mit auffallend kurzen Röcken. Je weiter ich vordrang, desto kostspieliger wurden die sexuellen Dienstleistungen der Frauen.

Anfangs glaubte ich an einen Zufall, beim näheren Heranfahren jedoch zerstreute sich dieser Eindruck maßgeblich: Die Prostituierte, die dort am Straßenstrich wartete, mit den vollen Brüsten und dem weit ausgestellten Dekolleté sah meiner Hauskaufinteressentin zum Verwechseln ähnlich. Konnte es sein, dass besagte Frau Weber hier …? Nein, dieser Gedanke war vollkommen absurd. Ich war mir sicher, mich zu täuschen, dennoch war die optische Übereinstimmung verblüffend. Nur deshalb hielt ich an.

Sie beugte sich zu mir ins Auto, bot mir einen erregend tiefen Blick in ihren Ausschnitt. Erneut flutete Wärme mein Geschlecht. Sie nannte mir ihren Preis; wie hypnotisiert nickte ich. Er war hoch, doch es spielte keine Rolle. Ich hätte jede Summe dafür gezahlt, es mit einer Frau zu treiben, die der fleischgewordenen Versuchung, mit der ich soeben noch beruflich zu tun hatte, derart nah kam.

 

Mit einer Kopfbewegung Richtung Hauseingang deutete sie mir an, mitzukommen. Eilig folgte ich ihr. Die Art, wie sie sich bewegte, ihre Gesichtszüge, ihr herausforderndes Lächeln … Ich begann zu zweifeln. Ob sie es vielleicht doch war? Zwar trug die Dirne, die vor mir her zu einer der Wohnungstüren ging, ihre Haare offen, aber was hieß das schon? Ein Haarband war schnell gelöst. Sie waren in exakt derselben Farbe, entsprachen in etwa der Fülle und … Nein, widersprach ich mir, es konnte nicht sein. Die Idee, dass Frau Weber ihr Geld als Gewerbliche verdienen könnte, war vollkommener Unsinn.

 

Als sie mich in dem gemieteten Schlafzimmer auf das Bett hinunterdrückte, verdrängte ich den Eindruck noch immer erfolgreich. Obwohl ich mir zunehmend sicherer wurde, dass das Gegenteil der Fall war. Die Ehefrau meines Hauskäufers zu vögeln, war hocherotisch und zugleich das Verbotenste, das ich tun konnte, daher untersagte ich mir jede weitere Überlegung in diese Richtung.

Als sie sich in der nächsten Sekunde über mich setzte, war das Denken ohnehin passé. Mein Schwanz stand kerzengrade, drängte sich ihr auffordernd entgegen. Sie ließ ihr Becken kreisen, streifte sich die Korsage herunter; ihre festen, runden Brüste lagen bloß. Leuchtend rote Lippen wanderten meinen Hals hinunter. Schlanke Hände knöpften mein Hemd auf, vergruben sich in meinem dunklen Brusthaar. Ich stöhnte ungeduldig, meine Finger griffen unter ihren warmen Schoß, um meinen harten Penis fahrig aus Hose und Slip zu befreien. Als die glitschige Nässe ihrer Venus meine empfindliche Eichel berührte, begriff ich, dass ihr Höschen unter dem kurzen Rock in der Mitte offen sein musste – oder sie keines trug. Diese Erkenntnis ließ mich ein zweites Mal aufstöhnen.

Aufgeheizt nahm ich ihren wogenden Busen in die Hände, knetete ihn sanft und zwirbelte die verhärteten Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie schnurrte wohlig. Meine Hüfte drängte sich ihr entgegen, bemüht, die mächtige Erektion in ihrem köstlichen Unterleib zu versenken. Sie aber stoppte mich, raunte mir zu, dass wir ausreichend Zeit hätten. Ihre Stimme zu hören, verschaffte mir die endgültige Gewissheit. Ihr Kinn in meiner Hand, sah ich ihr in die Augen.

„Wir sollten das hier nicht tun, Frau Weber“, flüsterte ich heiser, während mein pulsierender Phallus ihr etwas vollkommen anderes sagte. Er bettelte um ein Eindringen, um das warme, nasse Eintauchen.

„Fabienne. Jetzt und hier heiße ich Fabienne“, unterbrach sie mich mit einem sinnlichen Unterton. Gleich darauf legte sie zwinkernd ihren Finger auf meine Lippen. Ich verstand und schwieg. Offensichtlich vermochte sie Privatleben und ihr erotisches Geschäft perfekt zu trennen.

 

Mit geschickten Händen zog sie mich aus. Quälend langsam. Ich unterstützte sie, zerrte mir die Kleider vom Körper. Lustvoll fieberte ich dem entgegen, was mich in ihren Armen erwarten würde. Vor ihr liegend schloss ich die Augen und realisierte erregt, dass mein glühendster Wunsch des Tages in Erfüllung ging. Zu dem äußerst lukrativen Geschäftsabschluss gesellte sich nun noch der Sex mit der Sünde pur. Ob und warum sie dieses Gewerbe ausübte und was ihr Mann dazu sagte, war mir in diesem Moment herzlich egal. Ich klammerte jeden Gedanken daran aus und gab mich in ihre erfahrenen Hände. Im Gegensatz zum Nachmittag war ich nun ihr Kunde.

 

Nicht lange und ich fühlte ihren Mund sich eng um den pochenden Schaft meines Gliedes schmiegen. Ihre Zungenspitze umspielte die Unterseite der Eichel, reizte zielsicher das sensible Bändchen, während ihre Lippen sich auf und nieder schoben. Ich wand mich keuchend, hielt mich am Bettrahmen fest.

„Gut so, weiter, weiter!“, rief ich ihr entgegen. Ich hob den Kopf und schaute ihr zu. Der Anblick ihrer roten Lippen um meinen großen Schwanz kickte mich in eine andere Welt. Gekonnt brachte sie mich bis an die Grenze, ließ mich kurz abkühlen, nur um mich gleich wieder an den Rand jeglicher Beherrschung zu treiben. Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände, versuchte ihre Bewegungen zu steuern, doch Fabienne untersagte mir dieses Tun konsequent. Hilflos suchten meine Finger erneut das kühle Gestell des Metallbettes um Halt zu finden. Mein Penis zuckte kräftig; er war prall und dick wie lange nicht mehr. Jeden Moment, so spürte ich, würde ich kommen und mich ihrer Liebeskunst ergeben. Sie schien es zu erahnen und ließ von mir ab.

Beherzt ergriff ich ihre Taille und dirigierte sie vor mir auf das Laken. Zwischen ihren Schenkeln kniend, erblickte ich das rosige Fleisch ihrer einladend geöffneten Vagina. Ich senkte mich auf sie herab und glitt ohne Umschweife tief in ihre enge Spalte hinein. Sie spreizte die Beine weit, spannte ihre Muskeln an und schloss sich fest um meine stahlharte Erektion. Wir fanden unseren Rhythmus – sie stöhnte im Takt, ich stimmte ein. Fabiennes dunkle Haare lagen wild um ihren Kopf herum verteilt; sie bäumte sich unter mir auf, zeigte mir, wie sehr ihr unser Akt gefiel.

Ich stemmte mich auf meine durchgedrückten Arme, schaute von oben in ihr lustverzerrtes Gesicht. Unnachgiebig stieß ich zu, während ich meine Ekstase laut herausstöhnte. Ich drang weit in sie hinein; ihr Griff um meine Handgelenke wurde fester. Ein Schwall ihrer nassen Lust folgte dem nächsten. Ihre großen Brüste schaukelten heftig – ein Bild, das mich beinahe explodieren ließ. Millimeter vor meinem Orgasmus hielt ich inne; er wollte mich mit sich reißen – das Gefühl, nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt zu stehen, ergriff von mir Besitz. In meinen Leisten zog und pumpte es bereits. Ich wusste, würde ich mich noch ein einziges Mal in ihr bewegen, könnte ich mein Kommen nicht länger zurückhalten. Still verharrte ich, nahm dabei überdeutlich wahr, dass Fabienne ihre kleine, feste Perle an meinem eisenharten Ständer rieb. Prall und riesig spendete er genügend Widerstand, sie verlässlich zu ihrem Höhepunkt zu bringen.

Wenig später fühlte ich das verräterische Flattern und Beben tief in ihrer Mitte. Ihre Kontraktionen sogen mich förmlich auf, ihr Stöhnen drang unbeherrscht an mein Ohr. Sie bog sich mir entgegen, schrie vor Lust. Dies zu hören, ließ mich jede Kontrolle aufgeben. Mit einem letzten, intensiven Stoß kam ich und spritzte weit in ihren nassen Schoß hinein. Ich erlag meiner unerlaubten Geilheit vollends, kostete sie bis in die Haarspitzen aus.

 

Erschöpft lagen wir bald darauf nebeneinander. Keiner sprach ein Wort, bis Fabienne die Stille unterbrach und mich bat, ihrem Mann nichts von ihrem heimlichen Zuverdienst zu verraten. Obwohl sie ihn nicht bräuchten, wie sie mir erklärte, um sich große Autos, Luxus und einen Wohntraum, wie die heute angesehene Villa, leisten zu können, würde sie ihren Zweitjob nur ungern aufgeben. Während ich sie fragte, aus welchem Grund sie ihn dann ausübte, setzte ich mich auf und kramte meine Geldbörse und ein Päckchen Zigaretten aus meiner Hosentasche hervor. Wie vereinbart legte ich die Geldscheine für ihre Dienste auf den Nachttisch und entzündete zwei der Kippen. Eine von ihnen reichte ich an Frau Weber weiter.

Nachdem sie den ersten Zug tief eingeatmet hatte, offenbarte sie mir, dass ihre unersättliche Lust am Sex und nicht etwa das Geld der Antrieb für ihren Nebenjob sei. Da ihr Mann beruflich stark eingespannt und viel auf Reisen wäre, bliebe der Spaß im Schlafzimmer komplett auf der Strecke. Auf diese Art jedoch bekäme sie die ersehnte Befriedigung und bessere nebenher die Haushaltskasse auf. Davon abgesehen sei ihr Mann in dieser Hinsicht ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Bei der einen oder anderen Affäre hätte sie ihn bereits erwischt. Ich verstand, ließ mir ihre Handynummer geben und versprach, ihr Geheimnis für mich zu behalten.

VG Wort