Nasses Casting (Kurzgeschichte)

Nasses Casting

Rebecca Valentin

Zwei Männer im Aufzug eines Berliner Theaters: Einer von ihnen kämpft mit dem schier unerträglichen Drang zu pinkeln, der andere damit, nicht allein vom Zusehen zu kommen.

Story

Nasses Casting

Rebecca Valentin

 

Nach einem stressigen Vormittag in der Schauspielschule befand Laurent sich auf dem Weg zum Theater. Er hatte es äußerst eilig, selbst die Zeit, sich den Text für das wichtige Vorsprechen zu verinnerlichen, hatte ihm gefehlt. Gern hätte er sich intensiver vorbereitet, doch an diesem Nachmittag radelte er wie gehetzt durch die Großstadt.

Auf dem Fahrrad sitzend, spürte er seine Blase bereits kräftig drücken. Ein Besuch des Klos jedoch hätte zeitlich nicht mehr gepasst, er war auch so schon spät genug dran, wie er mit einem flüchtigen Blick auf seine Uhr feststellte. Er jagte förmlich durch die Straßen Berlins, missachtete Verkehrsregeln und war sich ständig seines Blasendrangs und der Zeit, die ihm im Nacken saß, bewusst.

 

„Mein Gott, dieses Teil wiegt eine Tonne“, übertrieb Ryan seine Einschätzung angestrengt, als er ein sperriges Stück Holz, auf das der Ausschnitt einer Waldlichtung gemalt war, in Richtung des Aufzugs bugsierte. Da sein Vater die amerikanische Staatsbürgerschaft besaß und sich entschieden hatte, durchgängig in den USA zu leben, half er mit seinem Nebenjob, die Haushaltskasse der Mutter zu füllen. Diese hielt ihre kleine Familie mit diversen Putzstellen mehr schlecht als recht über Wasser. Nicht nur aus diesem Grund war er froh, hier am Theater die Stelle als Kulissenhilfskraft bekommen zu haben, die er mehrmals in der Woche nach Schulschluss antrat. Zwar wäre es ebenso wichtig gewesen, am heimischen Schreibtisch zu sitzen und sich mit den Vorbereitungen für das Abitur zu befassen, aber da er die Theateratmosphäre sehr liebte, und das nicht nur der jungen, attraktiven Schauspieler wegen, zog er das Jobben dem Büffeln vor.

Dass er sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlte, wusste er seit Eintritt in die Pubertät. Was als Verdacht begonnen hatte, war mehr und mehr zur Gewissheit geworden, als er für sich erkannte, in welch hohem Maße maskuline Körper ihn erregten. Wenn diese zusätzlich von einer prallvollen Blase gequält wurden und es so weit ging, dass der Druck die Herrschaft zu übernehmen drohte, bedeutete dies für ihn die absolute Vollendung. Ein Sechser im Lotto der Erotik.

 

Laurent presste ruhelos die Oberschenkel gegeneinander, als er sein Bike abstellte und es mit einem Kettenschloss am Fahrradständer sicherte. Inzwischen war es mehr als dringend. Die nächste Toilette wird meine sein, nahm er sich vor und sprintete schnellen Schrittes in das Gebäude hinein.

Im geräumigen Foyer stoppte er und suchte mit den Augen die Wände nach einem Wegweiser zu den WCs ab. Hierbei sah er das Hinweisschild für das Vorsprechen in der zweiten Etage und entsann sich, dass er keine Minute zu verschenken hatte. Nicht, dass sie schon angefangen haben, sorgte er sich und beschloss, keine weitere Zeit damit zu vergeuden, ein Klo zu suchen, über dessen Standort augenscheinlich keine Informationen vorhanden waren.

 

Mit einsetzendem Lampenfieber wandte er sich dem Fahrstuhl zu, den er zur selben Zeit mit Ryan erreichte, der noch immer das Kulissenteil vor sich her manövrierte. Nachdem er den Knopf betätigt hatte, ihn zu holen, hielt der Lift wenig später und öffnete seine Türen. Sie stiegen nacheinander ein – Laurent vor dem Gymnasiasten, der mit der Last der hölzernen Bühnendekoration kämpfte. Nun komm schon, mach schnell, trieb er den Jüngeren in Gedanken an und konnte das Schließen der Tür kaum erwarten.

Ryan lehnte die Holzdeko an die Innenwand des Aufzugs, wobei er hörbar ausatmete. Gleichzeitig fiel sein Blick in das fein geschnittene Gesicht des blonden Schauspielschülers, welches extrem unentspannt auf ihn wirkte.

 

Der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung. Langsam, fast schleppend, wie Laurent unruhig feststellte. Was war das nur? Fuhr der immer so schleichend?, fragte er sich. Nicht nur dass er verspätet zum Casting erscheinen würde, auch das Drängen seiner Blase nahm beträchtlich zu. Er schob beide Hände in die Hosentaschen seiner ausgewaschenen Jeans, knuffte seinen Penis zur Entlastung mit den Fingerspitzen. Hoffentlich sind wir bald im zweiten Stock angekommen, wünschte er sehnlichst und überlegte zeitgleich, ob er nach dem Verlassen des Lifts nicht doch lieber sofort die Toilette erstürmen sollte.

 

Der Dunkelhaarige neben ihm, den er aus dem Augenwinkel betrachtete und als überdurchschnittlich gutaussehend empfand, schaute nicht weniger verwundert auf die Anzeige, welche die einzelnen Etagen ankündigte. Offensichtlich war auch er über das lahme Tempo des Aufzugs erstaunt.

Dann jedoch, ohne jeden Übergang, gab es einen heftigen Ruck in der Kabine und der Fahrstuhl kam abrupt zum Stehen. Beide Männer stolperten einen Schritt nach vorn, wobei Ryan gegen den Blonden fiel und ihn mit der Hand, während er sich abzufangen versuchte, an der Brust berührte. Durch den luftigen Stoff des Hemds hindurch fühlten Haut und Muskulatur sich warm und fest an, wie er aufs Angenehmste registrierte. Ebenso, wie ihm die knetenden Finger in den Taschen der Hose des Größeren aufgefallen waren.

„Oh, sorry.“ Er lächelte verlegen, was Laurent ihm gequält zurückgab. Nur in letzter Sekunde hatte er das Nachgeben seines Schließmuskels verhindern können, was ihm höchst unangenehm vor Augen führte, wie unsagbar nötig er pinkeln musste.

Zwar bemerkte der jüngere Ryan die Anspannung im Lächeln des anderen, doch er ging feinfühlig darüber hinweg.

„Ich glaube, wir sind steckengeblieben“, verkündete er stattdessen.

„Was? Nicht auch das noch!“, rutschte es Laurent erschrockener heraus, als beabsichtigt. Als wolle seine Blase diesen impulsiven Ausspruch unterstreichen, ließ sie den Druck in jenem Augenblick besonders ungestüm aufbranden. Einem Reflex folgend, beugte er sich keuchend nach vorn, die Hände nach wie vor tief in den Jeanstaschen vergaben. Als er erfasste, was er tat, und sich seiner Körperhaltung bewusst wurde, wandte er sich seitlich ab. Wie sollte das nur enden? Wenn er doch nur nicht so irrsinnig dringend aufs WC müsste …

 

Auch dieses eindeutige Zeichen der Pee-Desperation wurde von dem jungen Theatermitarbeiter durchaus wahrgenommen. Er spürte die Lust in sich aufwallen; der Gedanke, dass der vor ihm stehende Kerl das Pinkeln kaum noch zurückhalten konnte, brachte seine Libido auf Touren. Er scheint irre nötig zum Klo zu müssen, dachte er aufgeheizt und stellte sich vor, wie es wäre, noch eine Weile länger mit dem desperaten Fremden im Lift gefangen zu sein. Dass dieser Wunschtraum in der folgenden halben Stunde zur Realität werden würde, ahnte er nicht. In diesem Moment ging er noch davon aus, dass der Hausmeister oder ein Angestellter der Aufzugsfirma den Fahrstuhl erneut in Gang setzen oder sie umgehend befreien würde.

Erregt sah er zu, wie Laurent zögernd eine der Hände aus der Tasche nahm, um den Notrufknopf zu betätigen. Im selben Augenblick zwängte er ein Bein vor das andere und kniff die Schenkel eng zusammen. Dass es hierbei verräterisch in Ryans Lenden zog und sein Penis im Begriff war, sich zu voller Größe aufzurichten, ließ er sich nicht anmerken.

 

„Den Knopf zu drücken, war eine gute Idee. Sicher kommt gleich jemand“, versuchte er ihn zu beruhigen, was jedoch nur mit mäßigem Erfolg gelang.

„Aber wann? Ich weiß nicht …“, gab er gepresst zu, „wie lange ich es hier drin aushalten kann, ich muss verdammt dringend zur Toilette. Hinzu kommt, dass ich das Vorsprechen versäume, das …“ Er krümmte sich keuchend zusammen, „eine echte Chance für mich wäre.“ Ryan nickte mitfühlend. Wie viel von einem Casting abhängen konnte, hatte er bereits des Öfteren aufgeschnappt.

„Ja, das ist Mist … Und hey, das mit dem Müssen ist nicht zu übersehen“, grinste er charmant. Laurent blickte ihn verunsichert an.

„Ich weiß, es ist ziemlich auffällig. Tut mir leid.“

„Nee, das macht doch nix. Schaut sogar sehr heiß aus, wenn ich das so sagen darf.“ Verdutzt hob Laurent den Blick und sah dem Schwarzhaarigen in die Augen.

„Du verarschst mich, oder?“

 

Nach einigen Sekunden betretenen Schweigens schüttelte Ryan den Kopf.

„Nein, es macht mich tatsächlich an. Ich kann nichts dagegen tun. Und irgendwie will ich es auch gar nicht.“ Nach einer erneuten Druckwelle, bei der er unwillkürlich stöhnend in den Knien einknickte, schaute er dem blendend aussehenden Burschen abermals ins Gesicht. Ob es stimmte, was er sagte? Er zog es in Betracht, denn aus welchem Grund sollte er ausgerechnet mit einem delikaten Geständnis wie diesem lügen?

Hätte Laurent nicht dermaßen stark unter seinem gewaltigen Pinkeldrang gelitten, hätte er dem Gesagten weitaus größere Aufmerksamkeit gewidmet, aber so galt seine Konzentration einzig dem Einhalten seines massiven Drucks. Er wollte nichts mehr als endlich diese riesige Menge Flüssigkeit loswerden und sehnte sich inständig danach, den Schwanz aus den Hosen zu ziehen und es befreit laufen lassen zu dürfen. Notfalls in eine der Ecken der Aufzugkabine.

Wäre ich doch bei meiner Suche nach den WCs nur hartnäckiger geblieben, bereute er im Nachhinein, garantiert hätte ich die Hinweistafel bald entdeckt. Jetzt stehe ich hier, bedauerte er verzweifelt, und muss pissen wie noch nie.

 

Ryans Erektion wuchs kontinuierlich an, wurde derart groß und steif, dass sie sich pochend von innen gegen den Reißverschuss seiner Jeans drängte. Als er nun noch sah, dass der desperate Unbekannte die Hände aus den Taschen nahm und sie von außen auf die Wölbung der Hose presste, glaubte er den Verstand zu verlieren. Es ist geil, so unglaublich geil, dachte er nur und war nicht imstande seinen Blick vom üppig gefüllten Schoß des Blonden abzuwenden. Eine Tatsache, die von Laurent trotz des Kampfs mit seiner Blase registriert wurde.

„Ich pinkle mich hier fast nass und du findest das scharf. Nicht zu fassen.“ Um seiner Aussage den Anstrich eines Vorwurfs zu nehmen, rang er sich ein aufrichtiges Lächeln ab.

„Ich heiße übrigens Laurent.“

„Und ich … ähm, bin Ryan“, stellte der Jüngere sich stockend vor.

Ein neuerliches Aufbranden der Flut ließ Laurents Gesichtszüge verzerren. Zögerlich formte er die Idee in Worte, die soeben in seinem Kopf entstanden war:

„Könntest mir nicht vielleicht helfen?“ Der andere schluckte sichtlich.

„Ich soll …?“

„Bitte mach es, drück deine Hand auch mit drauf.“ Er tat wie geheißen. Die prächtige Erhebung, die Ryan hierbei unter seinen Fingern erfühlte, hätte ihn in Verbindung mit dem Wissen um die berstendvolle Harnblase ihres Besitzers, zu einem fulminanten Orgasmus katapultieren können. Durch die Auferbringung strikter Beherrschung verhinderte er dies jedoch, was nicht einfach war, da er nun begann, das beachtliche Geschlechtsteil des Anderen hingebungsvoll durch den Jeansstoff hindurch zu kneten.

 

Laurent hielt währenddessen die Hüfte in Bewegung, konnte nicht ruhig stehen und trat von einem Fuß auf den anderen.

„Boah, muss ich aufs Klo! So krass, dass du es dir nicht vorstellen kannst.“

„Das mag sein, so heftig war es bei mir noch nie …“

„Sei froh! Nicht mehr lange und ich halt’s nicht mehr aus! Dann pisse ich mir in die Hose. Oder hier auf den Boden.“

„Nein, du hältst es durch. Und ich helfe dir dabei.“ Geschickt nutzte Ryan die Gelegenheit, dem Älteren die Hose zu öffnen.

„Ich weiß, wie du es besser erträgst“, raunte er heiser vor Geilheit. Schon im nächsten Moment standen Knopf und Reißverschluss offen und seine Finger schoben sich ohne Umschweife in den Bund des Slips hinein.

 

Er fühlte Ryans Hand sich zärtlich und wohltuend zugleich um seinen Schwanz legen, der sich angesichts der unerwarteten Zuwendung andeutungsweise verhärtete. Daumen und Zeigefinger drückten zielsicher auf den Punkt unterhalb des Eichelkranzes, was neben der mäßigen Versteifung dazu führte, dass sein tosender Druck für einen herrlichen Augenblick nachließ. Sich seines halbharten Ständers durchaus bewusst, schaute Laurent hinunter in seinen Schritt und gleich darauf in die Augen des Anderen. Er zwinkerte freundlich, als er anmerkte, von welch großem Vorteil es war, in einer Notsituation wie dieser, auf einen ebenfalls schwulen Mann zu treffen.

„Ansonsten hätte ich diese effiziente Art der Unterstützung wohl nicht bekommen.“

„Es hilft dir wirklich?“

„Ja und wie, es ist gut, was du da tust …“ Langsam, aber gleichmäßig begann Ryan, die halbaufgerichtete Latte in seiner Hand zu reiben. Parallel dazu küsste er den Blonden, der von der Vielzahl seiner Emotionen überwältigt aufstöhnte.

Als Laurent es ihm gleichtun wollte und seine Finger ebenfalls zum Schritt seines Gegenübers führte, ertastete er bereits von außen, dass dessen mächtiger Phallus unbändig zuckte und kurz vor einem Orgasmus stand.

„Dass es dich so tierisch anturnt, ist einfach unglaublich“, raunte Laurent zwischen zwei Küssen und zerrte, bevor eine gigantische Druckwelle ihn im nächsten Moment handlungsunfähig setzte, den Zipper von Ryans Jeans herunter.

„Mach das nicht, ich spritz dich voll“, warnte der Dunkelhaarige ihn wollüstig, woraufhin Laurent gepeinigt lachte und erwiderte, dass er zum Ausgleich dafür nicht garantieren könne, nicht jede Sekunde loszupinkeln.

 

Als hätte seine malträtierte Blase es als Aufforderung verstanden, quoll ihm ein erstes, gelbes Rinnsal aus der Mündung seiner Harnröhre hervor. Warm und würzig duftend breitete sich in Ryans massierender Handfläche aus.

„Da, sieh nur …“, keuchte Laurent verzweifelt, wobei deutlich hörbar ein Anflug von Panik mitschwang, „es läuft, obwohl ich es krampfhaft anhalte. Mann, was soll ich nur tun?“ Ein weiterer Schwall drängte sich aus der Eichel, rann seinen Penisschaft hinunter, erneut in die Hand des erregt zitternden Ryans. Dies zu spüren und anzusehen, kostete ihn den Rest seiner Selbstdisziplin. Von seinem Kommen vollständig übermannt, war es ihm nicht möglich es zu verhindern und so schoss das milchige Sperma wie von selbst aus ihm heraus. Da Laurent von der Kapitulation seiner Harnblase unterbrochen worden war und das Auskleiden seines Fahrstuhlbegleiters nicht fortgesetzt hatte, ergoss sich dieser komplett in den weichen Stoff seiner Unterhose.

Während der Ältere ihn küsste und sich beeilte, seinen Penis einzupacken und die Jeans rechtzeitig vor dem unaufhaltbaren Dammbruch wieder zu verschließen, lehnte Ryan leise stöhnend seine Stirn an dessen Schulter. Einzig sein rasender Atem und der feuchte Fleck, der sich gut sichtbar im Baumwollstoff des Slips abzeichnete, spiegelten wider, in welch hohen Sphären er schwebte.

 

Noch bevor er die Augen wieder öffnete, gab Laurent den Kampf auf. Sein Schließmuskel pochte und zitterte – keine Sekunde länger war er imstande, die brodelnde Urinflut zurückzuhalten. Von der Anstrengung des Einhaltens ausgepowert, legte er seine Hände auf den Hintern des Anderen und zog ihn, als er bewusst losließ und der heiße Strahl durch seine Harnröhre jagte, fest zu sich heran. Es lief und lief, rauschte kräftig aus ihm heraus. Schnell saugten Unterwäsche und Jeans sich voll. Sie hinterließen ein göttliches Gefühl von Erleichterung und Wärme. Inmitten dieser befreienden Wohltat spürte er, dass Ryan sich eng an ihn heranpresste.

 

Dieser reagierte auf den Ruck, mit dem er von Laurent an dessen Vorderseite herangezogen worden war. Nur einen Moment später war das verhaltene Stöhnen zu ihm vorgedrungen, das mit dem Augenblick der Entlastung einherging. Als Ryan erstmalig nach seinem Orgasmus die Augen wieder öffnete, blickte er Laurent ins Gesicht und sah das entspannte Lächeln, das sich darin abzeichnete. Gleichzeitig fühlte er, wie es vor seinem eigenen Schoß ebenfalls nass und warm wurde.

„Ryan, es ist phantastisch!“, seufzte Laurent zufrieden, während es noch immer hart und mit großem Druck aus seinem stattlichen Penis hervorströmte. Inmitten des Pinkelns presste er ihn eine Spur fester an sich, doch das ließ der Jüngere sich gern gefallen, reagierte sogar mit neuerlichem Gegendruck darauf.

 

Als die letzten Tropfen verebbten, waren sie in einen langanhaltenden Kuss versunken, den sie nur deshalb unterbrachen, da der Lift Anstalten machte, sich in Bewegung zu setzen. Das Licht flackerte auf, die Kabine tat einen entschlossenen Satz nach unten, der jedoch gleich in eine Abwärtsfahrt überging.

Entgegen den Befürchtungen der Männer nahm der Hausmeister, der sie an der Fahrstuhltür empfing, keine Notiz von ihren nassen Hosen. Grummelig und mit belehrenden Worten nicht sparsam, schickte er die beiden ihrer Wege.

In einer abgelegenen Nische des Foyers verabschiedeten sie sich mit einem erneuten, innigen Kuss und dem Versprechen voneinander, sich baldmöglichst wiedersehen zu wollen.

 

Für das Vorsprechen war es inzwischen zu spät, allerdings hätte Laurent dort mit der nassgepinkelten Jeans ohnehin nicht erscheinen mögen. So beließ er es dabei, genoss das Glücksgefühl im Bauch, das das Erlebnis im Aufzug ausgelöst hatte und wartete auf die nächste Chance für seine Schauspielkarriere. Wie auch immer sie ausfallen würde, eine Rolle in Ryans Herzen und in seinem Bett hatte er in jedem Fall sicher.

VG Wort

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen über „Nasses Casting“

Erscheinungsdatum 29.07.2008
Autor Rebecca Valentin
Verlag Edition Aurum
Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag
Verfügbar als E-Book für Kindle, E-Book für Tolino, Taschenbuch, Webseite (online)

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