Neuland – Das erste Mal Lesbensex (Kurzgeschichte)

Neuland
Das erste Mal Lesbensex

Von Magenta König

Kurzgeschichte, erschienen am 07.09.2015

Sarah ließ sich küssen. Obwohl Ulrike sanft und zärtlich war, ihre Lippen sich warm und vorsichtig auf ihre legten, kostete es die junge Frau einigen Mut, nicht den Kopf wegzudrehen. Sie verstand sich selbst nicht mehr, war aufgeregt und unsicher. Noch nie hatte sie sich einer Frau auf diese Weise genähert, geschweige denn ihr erotische Gefühle entgegengebracht. Doch nun hatte sie sich verliebt, Hals über Kopf. Sie konnte nicht sagen, woran es lag oder weshalb es ausgerechnet Ulrike war, die Sarah so über alle Maßen faszinierte. Bisher betrachtete sie sich selbst als vollkommen heterosexuell. Nun jedoch war sie auf dem besten Weg, alle Vorbehalte über Bord zu werfen und sich auf sexuelles Neuland zu wagen …

 

Sie zögerte. Sarah spürte, wie ihre Freundin abwartete, ihr einen Moment Zeit ließ, um sich an das alles zu gewöhnen. Sarah nahm sich zusammen. Eigentlich wusste die junge Frau gar nicht so recht, wie sie in diese Lage gekommen war. Es war nicht ihre Art, über ihre Gefühle zu sprechen; schon gar nicht, wenn diese sie selbst vollkommen durcheinander brachten. Dennoch hatte die neue Kollegin ziemlich schnell gespürt, was mit ihr los war. Es war Sarah nicht möglich gewesen, zu verbergen, wie angezogen sie sich vom ersten Tag an fühlte, seit der Chef die frisch angeworbene Mitarbeiterin vorgestellt hatte, mit der sie nun das Büro teilen würde. Ihre Emotionen fuhren Achterbahn, jede zufällige Berührung brachte sie ins Schwitzen. Mehr als einmal hatte sie sich gewünscht, dass diese eigenartige Faszination für die andere Frau aufhören möge; gleichzeitig hatte sie jedoch ihre Nähe gesucht. Am heutigen Tag hatte Ulrike nach Feierabend die Initiative ergriffen und gefragt, ob sie nicht Lust hätte, mit ihr noch ein Glas Sekt zu trinken, um etwas verspätet ihren Einstand zu feiern. Nach einigem Zögern hatte Sarah zugesagt. Sie war zu Ulrike ins Auto gestiegen, die angeboten hatte, zu fahren. Erst sehr spät bemerkte Sarah überrascht, dass nicht eine Bar das Ziel des Abends sein würde, sondern die Wohnung ihrer neuen Kollegin.

 

„Es tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“ Ulrikes Stimme klang warm.

„Entspanne dich!“ Auch sie schien leicht verunsichert, fast schüchtern, als Sarah sie anlächelte. Ihre Hände fanden sich, die Finger schlangen sich ineinander.

„Ich dachte vom ersten Tag an, dass da etwas ist, doch ich wusste nicht, ob ich es mir einbilde.“ Sie wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte. Zu der Verwirrung über die erotische Anziehungskraft dieses weiblichen Wesens kam nun noch die Überraschung darüber, dass diese offenkundig auf Gegenseitigkeit beruhte. Dabei ging Sarah davon aus, dass der gleichgeschlechtliche Sex für Ulrike zumindest kein Novum darstellte. In ihrem Unterleib kribbelte es. Die Vorstellung, alle Bedenken zu vergessen und sich hier, mit diesem attraktiven Gegenüber, einfach der Lust hinzugeben, hatte etwas für sich. Und sie spürte, dass Ulrike die gleichen Gedanken hegte.

 

Zaghaft begann sie erneut mit den Küssen. Erregt legte Sarah ihre Hände auf die Hüften der anderen Frau. Ihre Kollegin war schlank, gutaussehend, mit langen, gelockten Haaren, die weich das Gesicht umspielten. Kurz tauchte die Frage in ihrem Hirn auf, welche ihrer männlichen Mitarbeiter alles tun würden, um in diesem Moment mit ihr tauschen zu dürfen. Die weichen Handflächen, die sich unvermittelt um ihr Gesicht legten, als der Kuss intensiver wurde, verdrängten dann allerdings jede Überlegung. Sarah war nur noch mit sich und den widerstreitenden Emotionen beschäftigt, die wild in ihr tobten.

 

Sie ließ zu, dass der Kuss tiefer wurde, öffnete ihren Mund, um Ulrike zu gestatten, mit der Zungenspitze ihre warme Mundhöhle zu erforschen. Zu ihrer Überraschung wurde die anfängliche Scheu von der Tatsache überlagert, dass Ulrike hervorragend küsste. Möglicherweise lag es an ihr, vielleicht auch an dem Umstand, dass sie eine Frau war – sie war auf jeden Fall noch nie so zärtlich und einfallsreich mit den Lippen verwöhnt worden. Das, was bei ihren männlichen Freunden oft Mittel zum Zweck war, wurde von Ulrike zelebriert. Voller Hingabe berührten sich ihre Lippen und Zungen, liebevoll spielte die andere dabei mit Sarahs Haaren. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihrem Körper. Sarah konnte nicht verhindern, dass die Brustwarzen sich aufrichteten, als Ulrike leicht wie eine Feder mit der Handfläche über ihren engen Pullover strich.

Sie bemerkte, wie sie nachgab. Die Anspannung wich; wenn sie sich auch nach wie vor über sich selbst wunderte, so genoss sie doch die vorsichtigen Berührungen mehr als erwartet. Sie musste sich zusammennehmen, um nicht sofort zu Wachs in den Händen der Erfahreneren zu werden.

 

Aufgeregt umarmte sie Ulrike, legte dann mutig ihre Hand auf deren Po. Ihre Handlung wurde mit einem Lächeln quittiert, dem eine Reihe schmetterlingsgleicher Küsse auf ihrer Wange, ihrem Hals und ihrem Dekolleté folgten, soweit der Ausschnitt des Pullis es zuließ. Sarah atmete tief durch. In ihrem Magen kribbelte es vor Nervosität. Sie kam sich vor wie ein Teenager, der Angst vor dem ersten Sex hatte. Es kostete sie all ihren Mut, kess den Verschluss von Ulrikes Rock zu suchen. Mit einem leicht ratschenden Geräusch glitt er auf. Das Kleidungsstück fiel zu Boden, dicht gefolgt von der Bluse, bei deren Knöpfen ihre Freundin ihr half. Auch der BH machte Sarah keine Schwierigkeiten. Sie ertappte sich selbst bei dem Gedanken, wieviel einfacher es doch war, wenn zwei Frauen sich auszogen, im Vergleich zu einigen recht unbeholfenen Männern, die sie in ihrer bisherigen Liebeslaufbahn kennengelernt hatte. Unwillkürlich musste sie schmunzeln. Ulrike strahlte sie an, als sie es bemerkte. Ihre Unsicherheit und die Zweifel waren ihr sicher nicht entgangen, doch je mehr Sarah sich hingab, desto entspannter und hemmungsloser wurde auch sie …

 

Sie begannen, Sarah zu entkleiden. Ihre elegante, weiße Spitzenwäsche bildete einen frechen Kontrast zu den schwarzen Dessous, die sich herrlich von Ulrikes gebräunter Haut abhoben. Die Freundin blickte ihr tief in die Augen, wartete die wortlose Zustimmung ab, bevor sie den knappen BH aufhakte und Sarahs runden Busen freilegte. Danach zog sie sie zu der breiten, gemütlichen Couch, auf die sie sich gemeinsam niederließen. Die junge Frau schloss die Augen, als Ulrike ihren Kopf senkte und anfing, jeden Quadratzentimeter ihres Oberkörpers mit dem Mund zu erforschen. Ihre Zunge hinterließ eine feuchte Spur, sorgte für lustvolles Prickeln in jeder Nervenfaser. Sarah konnte nicht anders, als sich dem erregenden Gefühl hinzugeben. So geduldig und erfahren war sie noch nie zuvor in ihrem Leben verwöhnt worden.

 

Zärtlich knabberte Ulrike an ihren Brustwarzen, schickte heiße Schauer in Sarahs Unterleib. Je länger es dauerte, desto schärfer wurde sie; glitschige Feuchtigkeit begann zu fließen, ihre Begierde wuchs. Zu ihrem eigenen Erstaunen ließ Sarah sich völlig fallen. Die Nähe der anderen Frau, die warme, nackte Haut auf ihrer eigenen, wurde plötzlich normal. Es fühlte sich richtig an. Sarah sehnte sich danach, dass die andere fortfuhr, doch auch sie begann erneut, Ulrike zu streicheln. Sie wagte es, den fremden, weiblichen Körper mit den Händen zu erforschen, die vom Spitzenbüstenhalter befreiten Brüste zu ertasten, die wesentlich üppiger waren als ihre eigenen. Es war angenehm, erregend. Ihr Herz schlug kräftig gegen die Rippen. Es gefiel ihr, zu spüren, wie sich Ulrikes Brustkorb schneller hob und senkte, wie sich die rosigen Nippel aufrichteten. Ein leichtes Seufzen entfuhr ihrer Kollegin. Unmerklich hatte sich ihr Gesichtsausdruck verändert. Statt der im Büroalltag eher reservierten Lady sah Sarah nun eine Frau vor sich, deren Miene reinste Lust widerspiegelte.

 

Sie ließen sich unglaublich viel Zeit. Sarah spürte, wie sie stetig geiler wurde, sich ein enormer Druck in ihr aufbaute. Ihr Schoß lief förmlich über, während sie sich immer heftiger nach Befriedigung sehnte. In ihrem Inneren herrschte Aufruhr. Sie vergaß jegliche Vorbehalte, als nach unendlich scheinenden Minuten Ulrike den Slip von ihren Hüften streifte. Schon die leichte Berührung ihrer nassen Spalte ließ Sarah laut aufstöhnen, spielerisch glitt Ulrikes Hand zwischen ihre geschwollenen Schamlippen und fand zielsicher die kleine Perle. Sie wimmerte.

Atemlos klammerte die junge Frau sich an die andere, hielt sich an ihr fest, während diese raffiniert ihre Klit massierte. Immer, wenn Sarah glaubte, vor Lust schier zu vergehen, stoppte sie wieder, wechselte zu ihrem Eingang, den sie umkreiste und mal mit einem, dann mit zwei Fingern reizte. Es war zum Verrücktwerden. Sarahs Beine zuckten unkontrolliert, ihr Becken hob sich ungeduldig der Hand entgegen, die quälend langsam in sie eindrang. Punktgenau traf sie die Stelle, die Sarahs Geilheit schier zum Überkochen brachte, doch die ganze Zeit behielt Ulrike dabei die Ruhe; ein herrlicher Gegensatz zu einem Mann, der ab einem gewissen Moment gewöhnlich die Beherrschung verlor. Ulrike hingegen hatte offenbar alle Zeit der Welt.

Sarah hörte ihren eigenen Atem, hörte, wie sie fast hechelte, während sie immer höher katapultiert wurde. Ihre Erregungskurve war über jedes ihr bekannte Maß hinausgeschossen. Sie hatte nicht gewusst, dass sie ein derartig heftiges und unkontrollierbares Verlangen verspüren konnte. Als Ulrike endlich ein Einsehen hatte und die Massage ihres Kitzlers nicht mehr unterbrach, glaubte Sarah keine Luft mehr zu bekommen. Sie verkrampfte sich, presste ihren Kopf in ein Kissen, um ihre Lust nicht laut herauszuschreien. Sie kam zu einem gigantischen Höhepunkt, der ihr den Boden unter den Füßen wegriss …

 

Noch bevor dieser verklungen war, verschwand das Gesicht ihrer Freundin zwischen ihren Schenkeln. Statt der geschickten Hände spürte Sarah nun die weiche Zunge, die sich ihrer annahm. Sie keuchte auf. Das Gefühl war fast zu intensiv, doch Ulrike gelang es sehr kunstfertig, den kaum abgeflauten Höhepunkt erneut aufleben zu lassen. Sarah wurde schwindelig. Niemals zuvor hatte sie Vergleichbares gefühlt. Wieder schoben sich Finger in sie, dieses Mal zielstrebiger und schneller. Ulrike hatte sie genug hingehalten – bei diesem Mal ging es nur noch darum, sie ein weiteres, gigantisches Feuerwerk erleben zu lassen.

 

Es dauerte wesentlich länger als sonst, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ulrike hielt sie, streichelte sie, während Sarah erschöpft in ihrem Arm lag. Nach diesem Erlebnis war sie verwirrt – sie verstand, dass sie bisher anscheinend auf etwas ganz wunderbares verzichtet hatte. Und sie wünschte sich, der anderen Frau ähnliche Emotionen zu verschaffen. Sie wollte sich revanchieren, wollte ebenfalls der Auslöser dieser unglaublichen Gefühle sein. Langsam begann sie, Ulrike zu küssen. Sie war erschöpft, doch sie brannte darauf, mehr von der neuen Freundin zu bekommen.

Ihre letzte Scheu legte sie ab, als nun auch Ulrikes Höschen fiel und Sarah das erste Mal in ihrem Leben eine Frau befriedigte. Ihre Finger tauchten in die Nässe, die sich reichlich ausgebreitet hatte. Sofort keuchte Ulrike auf. Das dunkle Schamhaar war kurz geschnitten, der Kitzler ragte aus dem rosigen Fleisch hervor. Anfangs etwas unbeholfen, doch schnell selbstsicherer, begann Sarah, ihre Sexpartnerin zu massieren. Es dauerte nicht lange, bis sie herausgefunden hatte, was Ulrike am besten gefiel. Sarah wiederholte das Spiel, das Ulrike begonnen hatte, hielt nun diese hin – immer wieder wechselte sie zwischen deren Eingang und der Lustknospe, was Ulrike hemmungsloses Stöhnen entlockte. Es war ein eigenartiges Gefühl für sie, das erste Mal mit ihrer Hand tief in die glitschige Muschel zu tauchen, doch genoss sie es, die andere an den Rand der Selbstbeherrschung zu bringen. Zielsicher fand sie heraus, was Ulrike durchdrehen ließ: Zusätzlich schob sie einen nassen Finger zwischen die Pobacken ihrer Kollegin. Sarah mochte es selbst recht gern, wenn auch ihr Anus gereizt wurde – dieses Wissen probierte sie bei Ulrike aus. Sie hatte Erfolg. Es dauerte nur noch wenige Sekunden, bis diese von ihrem Orgasmus überwältigt wurde.

 

Hinterher war Ulrike es, die zuerst sprach. Sarah schwankte noch zwischen Erstaunen und einem Gefühl der grenzenlosen Zufriedenheit, als Ulrike sie sanft auf die Wange küsste.

„Und, schon erschöpft?“ Ein diabolisches Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Noch während sie auf die Antwort wartete, suchten ihre Finger bereits wieder Sarahs überflutete Mitte. Gespannt starrte diese auf den dunklen Scheitel der Frau, die sich in gerader Linie an ihrem Körper herabküsste. Es war offensichtlich, dass ihr der Sinn nun nach ausgiebigeren, oralen Freuden stand und Sarah erwartete voller Begierde die sanfte Zunge an ihrer empfindlichsten Stelle.

Vergessen waren ihre Vorbehalte, vergessen ihre Unsicherheit angesichts dieser neuen, aufregenden Erfahrung. Sarah erwischte sich bei dem Gedanken, dass man eben nie zu alt war, neue Seiten an sich zu entdecken.

VG Wort