Verfluchte Sorglosigkeit – Volle Blase im Bus (Kurzgeschichte)

Verfluchte Sorglosigkeit
Volle Blase im Bus

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 10.10.2019

Das Haus meiner Großeltern zu erreichen, fühlte sich seit jeher wie eine Art Erlebnistour für mich an. Schon als kleiner Junge, wenn ich sie zusammen mit meinen Eltern besucht hatte, war der Nervenkitzel wie vor einer aufregenden Abenteuerreise spürbar gewesen. Auf der fast zwei Stunden dauernden Fahrt über kurvenreiche Landstraßen, die von Bauernhöfen, Feldern und Weiden gesäumt waren, hatte sich mir als Stadtkind eine völlig fremde Welt erschlossen. Kühe und Pferde grasten; es gab Traktoren sowie große, beeindruckende Landmaschinen zu sehen und auf den Ackerflächen wurde, je nach Jahreszeit, gepflügt, gesät oder geerntet.

In meiner Kindheit hatten wir für die Fahrten zu Oma und Opa stets das Auto genommen, nun jedoch, da ich erwachsen war und mir aufgrund meines ärmlichen Studentendaseins die finanziellen Mittel für einen Führerschein fehlten, hatte ich mich für den Bus entschieden. Der Anlass für den Besuch auf dem Land war von schnöder Natur: Ich wollte meinen Opa um einen kleinen, monatlichen Zuschuss zum Lebensunterhalt bitten, um den verhassten Aushilfsjob in der Kneipe, der mich zwar ernährte, aber oft genug vom Lernen abhielt, endlich hinschmeißen zu können.

Für gewöhnlich zog ich das Reisen mit dem Zug einer schaukeligen Busfahrt vor, doch das winzige Dorf, in dem die Eltern meines Vaters lebten, lag derart abgelegen, dass es dorthin keine Zugverbindung gab. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits geahnt, dass mein dringend müssen im Bus zu einer solchen Tortur werden würde, wäre ich wohl nicht eingestiegen und hätte mir als Ersatz eine spätere Verbindung herausgesucht.

 

Vom Leben in der Großstadt war ich es gewohnt, dass es, falls die Blase voll sein sollte, schnell eine Lösung gibt: Die Einkehr in eine Bar oder ein Café, um nach der Benutzung des WCs zu fragen, war ebenso unkompliziert möglich, wie das Aufsuchen einer Toilette in U-Bahnhöfen und an öffentlichen Plätzen. Diese verfluchte Sorglosigkeit in Sachen Klo muss der Grund dafür gewesen sein, dass ich mir vor Antritt der Fahrt keinerlei Gedanken über den Füllstand meiner Harnblase gemacht hatte. Eine Nachlässigkeit, die sich schon bald darauf bitter gerächt hatte.

 

Was ich als kleiner Steppke noch als spannend empfunden hatte, langweilte mich inzwischen, wie ich nach einer gefühlten Ewigkeit in dem Überlandbus sitzend feststellte, zu Tode. Nichts als graue Landstraße und grüne Gegend, stellte ich entnervt fest, als ich mit zusammengebissenen Zähnen aus dem Seitenfenster blickte. Wenn ich doch nur nicht so tierisch pinkeln müsste, führte ich den Gedanken weiter und drängte die Oberschenkel noch enger gegeneinander. Eine volle Blase im Bus konnte ich gar nicht brauchen.

Schon im Moment des Einsteigens hatte ich den Druck im Unterbauch gespürt, ihm jedoch, der Gewohnheit der Großstadt folgend, kaum Bedeutung beigemessen. Seither waren die Getränke, die ich vor Antritt der Fahrt zum Mittagessen in der Mensa zu mir genommen hatte, allesamt in meiner Blase angelangt. Wie tosende Wellen brandeten sie in jeder Kurve und bei allen Unebenheiten des Straßenbelags auf und schickten ihr Signal zur Entleerung in immer kürzeren Abständen.

 

Meine Anreise zu den Großeltern dauerte bereits über zwei Stunden an. Zwei Stunden, die mir wie eine gefühlte Ewigkeit erschienen. Und ich wusste, es würde mindestens noch einmal die halbe Zeit vergehen, bis ich in dem spärlich bewohnten Niemandsland, das mein Ziel war, ankommen dürfte. Mir diese Situation vor Augen zu führen, ließ meine Harnblase spontan protestieren: Sie bäumte sich dermaßen auf, dass ich den Schließmuskel mit aller Kraft anspannen musste, um mir nicht auf der Stelle in die Hose zu pinkeln. Unwillkürlich beugte ich mich nach vorn und keuchte auf. Fast zeitgleich schaute ich mich um und hoffte inständig, dass niemand der Mitreisenden mein angestrengtes Stöhnen gehört hatte.

Außer mir befanden sich acht weitere Fahrgäste auf den Sitzen verteilt im Bus. Da ich in der hintersten Sitzreihe des nicht mehr ganz neuen Verkehrsmittels Platz genommen hatte, und erfreulicherweise allein dort saß, überlegte ich nicht lange und drückte mir die Hand in den Schoß. Ich presste die Faust fest auf die Ausbeulung der Jeans, brachte meinen Penis halbwegs zur Raison und hatte das irrationale Gefühl, mich auf diese Weise zuhalten zu können. Es muss funktionieren, wie soll ich es sonst eine ganze Stunde überstehen?, fragte ich mich unglücklich.

 

An jenem Samstag im Juli war es sommerlich warm. Ich trug T-Shirt, Jeans und Turnschuhe. Außer einer kleinen Stofftasche, in der sich etwas Süßes für meine Oma befand, hatte ich ansonsten nichts bei mir. Was würde ich jetzt für eine leere Flasche oder so was Ähnliches geben, in die ich reinp**sen könnte, sehnte ich mir ein x-beliebiges Gefäß herbei, während mir nicht nur die Sommerhitze den Schweiß auf die Stirn trieb.

Das Stillsitzen fiel mir zunehmend schwerer, unruhig rutschte ich mit dem Hintern auf der mit Kunstleder bezogenen Sitzbank hin und her. Mann, ich muss so nötig … Was soll ich bloß machen, verdammt? Eine Frage, die ich mir nicht zu beantworten wusste. Bilder von Toilettenbecken und Urinalen tauchten vor meinem inneren Auge auf, die ich jedoch rasch wieder verdrängte. Es waren Wunschvorstellungen meines Körpers, der mir mit jeder Minute eindringlicher klarmachte, wie ernst es ihm war.

 

Vor den Fensterscheiben glitt das ländliche Grün der Wiesen und Bäume vorbei, doch hiervon nahm ich längst keine Notiz mehr. Ich fasste den verzweifelten Entschluss, nach vorn zum Fahrer zu gehen und ihn um eine kurze Pinkelpause zu bitten. Ich hatte ausdrücklich versucht, diese peinliche Frage und damit eine, für alle anderen, ärgerliche Unterbrechung der Fahrt zu vermeiden und es stattdessen bis zum Reiseziel auszuhalten, doch nun ging es wirklich nicht länger.

Mich von meinem Platz zu erheben, gelang nicht, ohne dass ich die Beine eng voreinander schieben musste. Erneut stöhnte ich auf; es wollte kräftiger aus mir heraus denn je.

Vornübergebeugt, mich an der breiten Rückenlehne des Vordersitzes festhaltend, rutschte ich aus dem hinteren Sitzbereich und machte mich auf den Weg durch den Mittelgang des einfach gehaltenen Verkehrsmittels.

Obwohl mir die Tatsache, dass diese Art des provinziellen Personentransports über keinerlei Toiletten verfügte, schmerzlich bewusst war, sah ich mich, von einem absurden Hoffnungsschimmer geleitet, nach einer Nische um, in die vielleicht doch ein WC eingebaut sein könnte. Natürlich entdeckte ich nichts dergleichen. Stattdessen war mein gesamter Unterkörper in Aufruhr: Heiß und in gigantischer Menge drückte sich die goldgelbe Flut von innen gegen meinen Schließmuskel, den ich mit aller Macht geschlossen hielt.

 

In weiterhin vorgebeugter Haltung hangelte ich mich konzentriert von Stange zu Stange vorwärts, durchgehend darauf bedacht, ja nicht die Kontrolle über meine Blase zu verlieren. Auf diese Weise, in der ich nur langsam vorankam und von den übrigen Personen im Bus aufmerksam beäugt wurde, erreichte ich schließlich den Busfahrer.

„Bitte … können Sie … kurz … mal anhalten?“, sprach ich ihn an, wobei mir ein flüssiges Reden vor Anstrengung nicht möglich war. Meinen Körper von einem sofortigen Freilassen allen Blaseinhalts abzuhalten, kostete mich unsagbar viel Kraft.

Anstelle mir eine Antwort zu geben, deutete er lediglich mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf ein Schild, das über seinem Kopf angebracht war:

'Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen’, war darauf zu lesen.

Natürlich … und ich hätte es ganz sicher vermieden, wenn es nicht wirklich nötig gewesen wäre.

„Ich muss … extrem … dringend aufs Klo“, probierte ich es ein zweites Mal, wobei mir der Unterleib brannte, als würde er meinen Worten Nachdruck verleihen wollen. Ebenso verhielt es sich mit meinen Füßen, die ich beim besten Willen nicht ruhig halten konnte. Wieder blieb ich ohne Erfolg.

„Wir sind in 'ner knappen halben Stunde im nächsten Dorf, das könn' se wohl noch aushalten“, wies er meine dringliche Bitte lapidar von sich.

„Nein … Ich …“, wollte ich soeben widersprechen, als ich mich auch schon aufkeuchend zusammenkrümmte, um die letztverbliebene Herrschaft über meine Harnblase zu behalten. Leider gelang es mir nicht komplett, wie ich spürte, als mir ein kleiner Spritzer heißen Urins in die Retroshorts schoss. Oh Shit, es läuft was, ganz von allein!, fuhr es mir als entsetzliche Erkenntnis in den Kopf.

Da ich merkte, dass meine sichtliche Not den Fahrer weder beeindruckte, noch dass er auch nur ansatzweise Mitgefühl zeigte, schwankte ich mit zusammengekniffenen Beinen zurück zur letzten Sitzbank. Ich musste unbedingt wieder sitzen; mein unglückseliger Zustand war in dieser Position weitaus besser zu ertragen.

 

Die Blicke der im Bus Mitfahrenden verfolgten mich bis zu dem von mir angestrebten Platz. Als sie sahen, dass ich es geschafft hatte, mit trockener Hose dorthin zu gelangen, wandte sie ihre Köpfe erneut nach vorn und beobachteten mich nicht länger. Dies kam mir sehr gelegen, so konnte ich die Hand zurück in den Schritt schieben und meinen Penis weiterhin zur Linderung kneten, ohne hierbei schaulustig gemustert zu werden.

Ich massierte und kniff mein bestes Stück, bis es schmerzte, doch der Druck meiner Blase war mittlerweile derart massiv und gewaltig, dass die Ablenkung durch Berührung von außen nicht mehr half. Das heftige Rutschen mit dem Hintern auf dem Kunstleder brachte ebenfalls nichts. Ich bearbeitete meinen Schw**z abwechselnd mit Daumen und Faust und stöhnte bei jeder neuerlichen Druckwelle unterdrückt auf.

Trotz aller Bemühungen, die goldene Springflut im Griff zu behalten, spritzte wiederholt und ohne mein Zutun heißer Urin heraus. Schockiert fühlte ich, dass er von dem bereits feuchten Stoff meiner Unterhose aufgesogen wurde. Es dauert nicht mehr lange, bis ich mir gnadenlos in die Hose p**se, schoss es mir panikartig in den Kopf, als ich schon fieberhaft nach einer Lösung für mein Problem suchte. Mich weiterhin anzustrengen, es einzuhalten, klappt auf keinen Fall, wie mir unangenehm bewusst geworden war, also musste eine Idee her – und zwar so schnell wie möglich.

 

Als ich mich wie gehetzt umschaute, fiel mein Blick auf einen Riss im künstlichen Leder der Rückenlehne vor mir. Er befand sich ziemlich genau auf Höhe meines Bauchnabels. Ja, klar! Das war es! Die Zeit, mir über eine bestmögliche Durchführung Gedanken zu machen hatte ich nicht. Ebenso war es der falsche Augenblick, um mögliche Konsequenzen in Betracht zu ziehen, die die Aktion für mich und meine Mitmenschen, insbesondere für das Reinigungspersonal der Buslinie, haben könnte. In meinen Kopf war nur Platz für eine einzige Überlegung: Wenn ich das jetzt nicht tue, dann wird meine Jeans definitiv klatschnass! Und diesen Zustand galt es um jeden Preis der Welt zu verhindern!

Als hinge mein Leben von dem nächsten Schritt ab, legte ich beide Hände an die Außenseiten des beschädigten Kunstleders und riss spontan und äußert kräftig daran. Die quälende Pee-Desperation, meine Verzweiflung und die Wut auf den Fahrer des Busses, der mein Problem so mies ignoriert hatte, beflügelte mich außerordentlich. Das Unterfangen zeigte Wirkung: Der Spalt hatte sich soweit nach unten vergrößert, dass er mir nun bis zu den Knien reichte.

Das hat der blöde Arsch jetzt davon, dachte ich voller Genugtuung und sah gleichzeitig, dass das Auseinanderreißen des Materials eine Art Schaumstoff zum Vorschein gebracht hatte, den ich nun hastig aus der Rückenlehne rupfte. Schnell, weiter, ich muss mich beeilen, ich kann es gleich nicht mehr einhalten … Während ich mir auf diese Weise ein Pinkelloch in der Lehne vor mir schaffte, wippte ich keuchend mit der Hüfte auf und nieder. Da die rechte Hand nun nicht länger meinen Schoß bearbeitete, glaubte ich, angesichts des mörderischen Pinkeldrangs beinahe wahnsinnig zu werden. Jeder Muskel meines Unterleibs vibrierte; den ungeheuren Blaseninhalt weiterhin zurückzuhalten, war kaum noch machbar.

 

Die Oberschenkel fest zusammengepresst, rutschte ich, soweit es ging, an die Vorderkante der Sitzbank. Ich stand so ultrakurz davor, unwillentlich loszupinkeln … In meinem Unterbauch pochte und zog es gefährlich; wieder spürte ich einen Schwall Urin herausdrängen. Lieber Gott … Leise wimmernd und mit zitternden Fingern zerrte ich hastig am Knopf und riss wie von Sinnen den Reißverschluss meiner Jeans herunter.

Mit einer einzigen fahrigen Bewegung zog ich den schon nassen Penis aus den pipifeuchten Shorts hervor. Inmitten dieses Vorgangs gab der Schließmuskel meiner Blase auf und ich fühlte die gelbe Fontäne mit großem Druck heranrauschen. Gerade noch rechtzeitig gelang es mir, den Schw**z auf den Einriss im Polster vor mir zu richten und das Becken so weit nach vorn zu kippen, dass meine feuchte Eichel ganz und gar in dem Loch im Schaumstoff verschwand.

Ich hielt ihn in der rechten Hand, so, als würde ich vor einer geöffneten Toilettenschüssel hocken, und p**ste glücklich lächelnd in die weiche Füllung der Rückenlehne. Der heiße Strahl, dem ich endlich freie Bahn lassen durfte, schoß kraftvoll aus mir hervor. Den Tränen nahe, konnte ich mein Glück kaum fassen. Es hatte funktioniert – was für eine unglaubliche Wohltat, welch grandiose Erleichterung! Niemals zuvor hatte ich mich über das Pinkeln so sehr gefreut und war von einem simplen Geschehen wie diesem derart geflasht gewesen.

 

Nachdem auch der letzte Tropfen versiegt war, schob ich meinen Penis zurück in Shorts und Hose, lehnte mich seufzend nach hinten an und schloss ermattet die Augen.

Mein Puls beruhigte sich; in absoluter Gelassenheit und mit einem Lächeln, das mir nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden wollte, setzte ich die Reise zu meinen Großeltern fort. Hin und wieder schaute ich besorgt auf den von mir mutwillig vergrößerten Riss, doch es war nichts zu sehen, was auf die vorangegangene Verzweiflungstat hindeutete. Von der beachtlichen Menge meines Urins drang kein einziger Tropfen nach außen, was mich freute und mein schlechtes Gewissen zumindest geringfügig erleichterte.

 

Die feuchten Retroshorts trockneten allmählich und als ich bei den Großeltern ankam, wurde ich mit offenen Armen empfangen. Zu meiner großen Freude hatte mir die Oma mein Leibgericht aus Kindertagen gekocht und auch mein Opa zeigte sich spendabler, als ich es annehmen mochte. Er bestand auf die großzügige Unterstützung seinerseits – als Gegenleistung rang er mir das Versprechen ab, im Studium mein Bestes zu geben und einen erstklassigen Abschluss hinzulegen. Jene Zusage gab ich ihm gern – ohne die nächtliche Arbeit in der Kneipe sollte dieses Bestreben mühelos zu erreichen sein. Und noch eines nahm ich mir fest vor: Von dem Geld, das mein Großvater zusätzlich obendrauf legte, würde ich auf jeden Fall den Führerschein machen!

Wegen des Jugendschutzes wurden in dem Text auf dieser Seite einige Buchstaben durch Sternchen ersetzt. Wir bitten um Verständnis.
Die unzensierte Version des Textes ist nur in der Zeit von 22:00 bis 6:00 Uhr abrufbar.

VG Wort