Zusammen Eis essen (Kurzgeschichte)

Zusammen Eis essen

Magenta König

Sie ist heimlich verliebt in die Mitbewohnerin der WG. Bis eines Nachmittags ein nasses Geheimnis aufgedeckt wird …

Story

Zusammen Eis essen

Magenta König

 

Seit zwei Monaten lebe ich in einer WG. Genauso lange träumte ich vom Sex mit meiner Mitbewohnerin. Julie ist der absolute Wahnsinn. Mit ihren einsachtzig ist sie ungewöhnlich groß für eine Frau, dazu schlank und durchtrainiert sportlich. Sie hat milchkaffeebraune Haut, da sich irgendwo in der väterlichen Linie ein Ureinwohner Amerikas versteckt hat. Das Bemerkenswerteste an ihr sind jedoch die Augen, so grün wie … Ich weiß nicht, keine Ahnung, irisierend schön zumindest. Ich schwärme ziemlich von ihr, was erkennen lässt, in welch hohem Maße ich in diese tolle Frau verknallt bin.

 

Seitdem ich Julie zum ersten Mal begegnete, himmle ich sie an. Und darüber würde ich wohl nicht hinauskommen, wie ich bislang vermutet hatte. Zum einen interessiert sie sich nicht übermäßig für ihre Mitmenschen – sie ist ein wenig eigenwillig, fast schon distanziert, auch wenn sie sich im täglichen Zusammenleben nett und hilfsbereit zeigt. Zum anderen ist sie mindestens 8 Jahre älter. Mag sein, dass es daran liegt, dass sie kaum mehr in mir gesehen hatte, als eine Mitbewohnerin. Denn dass sie lesbisch sein könnte, hätte ich mir nicht vorstellen können. So viel Glück kann es auf der Welt nicht geben. Allerdings hatte ich nie männlichen Besuch bei ihr bemerkt oder Anrufe von Verehrern für sie entgegengenommen.

 

Natürlich geht die Geschichte weiter und ich habe mehr zu berichten, als nur von meinen Schwärmereien aus der Ferne.

Es begann am gestrigen Nachmittag. Ich saß in unserer Küche und wartete darauf, dass das Wasser für die Nudeln kochen sollte, als ich die Haustür hörte und Julie die Wohnung betrat. Klar, es konnte kein anderer sein als sie, da unser drittes Zimmer seit Beginn des Monats leer steht und wir einen neuen Mieter suchen.

Ich schaute um die Ecke und sah sie im Flur stehen, jedoch lediglich von hinten. Sie bemerkte mich nicht und löste soeben den Pullover, den sie um ihre Taille geknotet trug. Als sie ihn fortnahm, machte ich einen nassen Jeanshintern aus. Verblüfft fragte ich:

„Wo hast du dich denn reingesetzt?“ Das hatte einen ähnlichen Effekt, als hätte ich ihr eine Nadel in besagtes Hinterteil gestochen. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich um diese Zeit normalerweise nicht zu Hause bin, sie also nicht damit rechnen konnte, aus der Küche angequatscht zu werden. Julie drehte sich erschrocken um:

„Was zum Teufel …“, rutschte es ihr heraus, danach blickte sie mich einen Moment lang aus ihren fantastisch grünen Augen an und ging wortlos in ihr Zimmer. Sie verschloss die Tür fest hinter sich und ließ mich perplex zurück.

 

Achselzuckend wandte ich mich erneut dem Nudelwasser zu. Die Gedanken aber blieben bei meiner atemberaubenden Mitbewohnerin und dieser seltsamen Szene. Ich konnte nicht sagen, was es war, aber irgendetwas schien merkwürdig. Sie hatte so … ja, so abwesend geschaut. Und sie war ehrlich erschrocken gewesen, als hätte ich sie bei etwas erwischt, das nicht für mich bestimmt war. Es tat mir leid, sie so aufgeschreckt und in eine für sie offensichtlich peinliche Situation gebracht zu haben. Wahrscheinlich hatte sie sich wirklich nur in einen Fleck oder eine Pfütze gesetzt. Wie sonst kommt man zu so einem nassen Arsch?

Ich hörte sie ins Bad gehen und die Dusche anstellen. Ich hingegen bewegte mich nicht, sondern blieb bei meinen Nudeln.

Nachdem sie das Badezimmer wieder verlassen hatte, kehrte sie zurück in ihr Zimmer. Schade, sie könnte gern in die Küche kommen, dachte ich, ich würde die Spaghetti mit ihr teilen.

 

Beim Abräumen hatte ich ein schlechtes Gewissen. Meine Gedanken drehten sich sowieso nur um diese Frau, da war so ein Vorfall wie der heutige erst recht bedenkenswürdig. Und ich muss zugeben, dass mir die Überlegung, sie könnte wütend sein oder sich schämen, nicht gefiel. Genauso wenig wie die Erwägung, dass sie aus diesen Gründen nicht mehr mit mir reden würde. Nein, nur das nicht.

Um dies herauszufinden, beschloss ich, da sie die Nudeln bereits verschmäht hatte, meinen Nachtisch mit ihr zu teilen. Ich hatte vorhin im Supermarkt eine Packung Schokoladeneis und ein Schälchen Erdbeeren gekauft. Welche Frau kann da schon widerstehen? Eilig befüllte ich zwei Dessertschalen, legte zu Dekorationszwecken auf jeden Schokoeishügel eine der Früchte und klopfte mit dem Fuß an ihre Zimmertür.

 

Nach ihrem gerufenen ‚Herein‘ drückte ich mit dem Ellbogen die Klinke herunter und jonglierte die beiden Schüsseln in ihr Reich.

„Ich dachte, du magst vielleicht ein Eis mit mir zusammen essen?“ Sie saß mit untergeschlagenen Beinen auf der bunten Tagesdecke ihres Bettes.

„Als kleine Entschuldigung, weil ich dich eben so schockiert habe“, fügte ich freundlich hinzu. Ich reichte ihr eine der Schalen, die sie lächelnd entgegennahm.

„Danke, gern. Setz dich doch.“

Da der einzige Stuhl im Zimmer von Kleidungsstücken belagert war, hockte ich mich zu ihr auf die Überdecke. In meinem Bauch kribbelte es. Wie immer, wenn ich dieser Frau nah war. Schweigend sah sie erst mich an, dann heftete sie ihren Blick auf das Eis. Nach wie vor lächelnd pflückte sie sich die Erdbeere herunter und steckte sie sich in den Mund.

„Tja, wie schon gesagt, es tut mir leid, dass ich dich vorhin so erschreckt habe …“, griff ich das Thema wieder auf, „die Sache muss dir nicht peinlich sein. Das kann doch mal passieren.“ Sie schaute mich aufmerksam an.

„Was kann mal passieren?“

„Naja, das, was da bei dir war. Dass man sich aus Versehen auf ’ne nasse Bank setzt, und so.“ Julie zögerte einen Moment.

„Ich habe mich auf nichts Nasses gesetzt. Oder zumindest war es das vorher nicht.“ Häh? Ich verstand nicht. Was sollte das heißen? Sie aß ihr Eis und auch ich steckte mir einen Löffel voll in den Mund.

„Ich habe mir in die Hose gepinkelt.“ Ach so. Na dann. Wie bitte?, ging es mir durch den Kopf.

„Damit, dass du zuhause warst …“, fuhr sie mit ihrer Erklärung fort, „konnte ich nicht rechnen. Ich wollte nicht, dass du es mitbekommst. Andererseits verabscheue ich Lügen, und da du mich sowieso gesehen hast …“ Sie machte eine Pause, setzte jedoch gleich wieder an:

„… und irgendwann vielleicht noch einmal siehst, ist es besser, wenn du Bescheid weißt. Schließlich wohnen wir zusammen … und es ist ja nicht schlimm.“

Aha. Völlig klar. Sie hatte sich aus Versehen in die Hose gemacht. Das ist wirklich nicht schlimm. Aber was hieß, dass ich es vielleicht noch einmal sehen könnte?

Es schien, als könne Julie Gedanken lesen, da sie mir diese Frage umgehend beantwortete:

„Ich stehe drauf. Ich pinkle mir gelegentlich in die Klamotten, weil es mich anmacht.“ Ich muss sie ausgesprochen blöd angeguckt haben, wenn ich im Nachhinein so überlege. Für mein Gegenüber jedoch war das Thema abgehakt. Sie widmete sich nun vollständig ihrem Eisschälchen.

„Hmmm, lecker. Was machst du so früh eigentlich schon zu Hause?“

 

Eine Stunde später saß ich in meinem eigenen Zimmer und wunderte mich. Dieses außergewöhnliche „Geständnis“ hatte mich komplett verwirrt. Sie war nicht wieder auf ihre nasse Hose zu sprechen gekommen und ich hatte mich nicht getraut, nachzuhaken. Fragen hatte ich jedoch zu Genüge: Wer wird von so etwas heiß? Konnte es wirklich erotisch sein, sich in die Hosen zu pinkeln? Ist das nicht eher infantil und beschämend? Und wie hatte sie es mir so cool an den Kopf knallen können?

Selbstverständlich war es richtig, dass sie nicht lügen und sich irgendwelche Geschichten ausdenken wollte. Zumal es sich mit der Zeit wiederholen würde.

Ob die vorherigen Bewohner dieser WG es auch gewusst hatten? Womöglich von ihr selbst? Eifersüchtig stellte ich fest, dass ich den Gedanken nicht mochte, dass Julie nicht nur mir allein vertraute und etwas dermaßen persönliches erzählt haben könnte, sondern auch einigen anderen Menschen.

Doch genau genommen war es egal, da ich mit ihren Dingen nichts zu tun hatte. Und wahrscheinlich wäre es ihr völlig Wurst gewesen, wenn ich es bescheuert und eklig gefunden hätte. Trotzdem bewies ihre Ehrlichkeit und Offenheit großen Mut, was mich meine hinreißende Mitbewohnerin nur noch mehr bewundern ließ. Und es passte zu ihr. Denn obwohl ich noch nicht viel von ihr erfahren hatte und sie zurückhaltend war und zuweilen nach innen gekehrt wirkte, kannte ich sie in einer Hinsicht doch bereits sehr genau: Was sie sagte, hatte Hand und Fuß. Ihre Aussagen ergaben einen Sinn und ihre Meinung war immer direkt und ehrlich.

 

Ich fragte mich, ob sie in Erwägung gezogen hatte, dass ich ihre Vorliebe für unnormal halten und sie als abstoßend empfinden könnte? Ich meine, sich in die Hose zu pinkeln … naja, gewöhnlich war es wahrscheinlich nicht. Und eklig? Wenn ich aufrichtig war, gab es nichts, dass ich mir an Julie hätte ekelhaft vorstellen können. Und überhaupt, was war schon dabei? Oder hatte sie das Thema deshalb so schnell fallenlassen, weil sie Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen hatte und mich nicht gänzlich vergraulen wollte?

 

Bis zum Abend hatte mich der Inhalt unseres Gesprächs nicht mehr losgelassen. Ich weiß zwar, dass es die ungewöhnlichsten Leidenschaften gibt, die die Leute besitzen und miteinander teilen, doch bisher waren sie nie für mich von Interesse gewesen. Ich hatte genug mit meiner eigenen sexuellen Ausrichtung zu tun, was meine Eltern einschloss, die beinahe ins Koma gefallen waren, als ich ihnen mitgeteilt hatte, dass ich mich ausschließlich zu Frauen hingezogen fühlte. Der Rest der Familie weiß es noch nicht. Und in meinem Freundeskreis gab es Reaktionen von ‚Okay, prima‘ bis hin zu ‚Pfui, widerlich‘. Einige meiner Bekannten haben ebenfalls keine Ahnung und ich halte es auch nicht für notwendig, jedem auf die Nase zu binden, ob ich mit Weiblein oder Männlein zusammenleben möchte.

Weiß Julie eigentlich davon? Gesprochen haben wir darüber nicht, doch ich nehme an, dass sie es mitbekommen haben wird. Allerdings muss ich mir eingestehen, dass es mir gar nicht so unrecht wäre, wenn sie nicht in diese Richtung dachte. Vielleicht deshalb, weil ich nicht will, dass sie spürt, wie verliebt ich in sie bin.

 

Ich versuchte, ein Referat vorzubereiten, doch in Gedanken war ich unentwegt bei Julie. So klappte es nicht, es hatte keinen Zweck. Ich dachte an sie, während ich den Abwasch machte und auch, als ich mir letztendlich die Turnschuhe anzog und laufen ging, war sie in meinem Kopf präsent. Mir war klar, davonlaufen konnte ich ihren Kiwischeibenaugen nicht. Ganz im Gegenteil: Je länger ich über unsere Unterhaltung nachdachte, je öfter ich sie mir mit den eingepinkelten Klamotten vorstellte, desto stärker fühlte ich, wie sehr ich sie wollte. Wenn auch lieber ohne Hosen als mit.

 

Als ich um halb neun durchgeschwitzt nach Hause kam, war ihre Zimmertür noch immer so verschlossen wie am Nachmittag.

Ich ging duschen und zog mir hinterher bequeme Sachen an. Mit noch nassen Haaren fläzte ich mich auf mein kleines Sofa und betätigte den Einschaltknopf für den Fernseher.

Eine Sekunde später klopfte es an und Julie steckte ihren Kopf durch den Türspalt. „Lust auf Reden?“, fragte sie. Mein Herz schlug sofort drei Takte schneller und ich schaltete die Glotze in Windeseile aus.

„Klar, komm rein.“ Statt sich auf das Bett oder den Schreibtischstuhl zu setzen, quetschte sie sich neben mich auf die winzige Couch. Sie setzte sich mir zugewandt hin und zog die Füße unter sich.

„Was meinst du, bevor wir beide vor dem Fernseher versauern, können wir lieber die Unterhaltung von vorhin fortsetzen.“ Nun also doch, nachdem sie das Thema zuvor selbst beendet hatte?! Wie klasse! Ich freute mich, dass sie zu mir gekommen war. So viel Kontakt und Vertrautheit war ungewöhnlich und etwas ganz Besonderes.

 

„Ich glaube, ich hab dir heute Nachmittag ganz schön was zugemutet, hm?“ Sie sah mir direkt in die Augen.

„Tut es dir leid, dass du es mir erzählt hast?“, fragte ich gegen.

„Nein, das nicht. Ich dachte nur, weil ich so schnell wieder davon abgekommen war … Du musst es nur sagen. Wenn du es widerwärtig findest, brauchen wir nicht zwingend drüber zu sprechen. Ich will nur nicht … tja, ehrlich gesagt würde ich gern wissen, was du darüber denkst. Bislang war es noch nicht nötig gewesen, einer Mitbewohnerin davon zu erzählen.“ Sie lächelte.

„Wohl deshalb, weil ich noch nie ertappt worden bin. Und da du als Studentin zu so wechselnden Zeiten daheim bist … Ich will einfach mit offenen Karten spielen und ein bisschen hoffe ich, dass du mich verstehst.“ Unsicher verharrte ihr Blick auf einem der vielen Flauschfussel meiner Wolldecke, die zwischen uns lag.

Erstaunt schaute ich sie an. Ich sollte ermessen, was sie daran fand, sich in die Jeans zu pieseln? Hatte es ihr Hoffnung gemacht, dass ich vorhin nicht schreiend rausgerannt war? Da ich nicht sofort reagierte, probierte sie es noch einmal:

„Okay, vielleicht kannst du die Pinkelsache nicht verstehen, aber es wäre toll, wenn nachzuvollziehen könntest, was in mir vorgeht.“

„Offen gesagt, war mir bis vor einigen Stunden nicht bewusst, dass man auf eingenässte Hosen stehen kann“, antwortete ich offenherzig. Sie sah schweigend in mein Gesicht. Und dann fragte ich sie, warum und weshalb. Was sie daran so sehr reizen würde.

 

In den folgenden Stunden versuchte sie, mir ihre Gefühle zu erklären. So abgebrüht sie es mir am Nachmittag präsentiert hatte, war noch mit kaum jemandem besprochen worden. Nun ja, ohne konkreten Anlass bräuchte man das Thema wohl auch nicht aufzugreifen. Ob es lediglich daran gelegen hatte, dass bei mir nichts auf dem Spiel stand? Hätte sie es mir sowieso irgendwann erzählt, in der Erwartung, ich würde sie verstehen? Wie kam sie eigentlich darauf?

Sie beschrieb, dass es sie bereits seit frühester Jugend erregte, wenn sie dringend musste. Insbesondere, wenn sie es dann in ihre Kleidung laufen ließ. Überhaupt hatte Urin für sie eine ganz besondere Faszination. Nach und nach hatte sie ihr nachgegeben und es genossen, zu experimentieren. Zuerst mit sich selbst, versteckt und begleitet von Peinlichkeiten, später aber offener und risikofreudiger, wenn es darum ging, sich auf dem Nachhauseweg in die Hose zu machen. So wie es heute Nachmittag geschehen war.

 

Ich spürte die Erotik, die sie empfand; es knisterte förmlich, als sie mir davon erzählte. Wenn ich auch nicht kapierte, was es war, dass es für sie so unvergleichlich machte, so fühlte ich doch, wie gewichtig diese Erlebnisse und Emotionen für sie waren. Und wie erregend.

Insgeheim verglich ich ihre Entwicklung mit meinen Gefühlen damals, als ich zu begreifen begonnen hatte, dass mich der weibliche Körper außerordentlich in seinen Bann zog. Erheblich stärker, als der eines Mannes es zu tun vermochte. So hatte ich ab diesem Zeitpunkt die Begeisterung meiner Freundinnen für die ausgesprochen dämlichen Jungen in unserer Klasse nicht mehr teilen können.

Animiert von diesen Gedankengängen erkundigte ich mich bei Julie, ob sie die nassen Dinge jemals mit einem Vertreter des männlichen Geschlechts ausprobiert hätte. Nach dieser Frage blickte sie mich bedeutungsvoll an. Derart lange und eindringlich, dass ich befürchtete, zu weit gegangen und zu intim geworden zu sein. Dann jedoch fing sie an zu lächeln, was sich schnell zu einem erleichterten Lachen formte.

„Glaubst du ernsthaft, das hätte ich mir wirklich angetan? Mit einem Jungen?“

Sprachlos starrte ich sie an. Erkannte ich das grad richtig?

„Also, diese Vorliebe würde ich bestimmt nie mit einem Mann teilen wollen … wie so vieles andere auch nicht“, ergänzte sie grinsend. Mir stand der Mund vor Staunen offen.

„Ich dachte, das wüsstest du längst.“

 

Der Ohnmacht nah, glaubte ich, jeden Moment vom Sofa zu kippen. Was gab es sonst noch, das ich nicht bemerkt hatte? Und wie gut hatte sie in mich hineingeschaut? Als ich darüber nachdachte, dass sie ahnen könnte, wie verliebt ich in sie war, spürte ich mein Gesicht kirschbonbonrot werden.

Das war der Augenblick, an dem sie aufhörte zu lachen. Und mich wieder einmal nur ansah – mit diesen unvergleichlichen Augen. Die Stimmung zwischen uns veränderte sich. Und um diesem außergewöhnlichen Tag, an dem ich erfuhr, wie erotisch das Hosenpinkeln ist, noch eine zweite Unvergesslichkeit hinzuzufügen, beugte sich Julie zu mir herüber und küsste mich.

 

Noch immer schwelge ich in dem überwältigenden Gefühl des ersten Kusses. Und in der darauffolgenden Nacht überwältigte mich noch einiges Weiteres. Niemals hätte ich zu hoffen gewagt, dass meine Träume von der unerreichbar geglaubten Julie wahr werden würden. Und wenn, wäre mir zur Erfüllung meines innigsten Wunsches ein anderer Anlass in den Sinn gekommen.

Ihren himmlischen Hintern in der nassen Jeans werde ich sicher nicht mehr vergessen können. Doch auch ohne die pitschnasse Hose wäre es unmöglich – jetzt kann ich mir dieses Urteil erlauben, da ich ihn seit der letzten Nacht nackt kenne … sogar von ganz nah. Meine Lippen haben ihn so gründlich erforscht, dass sie eine Landkarte von seinen wohlgeformten Linien zeichnen könnten.

Unsere erste Liebesnacht war trocken geblieben, zumindest in der speziellen Hinsicht. Natürlich war sie auch nass, womit nicht der Wein gemeint ist, den wir zusammen getrunken haben. Der Rest kommt später, denn ich gehe fest davon aus, dass meine Julie mir die Pinkelfreuden, die sie mir so reizvoll beschrieben hat, auch real zeigen wird. Und ich gehe weiterhin davon aus, dass mir mindestens ihr Spaß daran sehr gefallen wird. Wir werden sehen …

 

Fürs Erste reicht es – ich habe mir meine überschäumenden Gefühle und noch immer wirren Gedanken von der Seele geschrieben. Das, was ich von der zurückliegenden Nacht ausgespart habe, würde diese Geschichte zu pornografisch gestalten. Aber vielleicht ist es dennoch von Interesse?

Als wir heute Morgen nebeneinander aufgewachten, waren wir einfach nur glücklich. Zugegebenermaßen hatten wir auch wieder Lust aufeinander, aber grundsätzlich überwog die Freude. Ich nehme an, Julie hatte am Tag zuvor Sorge, dass ich ablehnend reagieren könnte, doch eine Beziehung ohne diesen wichtigen, nassen Aspekt ihres Lebens würde sie sich nicht vorstellen können. Und wie sie so treffend sagte: Lügen kommen für sie nicht in Frage. Und darüber bin ich froh. Noch mehr aber darüber, dass sie offensichtlich genauso lange ein Auge auf mich geworfen hatte, wie ich umgekehrt auf sie. Ich war zu schüchtern gewesen, sie zu ängstlich … Und gestern hatte es sich dann ergeben. Welch ein großartiger Tag. Und nun durfte ich nach zwei Monaten des Träumens endlich neben der echten Traumfrau aufwachen – einfach nur schön!

 

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Erscheinungsdatum 14.06.2004
Autor Magenta König
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