Eine bärenstarke Überraschung – Plüschtierliebe mit Schnuller und Windel (Kurzgeschichte)

Eine bärenstarke Überraschung
Plüschtierliebe mit Schnuller und Windel

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 09.12.2021

Plüschtiere vor Füßen mit Ringelsocken

Mit dem Zubereiten der Lasagne hatte Adrian sich besondere Mühe gegeben. Es kam nicht oft vor, dass er für seine Freundin zu Abend kochte, aber wenn er es tat, sollte es entsprechend gut werden. Zu den obligatorischen Bolognese- und Bechamelsoßen hatte er eine extragroße Menge Käse hinzugefügt – sogar an ein schokoladiges Cremedessert zum Nachtisch hatte er gedacht und dieses ebenfalls mit Liebe angerichtet.

Vorsichtig stellte er die bis zum Rand gefüllte Auflaufform in den vorgeheizten Backofen, blickte anschließend zur Uhr und konnte ein Schmunzeln nicht verhindern, da er in exakt demselben Moment das Klicken des Schlosses seiner Wohnungstür hörte. Pünktlich wie immer, bemerkte er bestens gelaunt und machte sich auf, um seine Caroline mit einem Küsschen im Flur zu begrüßen.

 

Nachdem seine große Liebe sich, einer Gewohnheit folgend, die Schuhe abgestreift hatte, fielen Adrian wieder einmal die bunten Ringelsocken auf, die seine Freundin fast durchgehend an ihren Füßen trug. Selbst wenn er angestrengt zurückdachte, konnte er sich kaum an eine Begegnung mit ihr erinnern, bei der sie die fröhlichen Strümpfe nicht angehabt hätte. Über dieses Gesprächsthema war es auch geschehen, dass sich ein Einstieg ergeben und Caroline ihm vertrauensvoll von den kindlichen Ausflügen in ihre kleine Welt erzählt hatte.

 

Seit knapp zwei Jahren waren sie ein Paar und obwohl sie einander oft trafen, hatte sich an den tiefgehenden Emotionen der ersten Wochen nichts geändert. Nach wie vor flirteten sie ohne Unterlass miteinander, warfen sich verliebte Blicke zu und konnten die Hände kaum voneinander lassen. Sie küssten sich bei nahezu jeder Gelegenheit und genossen ihre erotischen Intimitäten über alles. Eine Ausnahme gab es allerdings: Es waren die besonderen, herzerwärmenden Situationen, in denen Caroline in ihren Little Space eintauchte. In jenen Stunden hatten Lust und Leidenschaft keinen Platz in ihrem Leben – diese Augenblicke, die sie so jung und unbeschwert wie eine Dreijährige fühlen ließen, waren voll von kindlicher Freude und den unschuldigsten Empfindungen.

 

Gern verwöhnte und umsorgte er seine Line, wie er sie in ihrer kleinen Welt liebevoll nannte, wie es dem schutzbedürftigen Kind entsprach, das sie in diesem Moment auslebte.

Bisher hatten jegliche Interaktionen dieser Art in ihrer eigenen Wohnung stattgefunden, so dass sie ausschließlich in ihrer vertrauten Umgebung zu seinem niedlichen Little geworden war. Jenes Umfeld hatte Adrian schon bei seinem ersten Besuch als auffallend lauschig erlebt, mit reichlich Spielzeug, jeder Menge Teddybären und anderer Stofftiere, an die Line sich für ihr Leben gern ankuschelte. Eine Plüschtierliebe, die sie mit einer Windel am Po und ihrem Prinzessinnen-Schnuller im Mund vollführte.

»Muss ich etwa eifersüchtig werden?«, hatte er seine Kleine irgendwann einmal spaßeshalber im Spiel gefragt, woraufhin diese ihn lediglich mit großen Augen angeschaut und weiter an ihrem Schnulli genuckelt hatte. Natürlich, jetzt versteht sie grad überhaupt nicht, was ich meine, war es ihm dann klar geworden und er hatte sich rasch wieder den Plüschtieren zugewandt, die sie so fest und innig in ihrem Arm hielt.

 

Damit er den Esszimmertisch decken konnte, war es notwendig, zuvor einige vollbeladene Kisten herunter zu räumen, die der junge Informatiker am Nachmittag im Vorbeigehen darauf abgestellt hatte. Ohne, dass ihm die signifikante Tragweite des Inhalts aufgefallen war, hatte er sie beiläufig abgesetzt und sich keine weiterführenden Gedanken über die darin befindlichen Gegenstände gemacht.

 

Caroline war ihm in den Wohn- und Essbereich gefolgt und im selben Augenblick, in dem Adrian den ersten Karton zur Hand nehmen wollte, erkannte sie, was sich in seinem Inneren befand. Ein Juchzer kindlichen Entzückens war ihre unwillkürliche Reaktion auf die niedlich-weichen Spielinhalte.

»Nein, wie süß! Wo kommen denn diese Teddys her?« Carolines Augen begannen zu glänzen und sie lachte vor Begeisterung. Ihr Freund hingegen zuckte uninteressiert mit den Schultern; noch erfasste er die umfängliche Wirkung des Ereignisses nicht.

»Vom Dachboden meiner Eltern«, antwortete er daher gleichgültig. »Sie ziehen ja demnächst um und sortieren deshalb jede Menge Zeug aus. In diesen Kisten befindet sich noch alter Kram aus meinen Kinderzeiten.« Während Adrian den letzten Satz aussprach, fiel bei ihm der Groschen: Na klar, ich Idiot, das interessiert die kleine Line natürlich! Mit diesen Mitbringseln aus seinem Elternhaus hatte er ihr eine buchstäblich bärenstarke Überraschung bereitet. So war es nicht verwunderlich, dass die junge Frau die Plüschtier-Box auf der Stelle an sich nahm und sich mit ihr zusammen auf dem Fußboden niederließ.

 

Vollkommen in sich versunken, begann sie, sich umgehend mit den Stofftieren zu beschäftigen. Gleich eines sorgenfreien Kindes setzte sie zu einem herzlichen Spielszenario mit den Plüschis an, in dem sie voll und ganz aufging und das sie durchweg lächeln ließ. Zeitgleich übernahm Adrian wie selbstverständlich die Rolle des Caregivers und erinnerte seine Kleine zärtlich an das Tragen ihrer Windel und das Benutzen des Nuckis, falls sie wegen einsetzender Müdigkeit quengelig werden sollte.

»Immerhin ist schon fast Schlafenszeit«, endete er seine gutgemeinte Ermahnung, an das Unentbehrlichste für eine Dreijährige zu denken.

»Ja, Daddy, Pampi …«, kam es von der süßen Line zurück, die bei ihrer Zustimmung nicht von dem Teddyspiel aufsehen mochte, welches sie mit seinem unbekümmerten Spaß lockte und in eine kindlich schöne Welt geleitete.

 

Um eine der Windelhosen zu holen, die er neben ein paar Schnullern für den Fall der Fälle im Schlafzimmer bereithielt, führte Adrians Weg ihn an der offenen Küchentür vorbei, aus der es bereits köstlich nach der Lasagne duftete, die in der Hitze des Backofens garte. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen, derart hungrig war er. Eine halbe Stunde wird sie wohl leider noch brauchen, schätzte er die Dauer der verbleibenden Garzeit ein und erreichte in diesem Moment den großen Kleiderschrank, in dessen hinterer linker Ecke die farbig bedruckten Diapers lagerten.

Adrian zog eine dick gepolsterte Bärchen-Motivwindel aus dem Stapel hervor, suchte zudem einen rot-rosafarbenen Schnulli aus dem Körbchen heraus und begab sich mit einer Dose Hautpflegecreme in der zweiten Hand zurück zu seinem Tisch im wohlig geheizten Esszimmer.

 

Mittlerweile war es draußen kalt geworden; die ersten Nachtfröste setzten ein, doch hiervon war in Adrians behaglich warmer Wohnung nichts zu spüren. In der Küche wartete das leckere Essen und auf dem angenehm temperierten Holzdielenboden saß seine Kleine und spielte mit den Teddybären aus seiner Kindheit. Es war eine Idylle, die der junge Computerfachmann nur ungern unterbrechen wollte, auch wenn es für Lines Little Space von immenser Bedeutung war, wie er wusste.

»Leg dich bitte hin, Spatz, ich möchte dich wickeln«, forderte er sie deshalb mit einem freundlichen Lächeln auf, indem er sich zeitgleich zu ihr auf den Holzboden kniete.

 

Sein Little war sich des hohen Stellenwertes der Windelhose ebenso bewusst – sie rundete das Gefühl ab, schenkte ihr wunderbare Sicherheit und Geborgenheit und ließ sie das entspannende Kleinsein auf intensive Weise wahrnehmen. Aus diesem Grund machte sie es sich auf dem Rücken liegend vor ihrem Papi bequem und stellte die Beine bereitwillig auseinander.

Sogleich begann Adrian, ihr die Jeans zu öffnen und das Kleidungsstück mitsamt des knapp sitzenden Slips auszuziehen. Wie von selbst fiel sein Blick auf ihren entblößten, glattrasierten Venushügel, doch jeglicher Gedanke an Erotik und Sex waren ihm in diesem Augenblick fern. Im Laufe der zurückliegenden Monate hatte er gelernt, sämtliche Überlegungen, die in eine solche Richtung zielten, komplett auszublenden. Alles zu seiner Zeit – hier und jetzt war seine Freundin ein hilfloses, schutzbedürftiges Mäuschen, das seinen Beistand und seine gesamte Fürsorge benötigte.

 

Line hob den Po ein wenig an, was es deutlich einfacher gestaltete, die dicke, hörbar knisternde Crinklz mit den knuffigen Bärenmotiven unterzulegen. Es raschelte auffällig und die erste Berührung mit dem soften Innenteil der Pampi verlieh dem Little sofort ein himmlisch warmes Empfinden auf der Haut.

»Achtung, Spatz, jetzt wird’s ein bisschen kühl«, warnte Adrian sanft vor, bevor er die Oberfläche ihres Pos und den Bereich zwischen den Beinen mit der Baby-Pflegecreme versorgte. Erst hiernach schloss der aufmerksame Caregiver die lustig-bunte Erwachsenenwindel mit den seitlich angebrachten Klebestreifen und zog seine Kleine an ihren Händen zurück in die sitzende Position.

 

Zufrieden schaute sie ihm ins Gesicht, lächelte glücklich und nahm den roten Schnulli entgegen, den er ihr abschließend überreichte.

»Danke, Daddy«, quietschte sie voller Vertrauen und wandte sich wieder hingebungsvoll ihrem Stofftier-Spiel zu, in dem sie allein die Regie führte.

Anders als erwartet, steckte Line sich den Schnuller nicht selbst zwischen die Lippen, sondern platzierte ihn auf der runden, überaus flauschigen Nase des weißen Plüschis. In den Mund des knuddeligen Nilpferds konnte sie ihn mangels Öffnung nicht stecken, also hatte sie diese nächstliegende Möglichkeit gewählt.

Erstaunt sah Adrian seiner Kleinen zu und kam nicht umhin, nachzufragen:

»Brauchst du den Nucki nicht besser für dich, mein Schatz?« Ein helles Auflachen ihrerseits war die Reaktion auf die unübersehbare Verwunderung des aus ihrer Sicht einzigen Erwachsenen im Raum:

»Nee Daddy, bin doch schon groß!«

 

Rund zwanzig Minuten später war das Abendessen fertig. Adrian hatte das Decken des Esstisches zwischenzeitlich fortgesetzt und brachte nach den Tellern und dem Besteck die heiß dampfende Lasagne herein. Wie stark sein Magen inzwischen knurrte, war unüberhörbar, was ihn breit grinsen und Line verstohlen kichern ließ.

Gemeinsam mit ihr eine Mahlzeit einzunehmen, obwohl seine Freundin sich nach wie vor in ihrem Little Space befand, war das erste Mal für Adrian. Es ist schon irgendwie ungewöhnlich und dabei trotzdem zuckersüß, dachte er und beschloss, die Situation anzunehmen, wie sie war.

Kurz darauf ging er ein weiteres Mal in die Küche, um das Kindergeschirr hervorzusuchen, das er bereits zu Anfang ihrer Beziehung für unerwartete Kleinsein-Momente wie diesen, deponiert hatte.

 

Mit einem frisch abgewaschenen Disney-Kunststoffteller kehrte er zurück, tauschte ihn gegen Lines Porzellanteller aus und bat sein Mäuschen, ihr Spiel am Boden zu unterbrechen.

»Wäscht du dir bitte die Hände und kommst danach zum Essen, Spatz?«, forderte er sie auf, woraufhin sie sogleich in das Badezimmer am Ende des Flurs flitzte und er wenige Sekunden später das kräftige Rauschen des Wasserhahns bis zum Tisch hin vernahm.

Bereits im nächsten Augenblick blickte er seinem Little wieder entgegen, das lediglich mit einem T-Shirt, den bunten Ringelsocken und einer knisternden Bärchenwindel bekleidet, den Raum betrat.

Umständlich nahm sie mit raschelndem Po auf dem Stuhl Platz und hielt ihrem Daddy schon den Teller mit großen Augen hin.

»Na, du scheinst ja ebenfalls einen Bärenhunger zu haben, hm?«, lächelte Adrian die kleine Line an. Er war sich sicher, dass die Liebe, die er beim Zubereiten der Lasagne und des Desserts eingesetzt hatte, ebenso gut von ihrem kindlichen Geschirr zu schmecken sein dürfte. Gleichzeitig freute er sich darauf, dass dieser Abend einer der gemütlichsten und verschmustesten seit Langem werden würde.

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