Windel-Wunderland – Ein unvergessliches Little-Wochenende (Kurzgeschichte)

Windel-Wunderland
Ein unvergessliches Little-Wochenende

Von Rebecca Valentin

Kurzgeschichte, erschienen am 22.04.2021

Durchsichtiger Luftballon mit der Aufschrift „Boy“ und aufgedrucktem Flugzeugmotiv“ in gemütlich dekoriertem Zimmer

Höchst zufrieden ließ Melanie den Blick durch den Raum schweifen. Die Mühen der letzten Stunden hatten sich wirklich ausgezahlt – in dem ansonsten sehr erwachsen wirkenden Schlafzimmer war ein traumhaftes Windel-Wunderland entstanden. Das Doppelbett hatte sich zu einem kuschligen Versammlungsort für Plüschtiere gewandelt und auf dem behaglichen Teppichboden lagen große Duplo-Bausteine und Spielzeuge aller Art durcheinandergewürfelt. Buntgemusterte Windeln und heliumgefüllte, hellblaue Luftballons mit Flugzeugmotiven, die den kleinen Jungen Willkommen heißen sollten, warteten neben süßen Leckereien und fruchtigen Säften in farbenfrohen Trinkbechern auf ihren Gast.

Was wie eine Vorbereitung zu einer fröhlichen Kinderparty aussah, war der Auftakt für ein unvergessliches Little-Wochenende, das Melanie einzig für ihren geliebten Schützling arrangiert hatte.

 

Ihre gemeinsame Verabredung, den Samstag und Sonntag zusammen verbringen zu wollen, war nicht die erste Begegnung zwischen Florian und ihr. Schon vorher hatte es mehrere Treffen gegeben, auf denen sie einander näher kennengelernt hatten und bei deren Anlässen aus ihrer lockeren Online-Bekanntschaft wie von selbst eine zärtliche Freundschaft erwachsen war.

In diversen Cafés und Eisdielen der Stadt hatten sie herumgealbert, unbefangen geflirtet und sich auf eine so innige Weise miteinander unterhalten, dass sie gern dazu bereit waren, ihre intimsten Gedanken und Träume vor dem jeweils anderen auszubreiten. Sie vertrauen sich bedingungslos und mit jedem ihrer Treffen hatte sich die Liebe zueinander spürbar vergrößert. Und obwohl sie inzwischen viel Zeit gemeinsam verbracht hatten, würde es doch das erste Mal sein, dass Florian bei ihr übernachtete.

 

Dass ihr Freund sich oftmals klein fühlt und in solchen Momenten wie ein vierjähriger Junge empfindet und handelt, wusste Melanie bereits aus seinen Postings im Little- und ABDL-Forum, in dem sie auf ihn aufmerksam geworden war. Florian schrieb dort seit Jahren, sie hingegen hatte sich erst wenige Wochen zuvor angemeldet, da sie in einem immer stärkeren Ausmaß den Wunsch verspürte, für andere, die schwächer und hilfebedürftiger waren, da zu sein. Das Umsorgen und Verwöhnen lag ihr am Herzen, füllte sie wohltuend aus und bereicherte ihr Leben auf eine zunehmend bedeutsamere Weise.

 

Wann immer Florian in seinen Little Space eintauchte, sprach er Melanie ausschließlich mit der Verniedlichungsvariante ihres Namens an. So wurde sie in jenen Augenblicken zu Mami Melli für ihn – genauso, wie der große Florian speziell dann zum kleinen Flori für sie wurde.

So war es nicht verwunderlich, dass sie ausgerechnet dann mit der Koseform ihres Vornamens begrüßt wurde, als ihr sehnlichst erwarteter Besucher mit einer gepackten Reisetasche vor der Haustür stand und ihr nach dem Öffnen sogleich in kindlicher Aufregung in die Arme fiel.

»Hallo, Melli! Guck, da bin ich!«, jubelte er aufgekratzt lachend. Die Vorfreude auf den Schlafbesuch war dem 28-Jährigen, der sich ihr in einer orangefarbenen Jeans-Latzhose, knallroten Chucks-Turnschuhen und einem auffällig geringelten Shirt präsentierte, deutlich anzumerken. Melanie drückte ihren Little innig an sich, wuschelte ihm durchs Haar und nahm ihn nicht weniger ausgelassen in Empfang:

»Wie schön, mein Flori, komm schnell rein. Soll ich dir mal zeigen, was ich Tolles für dich vorbereitet habe?«

 

Das breite Pappschild über der Schlafzimmertür, auf dem in farblich bunt gemischten Buchstaben die Worte ›Windel-Wunderland‹ geschrieben standen, bemerkte Flori schon, bevor Melanie ihn darauf aufmerksam machen konnte.

»Meinst du das, Mami?« Er schaute mit großen Augen den lichtdurchfluteten Flur der Neubauwohnung hinunter, an dessen Ende der liebevoll hergerichtete Raum lag und deutete mit dem Finger auf die farbig gestaltete Pappe. Ein amüsiertes Schmunzeln huschte über Melanies Lippen; ihr Little war so herrlich aufgeweckt, dass ihm nichts auf der Welt entging.

»Ja, genau. Wirf doch mal einen Blick hinein.« Dieses brauchte sie dem Gefühl nach Vierjährigen nicht zweimal zu sagen – sofort ließ der Kleine die Reisetasche zu Boden plumpsen und flitzte aus dem Stand los, um das ehemals schlichte Schlafzimmer zu erstürmen.

 

Floris begeisterter Jubel schall ihr bereits entgegen, als seine Mami das Windel-Wunderland nach ihm betrat. Und während er schon begann, sich auf dem weichen Bodenbelag knieend, mit den unzähligen Spielzeugen zu beschäftigen, setzte Melanie sich auf die Bettkante und sah dem großen Kind in seiner kleinen Welt lächelnd dabei zu.

Er imitierte die Motorengeräusche der Fahrzeuge, belud den Anhänger des Traktors mit den Süßigkeiten aus den Schüsseln und ernannte einen der Teddybären kurzerhand zum Landwirt und Besitzer des imaginären Bauernhofs, auf dem er spielerisch agierte. Seine Melli hätte sich auf ewig in diesem herzbewegenden Anblick verlieren können, doch nach einer Weile wurde sie sich ihrer Mami-Pflichten wieder bewusst und erhob sich mit einem beseelten Seufzer vom Rand des Bettes, um Floris Reisetasche in das Schlafzimmer zu holen.

 

»Ich schaue mal, was du fürs Wochenende eingepackt hast, okay, mein Schatz?«, kündigte sie ihr Vorhaben an, den langen, durchgehenden Reißverschluss der Tasche zu öffnen. Ein abwesendes Nicken inmitten seines Spiels war die einzige Reaktion, welche sie von ihrem Little erhielt, also zog sie den Nylon-Zipper zur Gänze auf und sah in das Durcheinander hinein.

Die Auswahl der Outfits und der kindlichen Utensilien, die Florian mitgebracht hatte, erstaunten Melanie in keiner Weise. Vielmehr hatte sie mit dem Aufgebot an Schnullern, Windeln und Kinderkleidungsstücken in XXL-Größe absolut gerechnet. Das Mitbringen seiner Lieblingssachen war ihm geradezu von ihr nahegelegt worden, denn es ging vor allem darum, dass er sich bei ihr wohlfühlen und fallenlassen durfte. Nicht umsonst hatte sie zwar sanft, aber dennoch ausdrücklich betont, dass er bei ihr jederzeit klein, schutzbedürftig und verspielt sein könne – eine Aussage, bei der Florian die Tränen des Glücks in die Augen gestiegen waren, wie Melanie sich noch gut erinnerte. Sie hatte ihm daraufhin über die Wange gestreichelt und ihm versprochen, alles dafür zu tun, dass er sich in ihrer Nähe stets geborgen fühlen würde.

 

Nachdem Mami Melli ihm von den bereitgestellten Getränken reichlich Orangensaft in sein Trinkfläschchen gefüllt, und er dieses durstig und ohne abzusetzen leergetrunken hatte, verzog Flori eine halbe Stunde später das Gesicht zu einer auffallend bekümmerten Miene.

»Was ist los, Liebling?«, erkundigte seine Mama sich fürsorglich. Hierbei kniete sie sich zu ihm auf den hellen Berberteppich und blickte ihm fragend in die Augen.

»Meine Pampi ist nass, hab eingepullert …«, offenbarte der Kleine in weinerlichem Tonfall. Melanie lächelte tröstend.

»Ist nicht schlimm, Mäuschen, du bekommst eine frische Windelhose. Danach ist alles wieder gut, wirst sehen.«

 

Nicht nur, dass Florian bei ihr übernachtete, war eine Premiere, sondern auch, dass sie ihm die Windel wechseln würde, war neu. So konnte Melli ein heftiges Herzklopfen nicht verhindern, versuchte jedoch, die aufkommende Aufregung so gut es ging vor ihrem Steppke zu verbergen. Dass dieser es gar nicht bemerkte, da es ihm in seinem Little Space vollkommen anders erging und er den Windelwechsel in seiner kleinkindlichen Denkweise als etwas völlig Natürliches empfand, beruhigte sie ein wenig.

Flori war in diesem Moment ganz und gar auf sich selbst und das unbehaglich feuchte Gefühl zwischen seinen Beinen konzentriert. Noch immer quengelte er freudlos und schaute seine Mami auch dann noch bedrückt an, als er sich auf der fluffigen Wolldecke niederließ, die sie kurzerhand als Unterlage auf dem Bett platziert hatte. Um ihm zumindest ein erstes Empfinden von Beruhigung und Geborgenheit zu schenken, holte Melanie einen seiner Schnuller aus der Reisetasche und steckte ihn vorsichtig zwischen die Lippen des Sprösslings. Dieser fing auf der Stelle an, dankbar an dem Schnulli zu saugen.

 

Die Metallschnallen der Latzhose waren rasch geöffnet, ebenso schnell ließ sich das Kleidungsstück samt dem grünen, mit Fußball-Jungenmotiven verzierten Slip herunterziehen. Nun kam die PeekAbu-Diaper zum Vorschein, die vorn ein süßes Wolfsgesicht zeigte und im Schritt sichtbar von seiner Pipi-Menge aufgequollen war.

Zaghaft begann Melanie die Klebestreifen auseinanderzuziehen. Sie wollte alles richtig machen; was sie hier tat, sollte Flori in jedem Fall das erwünschte Wohlbehagen bringen. Deshalb kam es darauf an, die Dinge in ihrer korrekten Reihenfolge ablaufen zu lassen, wie sie meinte. Weiterhin von leichter Nervosität begleitet, klappte sie den vorderen Teil der nassen Folienwindel ganz herunter, schob ihn zusammengefaltet unter den Po ihres Littles und setzte an, seinen urinbenetzten Intimbereich mit einem Feuchttuch zu reinigen. Sie ging behutsam vor, passte auf, Flori nicht zu nahe zu treten, indem sie zu forsch vorging und redete während der gesamten Dauer in leisem, fröhlichem Singsang mit ihm.

 

Mellis liebevoll fürsorgliche Art gefiel dem Kleinen außerordentlich gut. Er schloss die Augen, entspannte spürbar und schlief mit dem XL-Sauger im Mund beinahe ein. Als das Auftragen der Pflegecreme an der Reihe war, gab er darüber hinaus ein kaum hörbares Grunzen der Zufriedenheit von sich, welches Melanie ein erleichtertes Lächeln entlockte.

Unter ihren streichelnden Händen ließ der kleine Flori sich zunehmend fallen. Müde und im Einklang mit sich und der Welt, bedachte er seine Mami Melli mit einem dankbaren Blick, der weit mehr aussagte, als Worte es hätten tun können. Er brachte ihr Herz vor Liebe förmlich zum Überlaufen – jetzt war es ein Herzklopfen voller Glückseligkeit, das den aufgeregten Herzschlag von vor wenigen Minuten ablöste und Melanie die vertraute Ruhe zurückbrachte.

Um ihm die frische PeekAbu, diesmal mit einem niedlichen, gelben Tiergesicht auf der Vorderseite, bequem unterlegen zu können, unterstützte Flori sie helfend, indem er das Hinterteil zu seiner Melli emporhob.

Sie schloss die Klebestreifen der sauberen Windelhose weder zu locker noch zu fest, um das anschließende Tragegefühl möglichst angenehm für den Kleinen zu gestalten. Die benutzte und fühlbar schwere Diaper legte sie auf dem Fußboden zu ihren Füßen ab.

 

Da ihr Little noch immer derart schläfrig schien, dass er bereits in Begriff war, in das Land der süßen Kinderträume einzutreten, kuschelte Melanie sich gern zu ihrem Flori auf die Decke. Sie rutschte voller Gefühl zu ihm heran und war sich in jenem Moment nicht nur ihrer Liebe und ihres bedingungslosen Zusammenhalts sicher, sondern auch der Tatsache, dass ein kurzes Mittagsschläfchen nicht nur dem Jungen in ihren Armen sehr guttun würde. Hiernach könnten sie frisch erholt zu weiteren Windel- und Spiel-Abenteuern in Floris eigenem Wunderland aufbrechen, auf die sie sich aus tiefstem Herzen freute.

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